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VW in China: Wie deutsche Politikerinnen dem Autobauer einen Bärendienst erweisen

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China ist für VW ein bedeutender Handelspartner, aus dem ein Großteil des Gewinns resultiert. Das politische Klima setzt den Autobauer jedoch unter Druck.

Wolfsburg/München – Das geopolitische Klima zwischen Deutschland, Europa und China ist in den vergangenen Monaten rauer geworden. Für den größten Autokonzern des hiesigen Kontinents stellt diese Entwicklung eine Bedrohung dar: Die Volkswagen Group China betreibt nicht weniger als 33 Produktionsstätten im Reich der Mitte, gemeinschaftlich mit lokalen Partnern. 

Die Einnahmen und damit auch Abhängigkeiten des Autobauers sind im Reich der Mitte enorm. Laut Wirtschaftswoche resultierte zuletzt rund ein Drittel der Konzerngewinne aus China. Vergangene Woche positionierten sich jedoch gleich zwei einflussreiche Politikerinnen aus Deutschland auf eine Weise, dass es die Strategie von VW torpediert, in der Volksrepublik zurück zu alter Stärke zu finden. Hintergrund ist die offenkundig zunehmende Gefahr von konkurrierenden Herstellern aus Asien.

VW und China: Deutsche Außenpolitik torpediert Handelsbeziehungen

Da wäre Außenministerin Annalena Baerbock, die unverhohlen verkündete, dass Chinas Staatschef Xi Jinping ein Diktator sei. Quasi zeitgleich stellte sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor die Mikrofone, um Subventionsuntersuchungen gegen China-Hersteller in die Wege zu leiten. Nicht zum ersten Mal trat die Grünen-Politikerin Baerbock mit drastischen Äußerungen über den „Systemrivalen“ in Erscheinung, ungeachtet der Verstrickungen zwischen deutscher und chinesischer Wirtschaft. 

Ist die politisch herbeigeführte Drohkulisse in diesem Maße berechtigt? Wenn die Weichen auf verhärtete Fronten stehen, bröckelt damit unweigerlich das Wohlergehen großer deutscher Unternehmen wie VW. Schon länger schlägt die deutsche Wirtschaft Alarm, angesichts der jüngeren Entwicklung und politischen Maßnahmen, die auf die Verstrickung mit China abzielen.

Außenministerin Annalena Baerbock bei einem Besuch von Volkswagen auf der IAA Mobility in München.

VW plant massive Sparmaßnahmen - Betriebsrat erwartet “perfekten Sturm”

Laut VW reichen die derzeitigen Einnahmen nicht für ein dauerhaftes Überleben, was zu konzernweiten Sparmaßnahmen führt. Dies wiederum – verknüpft mit einer höheren Renditeerwartung – sorgt intern für Brisanz. Betriebsratschefin Daniela Cavallo warnte aufgrund der Zielsetzung von 6,5 Prozent vor Auswirkungen auf die Belegschaft. Über Auszüge einer Stellungnahme im Intranet des Unternehmens berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Darin benennt die 48-Jährige offenbar mehrere Faktoren, welche die angespannte Lage bei Volkswagen verdeutlichen: Lieferengpässe, ein schleppender Elektro-Hochlauf, die Digitalisierung und neue Rivalen aus China. „Es ist hier schon der perfekte Sturm, auf den wir zusteuern. Aktuell erleben wir die Ruhe vor diesem Sturm. Wenn der Sturm losbricht, liebe Vorstandsmitglieder, dann brauchen wir alle Hände an Deck. Dann brauchen wir eine Team-Leistung, wie sie Volkswagen lange nicht gesehen hat.“

VW-Verkaufszahlen in China sinken - Rendite soll dennoch steigen

Cavallo zufolge müssten die VW-Manager deutlicher kommunizieren, wie der geplante Sparkurs des Herstellers konkret aussehe. Den Vorstand um Kernmarken-Chef Thomas Schäfer fordert sie auf: „Machen Sie es wie anständige Kapitäne! Stellen Sie sich vor ihre Leute und sagen Sie klipp und klar, was der Kurs sein soll. Und was uns auf dem Weg dorthin erwartet und was Sie erwarten.“ Dieses Anliegen dürfte bald in Erfüllung gehen: Im Herbst will der Konzern ein „überzeugendes Gesamtpaket“ im Rahmen eines Effizienzprogramms vorlegen.

