Im 100. Jahr des Bestehens

Indischer Konzern erwirbt traditionsreiches Familienunternehmen – was geschieht mit den Mitarbeitern?

  • schließen

Im Jahr seines hundertjährigen Bestehens wird ein in Familienbesitz befindlicher Fahrzeughersteller von einem indischen Unternehmen übernommen. Welche Konsequenzen hat dies für den Betrieb und seine Angestellten?

Bernkastel-Kues – In den vergangenen Monaten mussten einige Traditionsunternehmen im Südwesten im Zuge der gravierenden Herausforderungen aufgeben – darunter beispielsweise die Familienmetzgerei Kübler und der Möbelhersteller Nolte. Bei dem traditionsreichen Fahrzeugbauer Orten mit Sitz in Bernkastel-Kues (Rheinland-Pfalz), der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, ist die Sachlage aber eine andere. Die Orten-Gruppe wird nämlich aus strategischen Gründen von einem indischen Konzern übernommen. Dennoch stellt sich die Frage, was das genau für das Traditionsunternehmen und seine Mitarbeiter bedeutet.

Das sind 14 der größten Unternehmen aus Rheinland-Pfalz

Dreiermontage von Hornbach, BASF und Spritze: Hornbach, BASF, BioNTech: Wer glaubt, dass Rheinland-Pfalz nur mit Weinbau Umsätze generiert, den werden diese Riesenunternehmen aus der deutschen Toskana umhauen. Hätten Sie das gewusst?
Hornbach, BASF, BioNTech: Wer glaubt, dass Rheinland-Pfalz nur mit Weinbau Umsätze generiert, den werden diese Riesenunternehmen aus der „deutschen Toskana“ umhauen. Hätten Sie das gewusst? © IMAGO/imagebroker/Ulrich Roth/photo2000
Industrieanlage BASF Ludwigshafen: Der Chemieriese aus Ludwigshafen am Rhein ist wohl allen ein Begriff. Die Badische Alinin- & Sodafabrik (kurz: BASF) hat seit ihrem Gründungsjahr 1865 aber ihren Hauptsitz nicht mehr in Baden, sondern auf der anderen Seite vom Rhein.
BASF SE: Der Chemieriese aus Ludwigshafen am Rhein ist wohl allen ein Begriff. Die Badische Alinin- & Sodafabrik (kurz: BASF) hat seit ihrem Gründungsjahr 1865 aber ihren Hauptsitz nicht mehr in Baden, sondern auf der anderen Seite vom Rhein. © IMAGO/Ulrich Roth
BASF SE: Auf einer Fläche von über 10 Quadratkilometern stellt der Chemieriese in seinem Stammwerk in Ludwigshafen eine immense Bandbreite an Produkten von Chemikalien, über Kunststoffe bis hin zu Pflanzenschutzmitteln her. 2024 setzte die BASF SE über 60 Milliarden Euro um.
Auf einer Fläche von über 10 Quadratkilometern stellt der Chemieriese in seinem Stammwerk in Ludwigshafen eine immense Bandbreite an Produkten von Chemikalien, über Kunststoffe bis hin zu Pflanzenschutzmitteln her. 2024 setzte die BASF SE über 60 Milliarden Euro um. © IMAGO/Daniel Kubirski
BASF SE: Für Nostalgiker – In den 70er- und 80er-Jahren war die BASF SE marktführend in der Produktion von Audio- sowie Videokassetten und betrieb sogar eine eigene Musikproduktion.
Für Nostalgiker – In den 70er- und 80er-Jahren war die BASF SE marktführend in der Produktion von Audio- sowie Videokassetten und betrieb sogar eine eigene Musikproduktion. © IMAGO/Vlad K213
Boehringer Ingelheim GmbH: Was Sie hier sehen, ist der Sitz des größten Pharmaunternehmens in Deutschland. Auch wenn Ihnen das Unternehmen vielleicht kein Begriff ist, haben Sie bestimmt bereits eins seiner Produkte in der Apotheke erworben.
Boehringer Ingelheim GmbH: Was Sie hier sehen, ist der Sitz des größten Pharmaunternehmens in Deutschland. Auch wenn Ihnen das Unternehmen vielleicht kein Begriff ist, haben Sie bestimmt bereits eines seiner Produkte in der Apotheke erworben. © IMAGO/stock&people
Boehringer Ingelheim GmbH: Ein riesiges Banner des Verkaufsschlagers Thomapyrin prangt neben der Hauptverwaltung in Ingelheim. Seit 1885 stellt der Pharmariese marktführende Produkte her und erzielt Jahresumsätze von mehr als 25 Milliarden Euro.
