E-Riese aus China boomt: Hersteller nimmt Tesla und BYD ins Visier
VonPatrick Freiwah
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Elektroauto-Erfolg für Xiaomi: Der bekannte Smartphone-Hersteller aus China schreibt erstmals schwarze Zahlen – keine zwei Jahre nach dem Start seines Autogeschäfts.
Peking/München – Xiaomi hat es geschafft: Der Technologiekonzern, bislang vor allem für seine Smartphones bekannt, erreichte mit seiner Autosparte einen wichtigen Meilenstein. Für das dritte Quartal 2025 meldete der chinesische Hersteller erstmals einen Gewinn mit Elektroautos – und das weniger als zwei Jahre nach dem Start des ersten Modells.
Der Bereich „EV, KI und neue Initiativen“ von Xiaomi erzielte von Juli bis September einen Bruttogewinn von rund 98,5 Millionen US-Dollar. Die Umsätze in diesem Segment erreichten ein Rekordhoch von vier Milliarden US-Dollar – vor allem dank starker Nachfrage nach neuen Modellen und dem Ausbau des Geschäfts rund um E-Fahrzeuge.
Xiaomi-Autos: Elektromodelle, Gewinn und rasantes Wachstum
Mit der Limousine SU7 landete Xiaomi im März 2024 einen Volltreffer: Das elegante Auto überzeugte viele Käufer – im ersten Jahr wurden mehr als 130.000 Fahrzeuge verkauft. Das zweite Modell, der YU7, ist ein direkter Konkurrent zum Tesla Model Y und sorgte im Juni 2025 mit 240.000 Vorbestellungen innerhalb von 24 Stunden für Furore.
Trotz einzelner Rückschläge, wie einem tödlichen Unfall mit einem SU7, stiegen die Verkaufszahlen weiter. Im dritten Quartal 2025 lieferte Xiaomi über 100.000 Elektroautos aus – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen hat damit bewiesen, dass es nicht nur Smartphones, sondern auch Autos erfolgreich bauen und verkaufen kann.
Gewinn mit Elektroautos: Xiaomi gelingt, woran andere scheitern
Mit dem schnellen Sprung in die Gewinnzone hebt sich Xiaomi von vielen Wettbewerbern ab. Geld mit Elektroautos zu verdienen, daran scheitern bis dato andere Hersteller. Dazu würden Start-ups oft im sogenannten „Tal des Todes“ scheitern, erklärt das Portal BusinessInsider. Gemeint ist die frühe Phase, in der hohe Verluste und Unsicherheit dominieren.
Zum Vergleich: Tesla meldete erst fünf Jahre nach den ersten Auslieferungen ein profitables Quartal – und brauchte insgesamt zehn Jahre bis zum ersten Gewinn. BYD, Chinas größter Verkäufer von E-Autos, arbeitet schon länger profitabel, verkauft aber auch Verbrennermodelle und hat damit ein stabileres Geschäft. Xiaomi gehört nun zu den wenigen reinen EV-Herstellern, die profitabel wirtschaften.
Chinas-Hersteller setzen den internationalen Markt unter Druck
Dabei ist Xiaomi aktuell nicht der einzige chinesische Hersteller, der für Furore sorgt: Auch Leapmotor, Partner des Autobauers Stellantis, meldete zuletzt zwei profitable Quartale in Folge. BYD überholte Tesla derweil beim Umsatz und bleibt Marktführer in China.
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Der internationale Wettbewerb verschärft sich, und Xiaomi will weiter wachsen. Das Unternehmen hat jüngst zudem sein Auslieferungsziel für 2025 auf mehr als 400.000 Fahrzeuge erhöht. CEO Lei Jun bestätigte, dass das ursprüngliche Ziel von 350.000 Autos bereits erreicht wurde – und feierte vergangene Woche das 500.000ste produzierte Xiaomi-Auto.
Xiaomi auf Erfolgskurs: Herausforderungen und Chancen in Europa
Trotz der Erfolge steht Xiaomi vor neuen Herausforderungen. Eine weltweite Knappheit bei Speicherchips verteuert die Produktion, und die schrittweise Abschaffung von Steuervergünstigungen in China könnte die Nachfrage nach Elektroautos bremsen, berichtet wallstreetONLINE.
Xiaomi setzt daher auf Innovation, weitere E-Neuheiten und eine schnelle Skalierung. Mit frischen Ideen, technologischem Vorsprung und einem größeren Modellangebot will der Hersteller seine Position im chinesischen und internationalen Markt weiter stärken. Für 2027 ist der Europa-Start vorgesehen – in München wurde bereits ein Entwicklungszentrum eingerichtet. (PF)