IAA Mobility 2023 in München: 20 spannende Elektroautos und Studien der Hersteller

BYD Seal.
BYD Seal: Der größte chinesische Automobilbauer ist erst seit kurzem auf dem deutschen Markt vertreten. In München fährt man daher mit der vollen Kapelle auf. Neben den Modellen Tang, Han, Atto 3 und Dolphin gibt es auch den Seal zu bestaunen. Die von der Natur inspirierte Elektro-Limousine hat einen cW-Wert von 0,219 und soll bald in Deutschland starten. Die Reichweite liegt laut BYD bei bis zu 570 Kilometern. © Jaime Sainz de la Maza/BYD
BYD Seal U
BYD Seal U: Zusätzlich präsentieren die Chinesen auf der IAA Mobility auch noch ein vollelektrisches Kompakt-SUV. Mit dem SEAL U bläst BYD zum Angriff auf VW ID. 4 und Co. Die Reichweite fällt mit bis zu 500 Kilometern etwas geringer aus als bei der Limousine Seal. © BYD
Tesla Model 3
Tesla Model 3: Auch der US-Elektropionier hat sich auf den Weg nach München gemacht. Neben dem Model Y zeigen die Texaner auf der IAA Mobility auch das Facelift des Model 3. Das ist 1000 Euro teurer und soll bis zu 678 Kilometer schaffen. © Tesla
VW ID. GTI Concept.
VW ID. GTI Concept: Vom Model 3 zeigten sich die Wolfsburger auf Twitter (neuerdings X) beeindruckt. Zeitgleich versprach man aber etwa mit zur IAA zu bringen, das „noch etwas emotionaler ist“. Dieses etwas ist ein Ausblick auf die elektrische Zukunft für den GTI. Denn das Kürzel soll künftig auch auf Elektroautos von Volkswagen prangen. Eine Serienversion des ID. GTI Concept soll bis 2027 auf den Markt kommen.  © Ivo Hercik/Volkswagen
Audi Q6 e-tron
Audi Q6 e-tron: Über zwei Jahre mussten die Ingolstädter auf diesen Moment warten. So lange hatte man auf den Automessen dieser Welt kein neues Auto mehr gezeigt. Mit dem Prototyp des Q6 e-tron hat sich das nun geändert. Der Innenraum des Elektroautos auf PPE-Basis gibt aber schon einen Ausblick auf das Serienmodell. Auch die neue Software kommt bereits zum Einsatz. Damit Audi den Q6 e-tron präsentieren kann, muss aber Porsche warten bis man das Schwestermodell E-Macan zeigen darf. Natürlich zeigt Audi auch seine anderen Elektroautos, doch der Q6 e-tron ist das Messe-Highlight. © Audi
Cupra Dark Rebel
Cupra Dark Rebel: Apropos Highlight, das gibt es auch von einer anderen VW-Konzernmarke. Cupra präsentiert auf der IAA Mobility die Studie Dark Rebel. Was aussieht wie ein Auto aus einem Computerspiel, soll die Zukunftsvision der Marke verkörpern. Gut möglich also, dass der Seat-Ableger bald mit einem elektrischen Sportwagen um die Ecke kommt. © Cupra
CUPRA Tavascan.
Cupra Tavascan: Längst klar ist derweil, dass die Spanier ihr erstes Elektro-SUV auf den Markt bringen. Der Cupra Tavascan kommt 2024 auf den Markt. Vorgesehen sind bis zu 340 PS und eine Reichweite von bis zu 549 Kilometer. Als Konzept war der Elektro-SUV bereits auf der IAA 2019 zu sehen. Seine Weltpremiere feierte der Tavascan im Rahmen des E-Prix der Formel E in Berlin. © PanoramiC/Imago
VW ID.4
VW ID4: Ebenfalls auf der IAA zu sehen sind die überarbeiteten Versionen des ID.4 und ID.5. Optisch hat sich nicht viel getan, unterm Blechkeid dafür umso mehr. Die Technik wurde auf den neusten Stand gebracht und den GTX-Modellen mehr Leistung verpasst. Vieles wurde dabei vom ID.7 übernommen, den Volkswagen ebenfalls auf der IAA zeigt.  © Jan Dada/Volkswagen
Ford Explorer
Ford Explorer: In den USA ist der Explorer eines der beliebtesten Ford-Modelle. Vor allem aber ein riesiger SUV mit Verbrennungsmotor. Doch wie alle Hersteller setzten auch die Amerikaner vermehrt auf Elektroautos. Und somit wird der Explorer nun zum Elektroauto. Angeboten wird dieser jedoch nur in Europa. Er teilt sich die Plattform mit dem ID.4 und ID.5 von Volkswagen. Das Ford nicht davor zurückscheut, etablierte Namen für Elektroautos zu nutzen, hat man schon beim Mustang gezeigt. Den man auf der IAA auch in einer Rally-Version zeigt. Und auch den F-150 Lightning bringt Ford mit nach München. © Ford
Renault Scenic E-Tech Electric
Renault Scenic E-Tech Electric: Auch der Van der Franzosen kann sich dem Trend zum Elektroauto nicht entziehen. Und da sich SUVs besser verkaufen, rollt er künftig als solcher vom Band. Die Premiere des Scenic feierte Renault gleich zu Beginn der IAA Mobility. Die Batterie hat eine Kapazität von 87 kWh und soll eine WLTP-Reichweite von 620 Kilometern ermöglichen. Mit der kleineren 60-kWh-Batterie schafft der Stromer immer noch bis zu 420 Kilometer. Geplant sind zudem zwei Motorisierungen mit 170 oder 220 PS. © Renault