Ein riesiges Banner des Verkaufsschlagers Thomapyrin prangt neben der Hauptverwaltung in Ingelheim. Seit 1885 stellt der Pharmariese marktführende Produkte her und erzielt Jahresumsätze von mehr als 25 Milliarden Euro. © IMAGO/stock&people
Logo auf einem Gebäude am Firmensitz des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim in Ingelheim am Rhein, Rheinland-Pfalz. Ein nicht ganz so glorreicher Abschnitt der Unternehmensgeschichte – Der Spiegel berichtete 1991 über die Lieferung von 720 Tonnen einer Chemikalie nach Neuseeland, aus der angeblich das Herbizids „Agent Orange“ hergestellt wurde. Das Herbizid richtete im Vietnamkrieg verheerende Schäden an. Das Pharmaunternehmen weist diese Anschuldigungen bis heute von sich.
Ein nicht ganz so glorreicher Abschnitt der Unternehmensgeschichte – Der Spiegel berichtete 1991 über die Lieferung von 720 Tonnen einer Chemikalie nach Neuseeland, aus der angeblich das Herbizid „Agent Orange“ hergestellt wurde. Es richtete im Vietnamkrieg verheerende Schäden an. Das Pharmaunternehmen weist diese Anschuldigungen bis heute von sich. © IMAGO/imagebroker
Hornbach Baumarkt AG: Der Baumarktriese mit Sitz in Bornheim wurde 1877 vom Schieferdeckermeister Michael Hornbach im benachbarten Landau in der Pfalz gegründet. Heute ist das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehreren Milliarden Euro in über 130 Fillialen europaweit vertreten – so auch der Markt auf dem Foto im Allgäuer Kempten.
Hornbach Baumarkt AG: Der Baumarktriese mit Sitz in Bornheim wurde 1877 vom Schieferdeckermeister Michael Hornbach im benachbarten Landau in der Pfalz gegründet. Heute ist das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehreren Milliarden Euro in über 130 Filialen europaweit vertreten – so auch der Markt auf dem Foto im Allgäuer Kempten. © IMAGO/Manfred Bail
Schott AG: Nach der sowjetischen Besatzung 1945 zog der Spezialglashersteller aus Jena in seinen heutigen Hauptsitz in Mainz. Das Glas auf Ihrem Cerankochfeld stammt vielleicht von der Schott AG, die mit ihren Produkten im Geschäftsjahr 23/24 knapp 3 Milliarden Euro umsetzte.
Schott AG: Nach der sowjetischen Besatzung 1945 zog der Spezialglashersteller aus Jena in seinen heutigen Hauptsitz in Mainz. Das Glas auf Ihrem Cerankochfeld stammt vielleicht von der Schott AG, die mit ihren Produkten im Geschäftsjahr 2023/24 knapp 3 Milliarden Euro umsetzte. © IMAGO/Schoening
Schott AG: Auch die Medizin- und Pharmaindustrie ist ein großer Abnehmer der Glasprodukte des Technologiekonzerns. Darunter ein Produzent für Impfstoffe, der auch einen Platz in unserem Ranking ergattern konnte. Wissen Sie, um welches Unternehmen es sich hierbei handelt?
Auch die Medizin- und Pharmaindustrie ist ein großer Abnehmer der Glasprodukte des Technologiekonzerns. Darunter ein Produzent für Impfstoffe, der auch einen Platz in unserem Ranking ergattern konnte. Wissen Sie, um welches Unternehmen es sich hierbei handelt? © IMAGO/Joerg Boethling
Fertigungshalle mit Prüffeld der KSB SE in Frankenthal: Kurze Quizfrage: Zu welchem milliardenschweren Unternehmen aus Rheinland-Pfalz gehört diese sterile Fassade? Kleiner Tipp – das Unternehmen sitzt in Frankenthal.
Kurze Quizfrage: Zu welchem milliardenschweren Unternehmen aus Rheinland-Pfalz gehört diese sterile Fassade? Kleiner Tipp – das Unternehmen sitzt in Frankenthal. © Wikipedia/KSB Aktiengesellschaft
Firmensitz von KSB: Das Unternehmen für Industriepumpen aller Art wurde 1871 in Frankenthal gegründet und stellte unter anderem die Turbopumpen für die V2-Rakete im Zweiten Weltkrieg her.
KSB SE: Das Unternehmen für Industriepumpen aller Art wurde 1871 in Frankenthal gegründet und stellte im Zweiten Weltkrieg unter anderem die Turbopumpen für die V2-Rakete her. © IMAGO/Andreas Arnold
