VonPatrick Freiwahschließen
Der VW Tiguan ist mittlerweile das meistverkaufte Konzernmodell. Die Erwartungen an den Nachfolger für 2024 sind hoch. Alle Varianten haben Verbrenner an Bord.
Wolfsburg/München - Die Kernmarke von Volkswagen stellt innerhalb kurzer Zeit die zweite bedeutende Neuheit vor: Wurde kürzlich die nächste Generation der Kombi-Limousine Passat enthüllt, erscheint nun die dritte Generation eines weiteren Bestseller-Modells auf der Bildfläche: die neue Version des kompakten SUV-Verkaufsschlagers VW Tiguan. Die Erwartungen bei Volkswagen sind nicht ohne Grund riesig: Beinahe acht Millionen Tiguan-Modelle wurden seit Beginn im Jahr 2007 produziert, seit einigen Jahren handelt es sich um das weltweit meistverkaufte Modell der Marke Volkswagen und das konzernweit über alle Marken.
VW Tiguan 2024: Hybride stehen im Vordergrund - Reichweite bis 100 km
Zwar kursiert über dem Autosektor das E-Zeitalter, der VW Tiguan (2024) ist jedoch wie der Passat nicht als Elektroauto konzipiert. Stattdessen spielt bei den Motoren der Hybridantrieb eine übergeordnete Rolle. Das erfolgreiche Kompakt-SUV wird mit verschiedenen Plug-in-Hybriden (“eHybrid“) angeboten, bei den Reichweiten gibt es einen ordentlichen Sprung: Die Rede ist von bis zu 100 Kilometer rein elektrisch, auf Basis von WLTP. Beim 2020 überarbeiteten Vorgänger beträgt dieser Wert nur halb so viel. Die Optimierung resultiert mitunter auf einer Verdoppelung der Energiespeicher-Kapazität: Die Batterie ermöglicht nun 19,7 kWh statt vormals 10,6 kWh.
So taugt der VW Tiguan Hybrid mit seiner „Brückentechnologie“ also passabel, um auf Tuchfühlung mit einem Elektromotor und dem Thema Laden zu gehen. In den eHybrid-Varianten (es gibt zwei Stück) funktioniert das Laden per AC schneller als bisher (dreiphasig mit 11 Kilowatt statt 3,6 kW), zudem ist erstmalig auch in Serie Schnellladen (DC-Ladeleistung bis 50 kW) möglich. Den Verbrenner-Part übernimmt beim VW Tiguan Hybrid ein TSI-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum und zwei Leistungsstufen, gekoppelt mit einem Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Die PHEV-Antriebe kommen auf Systemleistungen von wahlweise 204 oder 272 PS.
VW-Tiguan-Motoren: Neben den Hybriden gibt es auch Diesel
Wem beim Tiguan ein Plug-in-Hybrid zu elektrisch ist, der kann bei den Motoren auf (fast) reinrassigen Verbrennerantrieb setzen: als „Mildhybrid“ haben die eTSI-Modelle wahlweise 130 oder 150 PS an Bord. Hier werkelt ebenfalls ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner unter der Motorhaube, unterstützt von einem 48-Volt-Startergenerator. Diese werden getoppt von zwei leistungsfähigeren Allradversionen mit 2,0-Liter-Turbobenziner und wahlweise 204 PS oder 265 PS. Dem Diesel hat VW beim neuen Tiguan nicht abgeschworen: Moderne, sparsame TDI-Motoren mit zwei Liter Hubraum (2.0 TDI) sorgen für dezente 150 oder 193 PS Vortrieb. Was dagegen mit dem Generationswechsel gewichen ist: die Möglichkeit der manuellen Sechsgang-Schaltung. Das Getriebe funktioniert ausschließlich anhand einer DSG-Schaltautomatik.
Bereits ab Herbst dieses Jahres soll der neue Tiguan bei VW in Wolfsburg vom Band laufen, der Marktstart ist für das erste Quartal 2024 anberaumt. In diesen turbulenten Zeiten war die Premiere von Generation drei des Bestseller-SUV bodenständig: Sie fand in Halle 11 des Stammwerks der Autostadt unter den Augen Tausender Mitarbeitender statt.
Das Design ist erwartungsgemäß eine moderne Weiterentwicklung (erkennbar mitunter am Lichtdesign) ohne bedeutende Umbrüche. Die Abmessungen haben sich bei der VW-Neuheit zwar kaum geändert, dafür das Kofferraumvolumen: Den Entwicklern gelang es, das Platzangebot im Heck (mit hochgeklappten Sitzen) um 37 auf 652 Liter zu erweitern.
VW zurück zu den Wurzeln? Bedienbarkeit soll sich bessern - Preise steigen
Der Hersteller nennt die Formgebung „charismatisch“, während „progressive Technologien“ an Bord sind. Hierbei handelt es sich um einen sensiblen Faktor: Autokunden sind heutzutage oft genervt von komplexer Elektronik durch überfordernde Hilfssysteme, deren Zuverlässigkeit dann und wann bröckelt. Käufer und Käuferinnen der vergangenen Jahre haben die Entwicklung im Innenraum hin zu Touch-Bedienflächen abgestraft, mit Kritik oder dem Abwandern zur Konkurrenz.
Volkswagen preist den Tiguan 2024 als innovativ mit „zahlreichen Hightech-Entwicklungen“ an. Zum einen sind damit Errungenschaften im Hinblick auf Fahrsicherheit gemeint. Das SUV in dritter Generation soll aber auch in der Bedienbarkeit besser sein. Tests und Sitzproben lassen darauf schließen, dass dies gelungen sein könnte. Mitunter fokussiere sich der Autobauer wieder mehr auf klassische Bedienelemente wie Knöpfe, Schalter und Wippen.
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Wie viel Geld lässt sich VW den neuen Tiguan kosten? Die Rendite der Kernmarke VW Pkw soll steigen, wenig verwunderlich werden mit dem Generationswechsel die Preise angezogen. Ist das aktuelle Tiguan Facelift ab knapp 33.000 Euro zu haben, soll der Basispreis des Nachfolgers Berichten zufolge bei 36.600 Euro liegen. Darüber hinaus gibt es drei weitere Ausstattungslinien (Life, Elegance, R-Line). Bei den Plug-in-Hybriden handelt es sich mutmaßlich um ein kostspieliges Vergnügen – hier stehen Preise ab 57.000 Euro im Raum.
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