VonAmy Walkerschließen
Einmal im Jahr veröffentlicht die Deutsche Rentenversicherung ihren Rentenatlas mit allen aktuellen Daten zur Altersrente. Wie hoch fielen die Renten 2022 aus?
Berlin – Die durchschnittlichen Altersrenten steigen in Deutschland wieder leicht an. Wie aus dem aktuellen Rentenatlas der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht, beträgt die Durchschnittsrente zum 1. Juli 2023 in allen Bundesländern 1692 Euro (brutto). 2022 erhielten Rentenbeziehende in den neuen Bundesländern im Schnitt 1598 Euro, in den alten Ländern 1621 Euro. Im vergangenen Jahr waren Männer wie Frauen im Schnitt 64,4 Jahre alt, als sie den Ruhestand antraten.
Der Rentenatlas weist deutliche Unterschiede bei den Altersrenten in den Ländern auf. So lag die Durchschnittsrente im Saarland im vergangenen Jahr mit 1677 Euro über 200 Euro über der Rente in Thüringen (1427 Euro). Im Bundesschnitt betrug die Rente nach 35 Beitragsjahren im Schnitt 1550 Euro.
Rentenversicherung: 87,4 Milliarden Euro kamen 2022 vom Bund
Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Rentenversicherung (DRV) 395,2 Milliarden Euro ausgegeben, das meiste davon entfiel auf die Zahlung der Renten. Dem gegenüber standen 363,0 Milliarden Euro an Einnahmen. Davon stammten 275,65 Milliarden aus Beiträgen der Versicherten, die übrigen 87,4 Milliarden kamen aus Zuschüssen vom Bundeshaushalt. Ende 2021 waren 57 Millionen Menschen bei der DRV versichert.
Mit Blick auf die gezahlten Renten zeigen sich weiterhin die Trends: Im Westen erhalten die Ruheständler mehr Rente im Schnitt als im Osten, Männer bekommen mehr als Frauen. Ein Blick auf die Karte zeigt die Durchschnittsrenten in allen Ländern:
Begründet werden die hohen Renten im Saarland und NRW damit, dass viele Männer in diesen Bundesländern früher in gut bezahlten Bergbauberufen tätig waren. Auch in Ost-Berlin haben vor allem Männer hohen Renten bezogen: Das liege daran, dass diese Personen am meisten Ansprüche aus den Zusatz- und Sonderversorgungssystemen der DDR haben, so die DRV.
Frauen haben im Schnitt 1316 Euro an Altersrente erhalten, Männer hingegen 1728 Euro. Allerdings fällt dieser Unterschied niedriger im Osten als im Westen aus. In der ehemaligen DDR haben Frauen häufiger gearbeitet und auch weniger in Teilzeit – das zahlt sich jetzt bei ihren Renten aus.
Erwerbsminderungsrenten bleiben weiterhin niedrig
Die Erwerbsminderungsrenten sind in den vergangenen zehn Jahren zwar deutlich gestiegen – doch sie bleiben noch immer deutlich unter dem, was nach 35 Versicherungsjahren übrigbleibt. Im Schnitt erhielten Rentner und Rentnerinnen 1065 Euro Erwerbsminderungsrente. 2012 waren es 671 Euro im Durchschnitt. Die Erwerbsminderungsrente erhalten Personen, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr arbeiten können.
Im Rentenatlas wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass Rentner und Rentnerinnen heute deutlich länger leben als noch vor 20 oder 30 Jahren und deshalb auch länger Anspruch auf ihre Renten haben. 2022 haben Männer im Schnitt 18,8 Jahre lang ihre Altersrente bezogen, Frauen sogar 22,2 Jahre. Vor 20 Jahren lang der Schnitt bei Männern bei 14,0 Jahren, Frauen haben 19,3 Jahre lang eine Rente erhalten. Vor 40 Jahren, also 1982, haben Männer 10,8 Jahre und Frauen 13,5 Jahre lang eine Rente bezogen.
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