Thyssenkrupp-Tochter

Autozulieferer will an deutschen Standorten Stellen abbauen - jeder vierte Mitarbeiter betroffen

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Die Automotive-Tochter von Stahlkonzern Thyssenkrupp will an vier Standorten in Deutschland Stellen streichen. Betroffen sind bis zu 230 Mitarbeiter.

Heilbronn – Die Autoindustrie steckt in einer massiven Krise, und die Autozulieferer sind davon besonders betroffen. Nach dem Stellenabbau bei Großkonzernen wie der ZF Friedrichshafen will auch Thyssenkrupp Automotive Body Solutions, die zum Stahlkonzern Thyssenkrupp gehört, an vier Standorten in Deutschland Arbeitsplätze abbauen. Betroffen sind Standorte im Umkreis der Großstadt Heilbronn (Baden-Württemberg), wo der Autozulieferer seinen Sitz hat. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Autozulieferer den Abbau von rund 400 Stellen in Deutschland angekündigt.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Wie die Heilbronner Stimme auf Nachfrage erfuhr, sollen an den Thyssenkrupp-Standorten Heilbronn, Weinsberg, Leingarten (alle Landkreis Heilbronn) und Mühlacker (Enzkreis) bis zu 230 Stellen abgebaut werden. Da das Unternehmen an besagten Standorten insgesamt rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, betreffen die Sparmaßnahmen jeden vierten Arbeitsplatz. Thyssenkrupp hatte erst zu Beginn des Monats angekündigt, den Automotive-Standort Hagen schließen zu wollen.

Nachfragerückgang bei Thyssenkrupp Automotiv Body Solutions führt zu Stellenabbau im Raum Heilbronn

Thyssenkrupp Automotive Body Solutions beliefert die in der Region ansässigen Hersteller wie den Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche oder den Autobauer Audi am Standort Neckarsulm mit Karosserieteilen. Durch die derzeitige Schieflage der Unternehmen, Porsche hatte jüngst den Abbau von 1.900 Stellen allein im Raum Stuttgart angekündigt, haben auch die Zulieferer zu kämpfen. „Dies führt zu einer geringeren Nachfrage nach Karosserieteilen, was mehrere Standorte der Business Unit Thyssenkrupp Automotive Body Solutions im Raum Heilbronn betrifft“, sagte eine Sprecherin der Stimme.

Name Thyssenkrupp Automotive Body Solutions
Gründung 1. März 2021 aus der Teilung der thyssenkrupp System Engineering GmbH
SitzHeilbronn, Baden-Württemberg
Branche Automobilzulieferer
Mutterkonzern Thyssenkrupp AG
Mitarbeiter 2.200 weltweit

Der geplante Stellenabbau betrifft demnach sowohl indirekte als auch direkte Bereiche, hauptsächlich jedoch das Servicegeschäft im Anlagenservice und in geringerem Ausmaß den Service- und Verwaltungsbereich an den Standorten. Laut der Sprecherin soll die gesamte Geschäftseinheit profitabel aufgestellt und so die Zukunft der deutschen Standorte langfristig gesichert werden. Bei den Arbeitnehmervertretern kommt die Ankündigung aber wie zu erwarten alles andere als gut an.

Thyssenkrupp Automotive Body Solutions will an vier Standorten im Raum Heilbronn bis zu 230 Stellen abbauen (Symbolfoto).

IG Metall will um „jeden Arbeitsplatz“ bei Thyssenkrupp Automotive Body Solutions kämpfen

Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat werfen dem Autozulieferer mangelnde Transparenz in Bezug auf die Sparpläne vor. Die Beschäftigten der Thyssenkrupp Automotive Body Solutions hätten bereits in der Vergangenheit Zugeständnisse gemacht und Maßnahmen mitgetragen. Nun würden sie klare Perspektiven erwarten. Die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm kündigte zudem an, um „jeden Arbeitsplatz“ kämpfen zu wollen. Im vergangenen Jahr hatte auch der Mutterkonzern Thyssenkrupp einen massiven Stellenabbau in Deutschland angekündigt.

Rubriklistenbild: © Thyssenkrupp Automotive Technology

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