Beim in Not geratenen Maschinenbauer Hüller Hille soll gegenwärtig ein vorläufiger Insolvenzverwalter aufräumen. Er blickt allerdings auf massive Herausforderungen.
Das Amtsgericht Mosbach hat daraufhin den Mannheimer Rechtsanwalt Olaf Spiekermann zum vorläufigen Insolvenzverwalter für die Hüller Hille GmbH berufen. Im Gespräch mit der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ), die das Geschehen beim Mosbacher Unternehmen seit Monaten begleitet, erklärte dieser, dass es durchaus Zukunftsperspektiven für Hüller Hille gibt, allerdings in stark verkleinerter Form.
Hüller Hille: Produktion soll in verkleinertem Umfang wieder aufgenommen werden
Nach der Insolvenzanmeldung Ende August hat sich der vorläufige Insolvenzverwalter zunächst eine Übersicht über die finanzielle Situation von Hüller Hille gemacht. Der Betrieb, der bereits vor der Antragstellung zum Erliegen gekommen war, wurde unter der Leitung von Spiekermann wieder aufgenommen. „Hierzu – und um die Wiederaufnahme der Produktion zu planen und voranzubringen – werden derzeit 17 Arbeitnehmer der Schuldnerin von mir beschäftigt“, erklärte er im Interview mit der RNZ. „Es ist absehbar, dass in Kürze auch die Produktion im verkleinerten Umfang wieder aufgenommen wird.“
Name
Hüller Hille GmbH
Gründung
1923
Sitz
Mosbach-Diedesheim, Baden-Württemberg
Branche
Maschinenbau, Werkzeugmaschinen
Mitarbeiter
17 (September 2025)
Im Jahr 2020 hatte Hüller Hille noch rund 170 Mitarbeiter. Inzwischen sind noch 17 Angestellte im Unternehmen tätig, die für die Wiederaufnahme der Produktion von weiteren 14 Arbeitnehmern unterstützt werden sollen. Fraglich ist allerdings, ob diese auch ihren noch ausstehenden Lohn erhalten werden. „Es stehen Löhne offen von bis zu fünf Monaten“, machte Spiekermann deutlich. „Abgesichert über das Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit sind rückwirkend aber nur drei Monate.“ Alle weiteren offenen Ansprüche müssten in die Tabelle der Insolvenzforderungen eingetragen werden.
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Vorläufiger Insolvenzverwalter zeigt sich für Zukunft von Hüller Hille optimistisch
Die insgesamt 31 Mitarbeiter, die für die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs zurückgeholt werden, sollen aus der Insolvenzmasse bezahlt werden. „Dass in absehbarer Zeit mehr als diese 31 Leute eine Perspektive haben werden, ist unwahrscheinlich“, machte Spiekermann allerdings deutlich. „Ich bin verpflichtet, das Unternehmen so zu führen, dass keine Verluste erwirtschaftet werden.“ Dennoch zeigt sich der vorläufige Insolvenzverwalter für die Zukunft des Unternehmens optimistisch und hat bereits einen Verkaufsprozess eingeleitet, bei dem es mehrere Interessenten gibt.