Mercedes-Benz Concept CLA Class
Mercedes Concept CLA Class: Die Stuttgarter warten in München ebenfalls mit einer spannenden Studie auf. Das Concept CLA Class soll „einen seriennahen Ausblick auf die künftige Fahrzeugfamilie für den Einstieg in die Marke Mercedes-Benz“ geben. Die Technologie übernimmt man dabei vom Vision EQXX. Im Innenraum sollen pflanzenbasierte und recycelte Alternativen für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Optisch fällt vor allem eines auf: Das von den EQ-Modellen gewohnte Black Panel an der Front ist Geschichte.  © Mercedes-Benz AG
Smart #3
Smart #3: Bei dem Joint-Venture von Mercedes und Geely geht die Neuausrichtung ebenfalls weiter. Mit dem #3 bringt Smart ein weiteres rein elektrisches Modell an den Start. Das Elektro-SUV-Coupé schafft es auf eine Reichweite von über 400 Kilometern und ist 13 Zentimeter länger als der Smart #1.  © Smart
Opel Corsa Electric.
Opel Corsa Electric: Bei den Rüsselsheimer stehen die Zeichen ebenfalls auf Elektromobilität. Das soll nicht zuletzt das neue, gestaltete Logo zeigen. Und weil neu bekanntlich immer besser ist, bekommt auch die nächste Corsa Generation einen neuen Namen. Das angehängte e hat ausgedient und wird durch ein Electric ersetzt. Der 156 PS starke Stromer soll bis zu 402 Kilometer schaffen und in 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen sein. © Opel
Opel Astra Sports Tourer
OpelfeiertdreiWeltpremierenaufderIAAMobility2023.jpg © Opel
Mini Cooper SE
Mini Cooper SE: Ab Anfang 2024 steht der kleine Stromer bei den Händlern. Auf der IAA Mobility in München ist der Mini Cooper schon jetzt zu sehen. Vorgesehen sind zwei Batteriegrößen: 40,7 (S) und 54,2 kWh (SE). Die Reichweite liegt bei 305 und 402 Kilometern. © Bernhard Filser/Mini
Mni Countryman SE
Mini Countryman SE: Wer etwas mehr Platz braucht, der kann zum SUV der BMW-Tochter greifen. Seinen eigenwilligen Charakter hat der Mini Countryman jedenfalls behalten. Die Reichweite liegt bei 433 (S) und 462 (SE) Kilometern. Bei den Händler steht der SUV wie sein kleiner Bruder ab 2024. © Bernhard Filser/MIni
BMW i5
BMW i5: Beim zweiten Heimspiel lässt sich BMW nicht lumpen und fährt die volle Kapelle auf. So wird den Besuchern der IAA Mobility etwa der BMW i5 präsentiert. Nach 477 oder 582 Kilometern – je nach Akku – muss der elektrische 5er wieder an die Ladesäule.  © Daniel Kraus/BMW
BMW i7 Protection
BMW i7 Protection: Zudem haben die Bayern noch ein besonderes Schmankerl mit auf die IAA Mobility gebracht: den BMW i7 Protection. Das gepanzerte Fahrzeug feiert auf die Automesse seine Premiere. Künftig könnte darin der bayrische Ministerpräsident Markus Söder Platz nehmen. © Uwe Fischer/BMW
BMW Vision Neue Klasse
BMW Vision Neue Klasse: Eine Automesse ohne Studie fühlt sich irgendwie falsch an. Entsprechend hat auch BMW einen mit zur IAA gebracht. Der BMW Vision Neue Klasse feiert in München Weltpremiere. Wie der Name verrät, gibt die Studie einen Ausblick auf die neue Plattform von der Münchner. Ausgestellt wird der BMW Vision Neue Klasse sowohl auf dem Messegelände als auch in der Innenstadt. © BMW
MG Cyberster.
MG Cyberster: Wer elektrisch und oben ohne fahren wollte, der suchte bisher meist vergeblich. Seit dem Ende des Tesla Roadster war dieses Segment eher stiefmütterlich behandelt worden. Mit dem MG Cyberster kommt die Rettung nun aus China. Ab 2024 ist das Cabrio in Deutschland verfügbar. Ganz billig wird das Vergnügen aber wohl nicht: rund 63.000 Euro soll der Roadster kosten. © MG Motor Deutschland

Inwieweit die Maßnahmen das Geschäft von VW in China betreffen, ist noch unklar. Ein weiteres Sinken der Verkaufszahlen soll jedoch verhindert werden. Volkswagen strebt für 2030 einen jährlichen Absatz von vier Millionen Autos an, wie der China-Chef des Herstellers (Ralf Brandstätter) 2023 kommunizierte. Gegenüber früheren Aussagen wurde das Ziel damit um beträchtliche zwei Millionen Modelle herabgestuft. (PF mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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