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Verdi ruft die Luftsicherheitskräfte an den einigen Flughäfen am Donnerstag zum Streik auf. Auch die Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf sind betroffen.
Köln – Flugpassagiere müssen sich an diesem Donnerstag (1. Februar) auf Flugausfälle und Verspätungen gefasst machen. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem bundesweiten Warnstreik der Luftsicherheitskräfte an den großen deutschen Flughäfen aufgerufen. Betroffen vom Streik sind laut Verdi unter anderem der Flughafen Köln/Bonn und der Flughafen Düsseldorf in NRW, heißt es in einer Mitteilung. Darüber hinaus wird auch an weiteren Flughäfen gestreikt. Am Freitag ruft Verdi zudem zu einem Warnstreik im ÖPNV auf, auch in NRW sind zahlreiche Verkehrsbetriebe betroffen.
Verdi ruft zu Streik an Flughäfen auf
►Wann? Donnerstag, 1. Februar 2024
Verdi ruft bundesweit zu Streiks an Flughäfen auf: Köln/Bonn, Düsseldorf und Frankfurt betroffen
Wie Verdi mitteilt, sind Beschäftigte im Luftsicherheitsbereich, die in der Fluggastkontrolle, in der Personen- und Warenkontrolle, in der Frachtkontrolle und in Servicebereichen tätig sind, am Donnerstag zum Streik aufgerufen. Beginnen soll der Streik am frühen Morgen. Gestreikt wird dabei an folgenden Flughäfen:
- Berlin
- Bremen
- Dresden
- Düsseldorf
- Erfurt
- Frankfurt
- Hamburg
- Hannover
- Köln/Bonn
- Leipzig
- Stuttgart
Streik am Flughafen Düsseldorf – Ausfälle und Verzögerungen möglich
Der Streik könnte Auswirkungen auf Passagiere haben, die am Donnerstag Reisen ab dem Flughafen Düsseldorf geplant haben. „Der Streik wird zu Beeinträchtigungen des Flugbetriebs führen“, teilt der Flughafen mit. „Passagiere müssen mit Verzögerungen und Flugstreichungen rechnen.“ Regulär geplant sind am Donnerstag 290 Starts und Landungen. Der Flughafen empfiehlt Reisenden, „sich bei ihrer Airline oder dem Reiseveranstalter zu erkundigen, ob ihr Flug wie geplant stattfindet“. Nach Gewerkschaftsangaben soll der Warnstreik am Flughafen Düsseldorf in der Personal- und Warenkontrolle gegen 0 Uhr starten, in der Fluggastkontrolle um gegen 3 Uhr.
Streik am Flughafen Köln – Ausfälle und Verzögerungen möglich
Laut Flughafen Köln/Bonn ist mit „erheblichen Beeinträchtigungen des Flugbetriebs“ zu rechnen. Auch mit Flugausfällen sei zu rechnen, teilt der Flughafen mit. Regulär geplant sind am Donnerstag insgesamt 103 Flüge, davon sind 52 Starts und 51 Landungen. „Passagiere, die für Donnerstag einen Flug von oder nach Köln/Bonn gebucht haben, werden gebeten, sich bei ihrer Airline oder ihrem Reiseveranstalter über den Status ihres Fluges zu informieren, bevor sie zum Flughafen anreisen.“ Am Flughafen Köln/Bonn soll der Warnstreik in der Personal- und Warenkontrolle bereits am späten Mittwochabend mit Beginn der Nachtschicht starten, in der Fluggastkontrolle um 0 Uhr, teilt die Gewerkschaft mit.
Verdi ruft Beschäftigte der Luftsicherheit zum Streik auf – Auswirkungen noch unklar
Vom Streikaufruf sind laut Verdi 25.000 Beschäftigte der Luftsicherheitsbranche betroffen. Diese kontrollieren an den Flughäfen Passagiere, Gepäck und Personal. Ohne sie können die Sicherheitsbereiche, wie etwa die Sicherheitskontrollen, nicht betrieben werden. Daher ist davon auszugehen, dass der Flugverkehr in weiten Teilen Deutschlands durch den Streik beeinflusst werden dürfte.
Verdi ruft zu bundesweitem Streik an Flughäfen auf – Tarifverhandlungen ohne Ergebnis
Grund für den angekündigten Streik sind die derzeitigen Tarifverhandlungen zwischen Verdi und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Verdi fordert 2,80 Euro mehr Lohn pro Stunde, höhere Funktionszulagen und Mehrarbeitszuschläge ab der ersten Überstunde bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. Damit soll der Kaufkraftverlust der Beschäftigten durch die Inflation ausgeglichen werden, so die Gewerkschaft.
Außerdem sprach Verdi von einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, die bereit sind, rund um die Uhr, an Wochenenden und an Feiertagen äußerst flexibel an den Flughäfen zu arbeiten. In drei Verhandlungsrunden gab es bislang zwischen den Parteien bisher keine Einigung. „Das Angebot ist völlig unzureichend, da es in keiner Weise die hohe Inflation der letzten beiden Jahre aufgreift“, so die Gewerkschaft. Weitere Gespräche sind laut Verdi am Dienstag (6. Februar) und Mittwoch (7. Februar) geplant.
Schon 2023 gab es Streiks an Flughäfen in Deutschland
Der Streik an den Flughäfen ist, reiht sich in eine Reihe von Streiks in der Verkehrsbranche ein. Zuletzt hatte es bei der Deutschen Bahn einen sechstägigen Streik der Lokführergewerkschaft GDL gegeben. Vom Verdi-Streik im ÖPNV sind in NRW auch Städte im Ruhrgebiet betroffen.
Den letzten Streik hatte es bei der Luftsicherheit an Flughäfen im März 2023 gegeben. Damals ging es in den Verhandlungen von Verdi um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, die in den vergangenen Jahren deutliche Lohnsteigerungen durchgesetzt hatten. Dieser Text wird laufend aktualisiert. (mo/jr mit dpa)
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