13.000 Stellen sollen fallen

Massive Sparmaßnahmen bei Bosch – deutsche Standorte sollen 13.000 Stellen verlieren

  • schließen
  • Marcel Reich
    Marcel Reich
    schließen

Bosch will angeblich tausende Mitarbeiter entlassen: Die deutsche Wirtschaft erleidet einen weiteren harten Schlag durch fünfstelligen Jobabbau.

Update vom 25. September, 15:25 Uhr: Die Gewerkschaft IG Metall reagiert mit heftiger Kritik auf den geplanten Stellenabbau beim Zulieferer Bosch. „Nach Ihren jüngsten Ankündigungen würde Robert Bosch im Grab rotieren“, warf Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, dem Management des Unternehmens in einer Mitteilung vor. „Sie treten die Werte mit Füßen, die Bosch erfolgreich gemacht haben: Zuverlässigkeit, Verantwortung und ein faires Miteinander.“

Darum kündigte IG Metall Widerstand gegen die geplanten Maßnahmen an. „Wir werden uns als IG Metall wehren. Es geht um viele tausend Beschäftigte von Bosch, die ihren Arbeitsplatz verlieren, es geht um deren Familien und es geht um Regionen, die Perspektive, Kaufkraft und Steuereinnahmen verlieren.“ Zugleich gehe es aber auch um den Industriestandort Deutschland als Ganzes. Jetzt fordert die Gewerkschaft Gespräche.

Bosch-Stand auf der IAA in München. (Symbolfoto). Ein weiterer harter Schlag für die deutsche Wirtschaft: Der Branchengigant Bosch will Jobs in fünfstelliger Höhe streichen.

Update vom 25. September, 15:00 Uhr: Bosch hat den vorher vom Handelsblatt berichteten Stellenabbau bestätigt. Insgesamt ist ein Abbau von rund 13.000 Stellen geplant, der ausschließlich am Industriestandort Deutschland stattfinden soll. Bosch befinde sich in einem „Umfeld enormer Herausforderungen“, sagt Stefan Grosch, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der Robert Bosch GmbH, im angekündigten Pressegespräch am 25. September. Das gelte auch für den Bereich Mobility – die weltweite Fahrzeugproduktion entwickele sich verhalten und die Chancen, die sich aus Zukunftstechnologien ergäben, würden sich „erheblich“ verzögern.

Es bestehe nach wie vor eine Kostenlücke von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr, die Bosch „schnellstmöglich“ reduzieren müsse. Nur, wenn es gelinge, diese Lücke zu schließen, könne die Zukunft von Bosch gesichert werden. Aus diesem Grund will der Konzern „deutlich über das bisherige Maß hinaus“ Stellen abbauen. Insgesamt handelt es sich um einen „Anpassungsbedarf“ von 13.000 weiteren Stellen am Standort Deutschland – zusätzlich zu bereits vorher kommunizierten 9.000 Stellen.

Erstmeldung vom 25. September, 11:40 Uhr: München – Der Autozulieferer Bosch plant laut Handelsblatt und Branchenkreisen einen drastischen Stellenabbau im fünfstelligen Bereich. Dies gehe über die bereits 2023 angekündigten 9.000 Stellenstreichungen in Deutschland deutlich hinaus. 2024 wurden bereits 11.600 Jobs weltweit abgebaut, davon 4.500 in Deutschland. Die genaue Zahl der nun womöglich betroffenen Mitarbeiter ist noch unklar. Bosch beschäftigt derzeit rund 230.000 Mitarbeiter.

Auf Anfrage von IPPEN.MEDIA sagte eine Bosch-Sprecherin: „Wir können die Meldung nicht bestätigen“. Am Nachmittag soll dazu eine Pressekonferenz folgen.

Stellenabbau bei Bosch – Zulieferergeschäft soll ebenfalls billiger werden

Bosch steckt bereits seit einiger Zeit in Schwierigkeiten. Vor Kurzem hatte der Konzern erklärt, bis 2030 im Zulieferergeschäft deutliche Einsparungen vornehmen zu wollen. Die jährlichen Kosten sollen um 2,5 Milliarden Euro schrumpfen. So hatten es die Bosch-Manager Markus Heyn und Stefan Grosch in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung angekündigt.

Im vergangenen Jahr hatte Bosch die Zahl seiner Beschäftigten im Automobilbereich schon um mehr als 10.000 Stellen reduziert, weitere Stellenstreichungen sollten in den kommenden Jahren folgen. Als Grund dafür gab der Konzern die schwierige Lage der Autoindustrie bei zugleich hohem Investitionsbedarf für Energiewende und neue Technologien an.

Die Manager Heyn und Grosch rechneten daher durchaus mit weiteren Stellenstreichungen, ohne aber konkreter zu werden. Diese Entwicklung hält bereits eine ganze Weile lang an: Schon Ende 2024 hatte der Konzern einen umfassenden Stellenabbau angekündigt. Dieser sollte weltweit tausende Mitarbeiter betreffen. Auf diese Ankündigungen hin kam es zu massiven Protesten.

„Größte Anstrengungen“ bei Bosch – Geschäftsjahr zeigt Probleme der „wirtschaftlichen Realitäten“

Auch im Geschäftsbericht für 2024 spiegeln sich die Schwierigkeiten der Branche wider. Der Technologie- und Dienstleistungsriese Bosch erreichte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 90,5 Milliarden Euro – so zeigten es vorläufige Zahlen vom Januar 2025.

„Auch Bosch konnte sich trotz größter Anstrengungen den wirtschaftlichen Realitäten nicht entziehen, aber im Branchenvergleich noch respektabel behaupten“, sagte Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Veröffentlichung der vorläufigen Geschäftszahlen.

Der Konzern produziert eine Vielzahl von Technologieprodukten – die Autosparte ist dabei der größte Unternehmensteil. Wie geht es weiter? Am Donnerstagnachmittag (25. September) soll eine Pressekonferenz Klarheit über „Maßnahmen im Unternehmensbereich Mobility“ schaffen. Personalvorstand Stefan Grosch soll ebenfalls vor Ort sein. (verwendete Quellen: AFP, Reuters, Bosch)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bihlmayerfotografie

Kommentare