KSB SE: Heute erwirtschaftet der Konzern weltweit knapp 3 Milliarden Euro im Jahr bei 16.000 beschäftigten Mitarbeitern. Auch die Entwicklung und Ausbildung in Ländern wie Uganda und Saudi-Arabien spielt für den Pumpenkonzern eine entscheidende Rolle.
Heute erwirtschaftet der Konzern weltweit knapp 3 Milliarden Euro im Jahr bei 16.000 beschäftigten Mitarbeitern. Auch die Entwicklung und Ausbildung in Ländern wie Uganda und Saudi-Arabien spielt für den Pumpenkonzern eine entscheidende Rolle. © IMAGO/Photothek/dpa/Michael Kappeler
United Internet AG: Was haben 1&1, GMX und WEB.de gemeinsam? Alle sind Tochterunternehmen der rheinland-pfälzischen United Internet AG mit Sitz in Montabaur.
United Internet AG: Was haben 1&1, GMX und WEB.de gemeinsam? Alle sind Tochterunternehmen der rheinland-pfälzischen United Internet AG mit Sitz in Montabaur. © IMAGO/Nico Krauss
United Internet AG: Das 1&1-Logo prangt vor dem Hauptsitz in Rheinland-Pfalz.
Das 1&1-Logo prangt vor dem Hauptsitz in Rheinland-Pfalz. Mit 16 Tochterunternehmen und mehr als 10.000 Mitarbeitern erwirtschaftete die United Internet AG über 6 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2023. © IMAGO/stock&people
Wirtgen GmbH: Die Wirtgen GmbH ist eine Zweignierderlassung von John Deere mit Stammsitz in Windhagen. Die massiven Maschinen der Wirtgen GmbH werden vor allem im Straßenbau eingesetzt.
Wirtgen GmbH: Die Wirtgen GmbH ist eine Zweignierderlassung von John Deere mit Stammsitz in Windhagen. Die massiven Maschinen werden vor allem im Straßenbau eingesetzt. © Wikipedia/Natalia Brandt
Wirtgen GmbH: Die circa 2000 Mitarbeiter erwirtschaften unter Leitung von Cyrus Barimani auf dem Gelände in Windhagen jährlich knapp eine Milliarde Euro.
Die circa 2000 Mitarbeiter erwirtschaften unter Leitung von Cyrus Barimani auf dem Gelände in Windhagen jährlich knapp eine Milliarde Euro. © Wikipedia/Wolkenkratzer
Ihnen sind diese seltsamen Riesencontainer aus Plastik bestimmt bereits begegnet. Der Fachbegriff dafür ist „Intermediate Bulk Container“ (kurz IBC). Wussten Sie, dass der Weltmarktführer für die Herstellung dieser Container in Rheinland-Pfalz sitzt? Wenn ja, wie heißt das Unternehmen?
Ihnen sind diese seltsamen Riesencontainer aus Plastik bestimmt bereits begegnet. Der Fachbegriff dafür ist „Intermediate Bulk Container“ (kurz IBC). Wussten Sie, dass der Weltmarktführer für die Herstellung dieser Container in Rheinland-Pfalz sitzt? Wenn ja, wie heißt das Unternehmen? © schuetz.net
Schütz-Werke GmbH & Co. KG: Der Hersteller für Metall- und Plastikcontainer wurde 1958 vom Namensgeber Udo Schütz gegründet und sitzt in Selters. Die riesige Produktionshalle verfügt sogar über eine eigene Zufahrt für Güterzüge. Über 6000 Mitarbeiter erwirtschaften hier jährlich Umsätze von bis zu 3 Millionen Euro.
Schütz-Werke GmbH & Co. KG: Der Hersteller für Metall- und Plastikcontainer wurde 1958 vom Namensgeber Udo Schütz gegründet und sitzt in Selters. Die riesige Produktionshalle verfügt sogar über eine eigene Zufahrt für Güterzüge. Mehr als 6000 Mitarbeiter erwirtschaften hier jährlich Umsätze von bis zu 3 Millionen Euro. © schuetz.net
BioNTech SE: Das Biotechnologieunternehmen sitzt „an der Goldgrube“ in Mainz und ist spätestens seit der Entwicklung von mRNA-Impsftoffen gegen Covid 19 in aller Munde. Ihre Mainzer Nachbarn der Schott AG sollen dazu das Glas für die Ampullen gestellt haben. Mit mehr als 6000 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr Umsätze von knapp drei Milliarden Euro.
BioNTech SE: Das Biotechnologieunternehmen sitzt „an der Goldgrube“ in Mainz und ist spätestens seit der Entwicklung von mRNA-Impsftoffen gegen SARS-CoV-2 in aller Munde. Ihre Mainzer Nachbarn der Schott AG sollen dazu das Glas für die Ampullen gestellt haben. Mit mehr als 6000 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr Umsätze von knapp drei Milliarden Euro. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
