Kein Investor gefunden

Weiteres deutsches Traditionsunternehmen muss den Betrieb einstellen – alle Mitarbeiter gekündigt

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Ein weiteres Traditionsunternehmen übersteht die Insolvenz nicht. Da kein Investor gefunden werden konnte, wird der Geschäftsbetrieb eingestellt.

Stuttgart – In den vergangenen Monaten kam es immer wieder vor, dass Unternehmen nicht durch einen Investor oder eine andere Lösung aus der Insolvenz gerettet werden konnten. So ergeht es nun auch der 1928 gegründeten Störk Metallbearbeitung GmbH in Bad Saulgau (Kreis Ravensburg), die Anfang Juli den Weg in die Insolvenz antreten musste. Das Amtsgericht Ravensburg hatte das vorläufige Verfahren eröffnet und den Rechtsanwalt Michael Wahl von der bundesweit tätigen Kanzlei PLUTA zum vorläufigen Insolvenzverwalter berufen. Dieser leitete umgehend einen Investorenprozess ein, aber offenbar ohne Erfolg.

Diese 12 bekannten Unternehmen aus Baden-Württemberg gibt es nicht mehr

Eine Schlecker-Filiale im Jahr 2001.
Wer erinnert sich noch an Schlecker? Die Drogeriekette aus Ehningen (Donau) galt in der Hochphase als größte in ganz Europa.  © IMAGO/Enters
Eine ehemalige Schlecker-Filiale in Hamburg-St. Pauli.
Nach der Insolvenzanmeldung 2012 wurde die Kette zerschlagen und alle noch bestehenden Schlecker-Filialen geschlossen. © IMAGO/Jürgen Ritter
Der frühere Chef der Firma FlowTex, Manfred Schmider, sitzt am 14.01.2013 in Mannheim (Baden-Württemberg) im Gerichtssaal des Landgerichts.
Die Schlecker-Insolvenz schlug hohe Wellen und so auch der Skandal um die Firma Flowtex aus Ettlingen.  © Uwe Anspach/dpa
Akten zum FlowTex-Betrugsskandal stehen am Dienstag (26.07.2005) vor Beginn der Urteilsverkündung in einem Verhandlungssaal des Karlsruher Landgerichts.
Flowtex handelte auf betrügerische Weise mit Maschinen und verursachte einen Milliardenschaden. Im Jahr 2000 wurde die Firma aufgelöst. © Uli Deck/dpa
Jacken hängen an einer Kleiderstange.
Skandale und Insolvenzen sind aber nicht die einzigen Gründe für das Verschwinden von Unternehmen. (Symbolfoto) © IMAGO/Michael Bihlmayer
Verschiedene Dornier-Flugzeuge stehen am Dienstag (01.07.2009) im Dorniermuseum in Friedrichshafen am Bodensee.
Die Friedrichshafener Dornier-Werke wurden beispielsweise zum Teil in die EADS (heute Airbus SE) integriert.  © Patrick Seeger/dpa
Blick auf den Standort von Airbus Defence and Space in Immenstaad am Bodensee (Aufnahme mit Drohne).
Die militärische Luftfahrt, Raumfahrt, Wehr- und Systemtechnik von Dornier ist heute Teil von Airbus Defence and Space. © Felix Kästle/dpa
Die Feuerwehr-Geräte-Fabrik C. D. Magirus in Ulm (Ausschnitt aus einem Briefkopf)
Die Feuerwehr-Geräte und Nutzfahrzeugfabrik Magirus in Ulm wurde 1949 von Deutz übernommen und gehört heute zu Iveco.  © Stadtarchiv Ditzingen
Fahnen wehen am 20.03.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) vor dem Eingang des Motorenwerkes der Deutz AG.
Der Kölner Motorenbauer Deutz trägt bis heute das Logo von Magirus, ein als Silhouette des Ulmer Münsters stilisiertes M.  © Henning Kaiser/dpa
Die von Heinrich Siegle gegründete Farbenfabrik G. Siegle & Co. in Stuttgart um 1865.
Die bedeutende Stuttgarter Farbenfabrik G. Siegle & Co. GmbH fusionierte 1873 mit der BASF.  © Gemeinfrei
Das Firmenlogo vor der Hauptverwaltung des Mobilfunk-Zwischenhändlers Debitel in Stuttgart-Vaihingen (Archivfoto).
