Von Julian Baumann
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Stellenabbau bei Thyssenkrupp: Die Automotive-Tochter des Stahlkonzerns baut Personal ab, wobei ein bereits angeschlagener Standort überproportional betroffen ist.
Heilbronn – Laut aktuellen Medienberichten könnte Deutschlands größtem und wichtigstem Stahlkonzern, der Thyssenkrupp AG, die Zerschlagung drohen , doch auch bei den Tochtersegmenten kriselt es seit einiger Zeit gewaltig. Der Autozulieferer Thyssenkrupp Automotive Body Solutions hatte vor wenigen Tagen angekündigt, an vier deutschen Standorten massiv Stellen abbauen zu wollen . Konkret sollen von den rund 1.000 Arbeitsplätzen des Unternehmens bis zu 230 abgebaut werden, was demnach jeden vierten Mitarbeiter betreffen würde.
Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg. © Marijan Murat/dpa Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind. © Christian Johner/dpa In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher? © Robert Bosch GmbH Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern. © Bernd Weißbrod/dpa Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908. Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim. ... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen. © Corporate Communication (MS/CC) Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind. Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz. © Felix Kästle/dpa Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt. Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt. © Felix Kästle/dpa Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf. Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg. © Uwe Anspach/dpa SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf. Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie. © Uwe Anspach/dpa Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600. Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf. © Jonas Walzberg/dpa Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck. Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt. © Bernd Weißbrod/dpa Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck. Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint. © Christoph Schmidt/dpa Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland. Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern. Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle. © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg. Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb. Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb. © Bernd Weißbrod/dpa Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen. Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen. © Marijan Murat/dpa Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim. Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa : Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg. Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt. © Uwe Anspach/dpa Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht. Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind. © Uwe Anspach/dpa Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg. Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten. © IMAGO/Udo Herrmann Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang. Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung. © Martin Schutt/dpa Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix. Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter. © Uwe Anspach/dpa Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts). Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte). ©
IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa Thyssenkrupp Automotive Body Solutions gehört als Geschäftsbereich zum Automotive-Segment von Thyssenkrupp und hat seinen Sitz in Heilbronn (Baden-Württemberg ). Im Umland der Großstadt am Neckar liegen auch die vier Standorte, die von dem angekündigten Stellenabbau betroffen sind. Konkret geht es um den Hauptsitz Heilbronn selbst, Weinsberg , Leingarten (beide Landkreis Heilbronn) und Mühlacker (Enzkreis). Nun steht fest, dass einer dieser Standorte ganz besonders stark von der Maßnahme betroffen sein wird.
Stellenabbau bei Thyssenkrupp Automotive Body Solutions – ein Standort besonders betroffen Wie die Pforzheimer Zeitung (PZ) berichtet, geht am Thyssenkrupp-Standort Mühlacker derzeit massiv die Angst um, da feststeht, dass das Werk mit rund 180 Mitarbeitern vor besonders drastischen Einschnitten steht. Laut dem Gewerkschaftssekretär Stefan Reiner von der IG Metall Heilbronn ist keiner der genannten Standorte so stark von dem Stellenabbau betroffen wie der in Mühlacker. In dem Werk werden Bauteile für den elektrischen Sportwagen Porsche Taycan produziert, bei dem der Stuttgarter Autobauer aber deutliche Absatzrückgänge verzeichnet.
Name Thyssenkrupp Automotive Body Solutions Gründung 1. März 2021 aus der Teilung der thyssenkrupp System Engineering GmbH Sitz Heilbronn, Baden-Württemberg Branche Automobilzulieferer Mutterkonzern Thyssenkrupp AG Mitarbeiter 2.200 weltweit
Aufgrund des schwächelnden Absatzes des Porsche Taycan ist auch das Werk von Thyssenkrupp Automotive Body Solutions in Mühlacker nicht ausgelastet. Laut der PZ gibt es deshalb am Standort bereits seit zwei Jahren Kurzarbeit , indem der ursprüngliche Dreischichtbetrieb auf eine Schicht gekürzt wurde. Der nun angekündigte Stellenabbau, der eben auch mit „stark gesunkenen Abrufzahlen“ begründet wird, ist demnach ein weiterer Schlag für die leidgeplagte Belegschaft.
Thyssenkrupp Automotive Body Solution hat einen Stellenabbau angekündigt, von dem ein Standort besonders stark betroffen sein wird. (Symbolfoto)
© Thyssenkrupp Automotive Technology
IG Metall hat Widerstand angekündigt und will um „jeden Arbeitsplatz“ kämpfen Die IG Metall und der Betriebsrat des Autozulieferers haben der Thyssenkrupp-Tochter bereits bei der Ankündigung des Sparprogramms mangelnde Transparenz vorgeworfen, und auch jetzt stehen konkrete Zahlen für die einzelnen Standorte nicht fest. Ungeachtet davon hat die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm aber bereits angekündigt, um „jeden Arbeitsplatz“ kämpfen zu wollen. Vor einem Monat hatte Thyssenkrupp wegen geringer Auslastung die Schließung eines deutschen Automotive-Standorts angekündigt, wovon rund 300 Mitarbeiter betroffen sind .
Rubriklistenbild: © Thyssenkrupp Automotive Technology