„Sehr gutes Zeichen“

Nutzfahrzeugbauer sichert Arbeitsplätze an deutschem Standort - führt aber Kurzarbeit ein

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An einem deutschen Standort des US-Industriekonzerns John Deere wurde die Arbeitsplatzsicherung verlängert. Dafür gibt es ab dem kommenden Jahr aber Kurzarbeit.

Zweibrücken - An vielen Standorten von Industriekonzernen im Südwesten herrscht aktuell eine starke Unsicherheit; die rund 1.000 Mitarbeiter des John Deere-Werks in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) können aber vorerst aufatmen. Wie John Deere Deutschland mit Sitz in Mannheim und Walldorf (Baden-Württemberg) am Freitag (15. November) mitteilte, wurde ein weiteres Beschäftigungssicherungspaket beschlossen, das betriebsbedingte Kündigungen bis Anfang 2027 ausschließt. Am ZF-Hauptsitz Friedrichshafen sind solche Kündigungen sogar bis 30. Juni 2028 ausgeschlossen.

Der Grund dafür, dass am Werk Zweibrücken – wo John Deere Mähdrescher und Feldhäcksler produziert – überhaupt ein möglicher Stellenabbau im Raum stand, liegt an dem stark eingebrochenen Markt für Erntemaschinen. Weil sich dieser bislang nicht erholt hat, wird John Deere am Standort ab 2025 wahrscheinlich Kurzarbeit einführen. Der Oberbürgermeister von Zweibrücken zeigt sich aber dennoch von der Ausweitung der Beschäftigungssicherung erfreut.

OB von Zweibrücken bezeichnet Beschäftigungssicherung bei John Deere als „sehr gutes Zeichen“

John Deere ist die Hauptmarke des US-amerikanischen Industriekonzerns Deere & Company und gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Landtechnik. Weil sich die Rahmenbedingungen für Landwirte auch in Deutschland immer weiter verschlechtern, haben Standorte wie Mannheim (Traktoren) oder eben Zweibrücken zu kämpfen. Wie der Pfälzische Merkur berichtet, hatte John Deere bereits Anfang 2024 mit einem Maßnahmenpaket reagiert. „Wir hatten gehofft, dass die Marktflaute vorübergeht, aber die Perspektiven sind leider nicht besser geworden“, erklärte ein Sprecher am Freitag.

Name John Deere (Deere & Company)
Gründung 1837
Sitz Moline, Vereinigte Staaten
Branche Landmaschinenbau
Mitarbeiter 82.200 (2023)
Umsatz 52,6 Milliarden US-Dollar (2022)
Standorte in Deutschland Bruchsal, Kaiserslautern, Mannheim, Stadtlohn, Zweibrücken, Walldorf

Deshalb wurde für die rund 1.000 Mitarbeiter in Zweibrücken ein erneutes Beschäftigungssicherungspaket geknüpft, mit dem sich auch Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) zufrieden zeigt. „Dass John Deere nun mit einer Ausweitung des Beschäftigungssicherungspakets über das Jahr 2026 hinaus auf die schwierige Marktlage reagiert, ist für die Stadt ein sehr gutes Zeichen“, erklärt er laut einer Mitteilung der Stadt. „John Deere baut auf den Standort und bekennt sich klar zur Stadt Zweibrücken.“

Am John-Deere-Standort Zweibrücken sind betriebsbedingte Kündigungen bis 2027 ausgeschlossen, dafür müssen die Mitarbeiter im kommenden Jahr aber in Kurzarbeit (Symbolbild).

Beschäftigungssicherung, aber Kurzarbeit bei John Deere in Zweibrücken

Dass diese Beschäftigungssicherung nicht ohne anderweitige Maßnahmen wie eben der Einführung von Kurzarbeit funktionieren könne, sei von vornherein klar gewesen, so der OB weiter. „Aber auch dies ist entsprechend vorbereitet und bestens organisiert.“ Demnach sind die Arbeitsplätze zumindest bei einem der beiden größten Arbeitgeber der rheinland-pfälzischen Stadt an der Grenze zum Saarland sicher. Beim anderen, dem Kranbauer Tadano, ist die Lage deutlich düsterer. Laut der Stadt will der japanische Konzern nämlich einen von zwei Standorten in der Stadt schließen.

Lange wurde übrigens angenommen, dass der Traktor am heutigen John-Deere-Standort in Mannheim von der Heinrich Lanz AG erfunden wurde, dem scheint aber nicht so zu sein.

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