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Die Kosten für den Führerschein steigen stetig: Im Jahr 2023 erhöhten sie sich um 7,6 Prozent. Fahranfänger müssen immer häufiger bis zu 4500 Euro für ihre Fahrerlaubnis aufbringen. Der ADAC liefert verschiedene Erklärungen.
München – Der Erwerb des Führerscheins erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Laut dem TÜV-Verband erreichte die Zahl der Fahrprüfungen im vergangenen Jahr einen Rekordwert. Doch der Führerschein hat seinen Preis – und dieser wird immer teurer. Im Jahr 2023 sind die Kosten für den Führerschein um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Während es immer häufiger zur Normalität wird, bis zu 4500 Euro für die Führerscheinprüfung zu zahlen, nimmt die Anzahl der Fahranfänger, die weniger als 2500 Euro ausgeben, ab. Die Gründe für die erhöhten Kosten sind vielfältig und auch die Durchfallquoten tragen dazu bei.
Steigende Führerscheingebühren - So viel zahlten Fahranfänger im vergangenen Jahr
Der Führerschein wird immer teurer. Das stellte der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) in einer Umfrage unter 1100 Fahranfängern fest. So zahlten im letzten halben Jahr von 2023 nur ein kleiner Anteil von 21 Prozent weniger als 2500 Euro an. Gebühren. Vor drei bis vier Jahren waren es dabei noch knapp die Hälfte. Immer höher dagegen wird der Anteil an Fahranfängern, die zwischen 2500 und 3500 Euro zahlen - mit 45 Prozent. Rund 22 Prozent der Fahranfänger zahlt sogar bis zu 4500 Euro an Gebühren.
Dass die Preise für den Führerschein gestiegen sind, das zeigen auch Zahlen des Statistischen Bundesamts von Mitte August. Im vergangenen Jahr sind die Führerscheingebühren zum Vorjahr, um 7,6 Prozent gestiegen, im Jahr 2022 waren es sogar 10,8 Prozent. Ähnlich sehen die Zahlen für die Jahre zuvor aus. Die Verbraucherpreise wiederum sind im vergangenen Jahr nur um 5,9 Prozent gestiegen. Im Jahr 2022 lagen sie bei einer Preissteigerung von 6,9 Prozent. Der Preisanstieg bei Fahrschulen ist daher nicht ausschließlich auf eine Anpassung der Preise an die Inflationsraten zurückzuführen.
„Fahrschulen können die Preise für ihre Leistungen selbst bestimmen“, schreibt der ADAC in einer Mitteilung. Nur transparent müssen sie sich machen. Die erhöhten Führerscheingebühren erklärt der ADAC mit höheren Sprit-, Personal- und Fahrzeuganschaffungskosten. Aber auch zwischen dem Land und der Stadt können die Preise aufgrund von erhöhten Raummieten und Parkplatzpreisen steigen.
Dauer und Durchfallquoten gestiegen – 55 bis 77 Euro für eine 45-minütige Fahrstunde
Ein zusätzlicher Faktor ist die gestiegene Dauer bis zur Erlangung des Führerscheins in den letzten Jahren. Dies ist auf die zunehmend komplexe Verkehrssituation und den Mangel an Fahrlehrern zurückzuführen. Mehr benötigte Übungsfahrten führen zu höheren Kosten. Der ADAC rechnet für eine 45-minütige Fahrstunde zwischen 55 und 77 Euro. Dazu kommen die zwölf erforderlichen Sonderfahrten, die jeweils bis zu 95 Euro kosten. Zudem fällt für die Anmeldung zur praktischen Fahrprüfung eine Gebühr von 289 Euro an. Und wer einmal durchfällt, zahlt doppelt. Die Durchfallquote war 2023 sowohl in der Theorie als auch in der Praxis auf einem Rekordhoch, wie der TÜV-Verband berichtet. Etwa 30 Prozent der Prüflinge sind im vergangenen Jahr bei der praktischen Prüfung durchgefallen, was einen Anstieg von 4 Prozent bedeutet.
Um Kosten zu sparen, empfiehlt der ADAC, die Preise verschiedener Fahrschulen zu vergleichen. Der Trick mit der Führerscheinausbildung im Ausland funktioniert nicht, da die Fahrerlaubnis nur in dem Land erworben werden kann, in dem man mindestens 186 Tage im Jahr wohnhaft ist. Und andernfalls hilft nur früh anfangen zu sparen.
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