CGM: Die CompuGroup Medical SE & Co. KGaA ist wohl nur den Medizinern unter den Lesern ein Begriff. Das Unternehmen aus Koblenz ist spezialisiert auf Software im Gesundheitswesen und erzielt Umsätze von knapp über eine Milliarde Euro bei einer Mitarbeiterzahl von etwas über 9000 Beschäftigten.
CGM: Die CompuGroup Medical SE & Co. KGaA ist wohl nur den Medizinern unter den Lesern ein Begriff. Das Unternehmen aus Koblenz ist spezialisiert auf Software im Gesundheitswesen und erzielt Umsätze von knapp über eine Milliarde Euro bei einer Mitarbeiterzahl von etwas über 9000. © cgm.com
CGM: Wie Software für das Gesundheitswesen wohl aussieht? 2005 gelang dem Unternehmen mit der elektronischen Patientenakte Vita-X ein Durchbruch in der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Heute entwickelt man mithilfe von Künstlicher Intelligenz Chatbots für Arztpraxen.
Wie Software für das Gesundheitswesen wohl aussieht? 2005 gelang dem Unternehmen mit der elektronischen Patientenkarte Vita-X ein Durchbruch in der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Heute entwickelt man mithilfe von Künstlicher Intelligenz Chatbots für Arztpraxen. © Thomas Frey/dpa/cgm.com
Debeka Versicherungsgruppe: Der Versicherungsverein mit Stammsitz in Koblenz wurde 1905 als „Krankenunterstützungskasse für die Gemeindebeamten der Rheinprovinz“ gegründet und beschäftigt heute über 15.000 Mitarbeiter mit einem satten Umsatz von fast 13 Milliarden Euro.
Debeka Versicherungsgruppe: Der Versicherungsverein mit Stammsitz in Koblenz wurde 1905 als „Krankenunterstützungskasse für die Gemeindebeamten der Rheinprovinz“ gegründet und beschäftigt heute über 15.000 Mitarbeiter mit einem satten Umsatz von fast 13 Milliarden Euro. © IMAGO/KarinH
Haribo-Holding GmbH & Co. KG: Das von Hans Riegel in Bonn gegründete Unternehmen – die Namensgebung liegt auf der Hand – hat vor allem durch seine Gummibärchen zu seinem heutigen Ruhm gefunden. Seit 2018 ist der Firmensitz in der Gemeinde Grafschaft in Rheinland-Pfalz, weshalb wir das Unternehmen in unser Ranking aufgenommen haben.
Haribo-Holding GmbH & Co. KG: Das von Hans Riegel in Bonn gegründete Unternehmen – die Namensgebung liegt auf der Hand – hat vor allem durch seine Gummibärchen zu seinem heutigen Ruhm gefunden. Seit 2018 ist der Firmensitz in der Gemeinde Grafschaft in Rheinland-Pfalz, weshalb wir das Unternehmen in unser Ranking aufgenommen haben. © IMAGO/Manngold
Haribo-Holding GmbH & Co. KG: Mit einer enormen Produktpalette, die Gelatine und Zucker in den verschiedensten Farben und Formen umfasst, dominiert Haribo die Süßigkeitenregale in deutschen Supermärkten. Nicht umsonst erwirtschaftet das Unternehmen Jahresumsätze von rund drei Milliarden Euro.
Mit einer enormen Produktpalette, die Gelatine und Zucker in den verschiedensten Farben und Formen umfasst, dominiert Haribo die Süßigkeitenregale in deutschen Supermärkten. Nicht umsonst erwirtschaftet das Unternehmen Jahresumsätze von rund drei Milliarden Euro. © IMAGO/BREUEL-BILD
Wasgau AG: Das Unternehmen für Lebensmittel im Einzel- und Großhandel wurde 1925 in Pirmasens begründet. Heute gehören der Lebensmittelkette 71 Märkte in Rheinland-Pfalz, Saarbrücken und Baden-Württemberg an. Eine halbe Milliarde erwirtschaften die knapp 4000 Supermarktmitarbeiter.
Wasgau AG: Das Unternehmen für Lebensmittel im Einzel- und Großhandel wurde 1925 in Pirmasens begründet. Heute gehören der Lebensmittelkette 71 Märkte in Rheinland-Pfalz, Saarbrücken und Baden-Württemberg an. Eine halbe Milliarde erwirtschaften die knapp 4000 Supermarktmitarbeiter. © IMAGO/Ulrich Roth

