- VonNicola de Paolischließen
Die Werte von Wohnimmobilien in Deutschland haben im ersten Quartal 2025 einen beachtlichen Zuwachs verzeichnet. Insbesondere in den Metropolen gab es Anstiege.
Wohnimmobilien werden wieder teurer. Diese Entwicklung zeigt der Preisindex GREIX (German Real Estate Index), der Daten zu den notariell beglaubigten Verkaufspreisen nach wissenschaftlichen Standards auswertet. Der Vergleich zum Vorjahr macht deutlich, wie stark der Preiszuwachs ist – trotz zum Jahresanfang gestiegener Bauzinsen und der Sorge vor einer globalen Rezession.
Eigentumswohnungen verteuern sich in den ersten drei Monaten 2025
Eigentumswohnungen verteuerten sich in den ersten drei Monaten 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent. Bei Einfamilienhäusern liegt das Plus sogar bei 4,7 Prozent. Mehrfamilienhäuser stiegen um 8,7 Prozent. Die Zahl der Transaktionen insgesamt liegt deutlich um fast ein Drittel über denen des Vorjahreszeitraums.
Wohnimmobilien: Größter Preisanstieg seit Mitte 2022.
Die aktuellen Zahlen markieren damit das größte Preiswachstum seit Mitte 2022. „Das Abwarten hat ein Ende“, sagt Jonas Zdrzalek, Immobilienmarktexperte am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel). „Wer kaufen will, hat sich offenbar mit den neuen Gegebenheiten arrangiert – und spekuliert darauf, dass der Immobilienmarkt vorerst seinen Tiefpunkt erreicht hat.“ GREIX ist ein Projekt der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte, dem Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Bonn und Köln ECONtribute sowie dem Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel).
Im Vergleich zum letzten Quartal 2024 und damit innerhalb weniger Monate verteuerten sich Eigentumswohnungen bis Ende März 2025 um 1,0 Prozent. Die Preise für Einfamilienhäuser stagnierten bei einem Wachstum von 0,1 Prozent. Mehrfamilienhäuser wurden 1,1 Prozent teurer verkauft. In diesem Segment ist die Aussagekraft aufgrund geringer Transaktionszahlen jedoch begrenzt.
Immobilienpreise in den Großstädten steigen besonders stark
In Deutschlands acht größten Städten legten die Immobilienpreise durchweg zu. Im Vergleich zum Vorquartal (Q1 2025 zu Q4 2024) stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in Köln um 3,4 Prozent am stärksten. In Stuttgart legten die Preise um 2,1 Prozent und in Berlin um 1,7 Prozent zu. Eigentumswohnungen verteuerten sich damit in diesen Städten spürbar. Einige Immobilienmärkte verzeichneten hingegen eher moderate Anstiege. Das gilt beispielsweise in Düsseldorf mit einem Preisplus von 1,3 Prozent und Leipzig mit 0,6 Prozent.
Aufholbewegung in Großstädten am stärksten
Gegenüber den Tiefstständen bei den Preisen im ersten Quartal 2024 ist die Aufholbewegung in den Großstädten am stärksten. In Leipzig kosteten Eigentumswohnungen seitdem wieder rund 9 Prozent, in Köln rund 8 Prozent mehr. Auch fast alle anderen Großstädte holten stärker auf als der Durchschnitt der 21 beobachteten Städte und Regionen des GREIX. Alle Daten für die jetzt 21 analysierten Städte und Landkreise sind frei verfügbar bei GREIX.
Außerhalb der Top-8-Städte stiegen die Preise gegenüber dem Vorquartal fast überall an. Besonders deutlich zeigt sich das in Karlsruhe mit einem Plus von 3,8 Prozent sowie in Duisburg mit einem Plus von 3,2 Prozent. Einen leichten Preisrückgang gab es in Dresden (minus 0,9 Prozent) – allerdings hatten die Preise dort bereits in den Vorquartalen stark angezogen.
Preise für Wohneigentum nur noch zehn Prozent unter Höchststand
Insgesamt lagen die Preise für Eigentumswohnungen im Schnitt nur noch rund zehn Prozent unter ihren absoluten Höchstständen. „Ob sich die Preisanstiege weiter im selben Tempo fortsetzen, hängt vom wirtschafts- und geldpolitischen Umfeld ab“, sagt Zdrzalek. „Aber für Käufer kann sich die aktuelle Marktsituation nach einer günstigen Gelegenheit für einen Einstieg anfühlen.“
Bundesregierung plant Wohnungsbau-Turbo
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz will in den ersten 100 Tagen ist einen Gesetzentwurf zur Einführung eines sogenannten Wohnungsbau-Turbo vorlegen. In einem zweiten Schritt ist eine grundlegende Reform zur Beschleunigung des Baus vorgesehen. Bürokratieabbau und eine Vereinfachung von Bau-, Planungs- und Umweltrecht sollen den Bau von Wohnungen außerdem vorantreiben. Mit der „Starthilfe Wohneigentum“ soll es laut des Koalitionsvertrags für Familien leichter werden, Wohneigentum zu erwerben: Genannt sind steuerliche Maßnahmen, Unterstützung bei fehlendem Eigenkapital, und auch die Übernahme von staatlichen Bürgschaften für Hypotheken soll geprüft werden.
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