Verlagerung ins Ausland

US-Konzern will an einzigem deutschen Standort Produktion schließen und massiv Stellen streichen

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US-Konzern GGB will die Produktion und die Logistik am einzigen Standort in Deutschland schließen. Mehr als die Hälfte der Belegschaft verliert ihren Job.

Heilbronn – In letzter Zeit häufen sich in Deutschland die Meldungen von Produktionseinstellungen. Der Technologiekonzern Bosch hat beispielsweise die Schließung der Produktion an zwei deutschen Standorten angekündigt und auch der US-Konzern GGB plant ähnliche Maßnahmen am einzigen Standort in Deutschland. GGB mit Hauptsitz in Thorofare im US-Bundesstaat New Jersey ist auf die Produktion von Gleitlagern für Branchen wie die Automobilindustrie oder die Medizintechnik spezialisiert und betreibt Standorte in mehreren Ländern.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Wie die Heilbronner Stimme jüngst in Bezug auf die IG Metall berichtete, will GGB am einzigen deutschen Standort in Heilbronn (Baden-Württemberg) aber die Produktion und die Logistik einstellen. Bleiben soll am Standort demnach lediglich der Vertrieb für den deutschen Markt, weshalb die Maßnahme auch mit dem Abbau von mehr als der Hälfte der dortigen Belegschaft einhergeht. Eine Thyssenkrupp-Tochter hat jüngst ebenfalls einen massiven Stellenabbau im Raum Heilbronn angekündigt.

GGB will Produktion und Logistik in Heilbronn schließen – 65 von 115 Mitarbeiter verlieren ihren Job

Erst im vergangenen Jahr hatte die GGB Heilbronn GmbH ihr 50-jähriges Betriebsjubiläum gefeiert; seit 1991 hat das Unternehmen seinen Sitz in den Böllinger Höfen in Heilbronn und beschäftigt derzeit rund 115 Mitarbeiter. Warum dort jetzt aber die Produktion und die Logistik geschlossen und an andere Standorte verlegt werden soll, teilte die Geschäftsleitung nach Angaben der IG Metall nicht mit. Angenommen werden kann aber, dass die Gründe auf der Kostenseite liegen, da die Produktion laut Unternehmenskreisen in die Slowakei und die Logistik nach Frankreich verlagert werden soll.

Name GGB GmbH
Gründung 1899
Sitz Thorofane, New Jersey, USA
Branche Automobilindustrie, Medizintechnik und weitere
Mitarbeiter 900

Die Stimme berichtet, dass im Werk Heilbronn erst kürzlich eine Phase der Kurzarbeit beendet wurde, die IG Metall spricht aber dennoch von einer „soliden wirtschaftlichen Lage“. Mit der Schließung von Produktion und Logistik, die demnach bereits am 14. Mai der Belegschaft mitgeteilt wurde, geht ein erheblicher Stellenabbau einher. Konkret sollen von den 115 Arbeitsplätzen in Heilbronn 65 gestrichen werden. „Diese Veränderung ist schwerwiegend“, bestätigte ein Unternehmenssprecher. „Sie ist aber notwendig, um unsere Abläufe zu rationalisieren.“

Weiterer Rückschlag für die Wirtschaft in Heilbronn: GGB will die dortige Produktion und die Logistik schließen.

IG Metall will gemeinsam mit den Beschäftigten für den Erhalt der Arbeitsplätze kämpfen

Die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm hatte bereits beim oben angesprochenen Stellenabbau von Thyssenkrupp Automotive Body Solutions angekündigt, um jeden Arbeitsplatz kämpfen zu wollen und will auch die Stellen bei GGB nicht kampflos aufgeben. „Die Beschäftigten sind wütend und bereit, gemeinsam mit der IG Metall für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu kämpfen“, erklärte demnach der zuständige Gewerkschaftssekretär Niklas Anner. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass Timken nie ehrliche Absichten mit GGB Heilbronn hatte, sondern von Anfang an nur auf die Marke und die Kundenbeziehungen aus war.“

Zuletzt hatte ein Elektro-Fahrzeugbauer aus dem Landkreis Heilbronn Insolvenz angemeldet.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Panthermedia

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