Aus dem Internetauftritt der Orten-Gruppe geht hervor, dass das heutige Unternehmen im Jahr 1925 – also vor 100 Jahren – als Schmiede gegründet wurde und inzwischen am Stammsitz in Bernkastel-Kues sowie an einer weiteren Niederlassung in Rohtnaußlitz bei Bautzen (Sachsen) mit rund 120 Mitarbeitern patentierte Schwenkrad-, Schiebeplanen– und Stadtverteiler-Aufbauten produziert. In einer Pressemitteilung erklärte Orten vor wenigen Tagen, dass das deutsche Unternehmen nach 100 Jahren Teil der neu gegründeten Trentar Mobility GmbH wird. Endet damit eine Ära?

Trentar übernimmt Traditionsunternehmen Orten – endet damit eine 100-jährige Geschichte?

Die indische Trentar-Gruppe mit Sitz in Mumbai ist ein Unternehmensnetzwerk, das auf neue Mobilitätslösungen und Zukunftstechnologien fokussiert ist. Die Trentar Mobility GmbH, als Teil der Trentar-Gruppe, tritt mit der Übernahme der Orten-Gruppe in den deutschen Markt ein. Aus dem Traditionsunternehmen aus Rheinland-Pfalz soll künftig ein Zukunftsunternehmen werden, das auf Hightech ausgerichtet ist. Der bisherige Geschäftsführer und Gesellschafter Robert Orten wird den Übergang bis September 2025 begleiten und danach weiterhin als Berater für die Firmengruppe tätig sein.

Name Orten-Gruppe
Gründung 1925 (Orten Fahrzeugbau)
Sitz Bernkastel-Kues, Rheinland-Pfalz
Branche Fahrzeugbau
Standorte Bernkastel-Kues, Wittlich-Wengerohr (Rheinland-Pfalz), Rohtnaußlitz (Sachsen)
Mitarbeiter rund 120

Laut der Mitteilung übernimmt Trentar Mobility die gesamte Orten-Gruppe und damit neben der Kernfirma, Orten Fahrzeugbau, auch die Gesellschaften Christophorus Nutzfahrzeuge, GeBoKit und ETW Eletric Trucks an den Standorten Bernkastel-Kues, Wittlich-Wengerohr (ebenfalls Rheinland-Pfalz) und im sächsischen Rohtnaußlitz. Ein Ende für das Traditionsunternehmen stellt das aber nicht dar, da Orten zum einen eigenständig bleiben soll und zum anderen auch alle Standorte und Arbeitsplätze erhalten bleiben. „Es war mir sehr wichtig, eine stabile und zukunftsorientierte Nachfolgeregelung zu finden – für unsere Mitarbeitenden, unser Unternehmen und unsere Partner“, erklärt Robert Orten.

Fahrzeugbauer aus Rheinland-Pfalz sieht in Übernahme große Chancen

Die Wirtschaft im Südwesten verliert demnach nicht erneut ein traditionsreiches Familienunternehmen, auch wenn sich für die Belegschaft und den Betrieb dennoch einiges ändern dürfte. Orten sieht in der Übernahme durch Trentar aber große Chancen. „Mit Trentar Mobility haben wir bewusst einen starken, mehrheitlich familiengeführten Partner gewählt, der nicht nur unsere Geschichte respektiert, sondern auch aktiv neue Chancen für unsere Entwicklung sowie für den Erhalt der Marke Orten schafft“, so der Geschäftsführer in der Mitteilung.

Die Orten-Gruppe wird von einem indischen Konzern übernommen. Alle Standorte und Arbeitsplätze bleiben bestehen.

Konkret will der Fahrzeugbauer aus Rheinland-Pfalz auf neue Perspektiven mit mehr Digitalisierung, Investitionen in Zukunftstechnologien und einem internationalen Wachstum setzen. Die für den europäischen Markt gegründete Trentar Mobility GmbH hat dagegen das Ziel, weitere Hersteller im Bereich der Zukunftsmobilität in Europa zu übernehmen. „Europa ist ein zentraler Bestandteil unserer strategischen Entwicklung – nicht als Markt von gestern, sondern als Schlüsselpartner der Zukunft“, erklärt Gründer Subdodh Menon. Jüngst wurde auch ein insolventes Unternehmen aus dem Südwesten von zwei Investoren übernommen, allerdings nicht mit allen Arbeitsplätzen.

Rubriklistenbild: © Orten Betriebs GmbH

Kommentare