Höhere Beiträge zum 1. Juli

Steigende Krankenkassenbeiträge setzen Versicherte weiter unter Druck

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Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen nehmen weiter zu – mitten im Jahr. Millionen Versicherte stehen erneut vor höheren Belastungen.

Frankfurt – Die finanzielle Belastung für gesetzlich Krankenversicherte nimmt weiter zu. Immer mehr Krankenkassen erhöhen 2025 ihre Zusatzbeiträge – und das nicht nur zum Jahreswechsel, sondern auch im Laufe des Jahres. Während Versicherte auf sinkende Preise hoffen, bewegen sich die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung in die entgegengesetzte Richtung.

Zusatzbeiträge der Krankenkassen steigen

Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mitteilt, haben sechs weitere Krankenkassen zum 1. Juli eine Erhöhung ihrer Zusatzbeiträge beantragt. Zuvor hatten bereits acht Kassen seit Jahresbeginn ihre Beiträge angepasst – insgesamt 14 Anbieter haben damit innerhalb weniger Monate die Beiträge erhöht.

„Sollte es weder zu kurz- noch zu langfristigen Maßnahmen kommen, wäre ein weiterer Beitragsanstieg zum Jahreswechsel die Folge“, sagte Florian Lanz, der Sprecher des GKV-Verbands, der Rheinischen Post.

Diese Krankenkassen haben ihre Beiträge bereits erhöht

Zum Jahreswechsel hatten 59 gesetzliche Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge angehoben – darunter auch große Anbieter wie Barmer (17,89 Prozent), DAK (17,4 Prozent) oder Techniker Krankenkasse (17,05 Prozent). Auch die AOK Rheinland/Hamburg liegt mit 17,59 Prozent deutlich über dem allgemeinen Satz. Im Februar folgte die IKK Innovationskasse mit einem Gesamtbeitrag von 18,2 Prozent.

Für Versicherte wird es erneut teurer: Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge.

Weitere Erhöhungen gab es zum 1. April bei der BKK Verbund Plus, der Mhplus und der BKK 24. Am 1. Mai zog unter anderem die BKK Firmus nach, die ihren Satz auf 16,78 Prozent anhob, und die BKK Scheufelen erhöhte auf 18 Prozent, wie die Rheinische Post berichtet. Ein Blick auf die Beitragssätze zeigt große Unterschiede. Mit 19 Prozent ist die Knappschaft aktuell die teuerste gesetzliche Krankenkasse. Dagegen gilt die BKK Firmus trotz einer Erhöhung als bundesweit günstigster Anbieter. Welche Kassen konkret zum 1. Juli ihre Beiträge erhöhen wollen, ist wohl noch nicht bekannt.

Mehrkosten für Rentner durch höhere Zusatzbeiträge

Der Krankenkassenbeitrag besteht aus zwei Komponenten: dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent und dem Zusatzbeitrag, den jede Kasse individuell festlegt. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich den Gesamtbeitrag. Auch Rentner und die Rentenversicherung tragen ihn gemeinsam. Für Rentner mit Standardrente kann die weitere Erhöhung des Zusatzbeitrages zu Mehrkosten von bis zu 255 Euro pro Jahr führen, wieVerivox berichtet. 

Nur bei Betriebsrenten gibt es eine Ausnahme – hier müssen Versicherte den gesamten Beitrag allein übernehmen. Zwar existiert ein Freibetrag von 187,25 Euro monatlich, doch Klagen gegen diese Doppelbelastung blieben dem Bericht zufolge bislang erfolglos.

Bei Erhöhung der Krankenkassenbeiträge haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht

Eine Beitragserhöhung kann für Versicherte zum Anlass werden, sich nach einer günstigeren Krankenkasse umzusehen. In solchen Fällen greift ein Sonderkündigungsrecht – auch dann, wenn die reguläre Mindestbindungsfrist von zwölf Monaten noch nicht abgelaufen ist. Wer bereits länger bei seiner Kasse versichert ist, kann ohnehin jederzeit wechseln. Wichtig ist nur, die Frist einzuhalten: Der Wechsel wird jeweils zum Monatsende wirksam, frühestens jedoch nach zwei Monaten.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / Andreas Franke

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