Die Stuttgarter Debitel AG ist seit 2008 Teil der Freenet AG. Das ursprüngliche Unternehmen wurde 2011 aufgelöst.  © Bernd Weißbrod/dpa
Die Schokoladenfabrik von Roth in der Bahnhofstraße in Stuttgart (heute Heilbronner Straße) im Jahr 1895 als Abbildung auf einem Briefkopf.
Apropos Stuttgart. Die Landeshauptstadt galt mit Unternehmen wie Roth (1841-1942) einst als bedeutende Schokohochburg.  © gemeinfrei
Schokolade der Marke Moser-Roth, die von Aldi vertrieben werden.
Die Handelsmarke Moser-Roth besteht bis heute, das ursprüngliche Unternehmen wurde aber 1942 aus politischen Gründen stillgelegt.  © IMAGO/Manfred Segerer
Frontansicht des ehemaligen Eszet-Werkgebäudes in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 2012.
Eine weitere bedeutende Schokoladenfabrik in Stuttgart war die Firma Eszet - Staengel & Ziller (1857-1975).  © Stephan Klage/Wikipedia/CC BY-SA 3.0
Eszet Schnitten in verschiedenen Geschmackrichtungen.
Das bekannteste Produkt, die Eszet-Schnitten, werden bis heute von Stollwerck hergestellt.  © IMAGO/Manfred Segerer
Ritter Sport Schokolade Schokoladentafel.
Von den Stuttgarter Schokoladenherstellern existiert heute nur noch Alfred Ritter, mit der Marke Ritter Sport.  © IMAGO/Markus Mainka
Luftbild, aus einem Flugzeug aufgenommen, vom der Innenstadt von Karlsruhe mit dem Schloss.
Nicht süß, aber nahrhaft war das ungesäuerte Brot, das die Matzenfabrik Strauss von 1863 bis 1936 in Karlsruhe herstellte.  © Uli Deck/dpa
Hinweisschild verweist im Karlsruher Stadtteil Neureut auf den früheren Standort der Matzenfabrik Strauß.
Die Firmengeschichte endete 1936, weil der letzte Besitzer, Semy Strauß, aufgrund der Bedrohung durch die Nationalsozialisten nach Palästina emigrierte.  © Chrischerf/Wikipedia/CC BY-SA 4.0
Porsche-Gründer Ferdinand Porsche in einem Sportwagen des Stuttgarter Autobauers.
Eine andere Firmengeschichte begann dagegen erst, weil die Nationalsozialisten von Ferdinand Porsche neben einem „Volkswagen“ auch einen „Volkstraktor“ wollten.  © Porsche/dpa
Ein Porsche-Traktor mit ZF-Getriebe in der historischen Sammlung der ZF Friedrichshafen AG.
Die Porsche-Diesel-Motorenbau GmbH stellte von 1956 bis 1963 in Friedrichshafen-Manzell Traktoren mit Dieselmotor her.  © Felix Kästle/dpa
Das Logo der Luxusautomobilmarke Maybach.
Mythos Maybach: Das ursprüngliche Unternehmen existierte von 1909 bis 1966. Erst in Bissingen (Enz), dann in Friedrichshafen.  © IMAGO/Mollenhauer
Maybach-Motorenproduktion im Daimler-Benz-Werk in Berline-Marienfelde.
1960 übernahm Daimler-Benz die Firma Maybach und vereinigte sie mit dem konzerneigenen Großmotorenbau.  © IMAGO/Eventpress Herrmann
Das Logo der MTU ist auf einer Zylinderkopfabdeckung der MTU-Baureihe 2000 angebracht, die gerade zusammenmontiert wird.
Seit 1969 ist die frühere Maybach-Motorenbau GmbH als MTU Friedrichshafen die Kernmarke von Rolls-Royce Power Systems.  © Felix Kästle/dpa
Der neue Mercedes-Maybach SL Monogram Series.
2002 reaktivierte DaimlerChrysler die Marke Maybach. Die Tradition wird seit 2014 unter der Marke Mercedes-Maybach fortgesetzt.  © Mercedes-Benz AG Communications
Das Logo des Autozulieferers Allgaier ist an einem Gebäude am Unternehmessitz zu sehen.
Der traditionsreiche Autozulieferer Allgaier Automotive soll nach einer Insolvenz Ende 2025 geschlossen werden.  © Marijan Murat/dpa

Wie die Schwäbische Zeitung nun von dem Sanierungsexperten erfahren hat, musste der Betrieb der Störk Metallbearbeitung GmbH bereits Ende Oktober eingestellt werden. Damit endete erneut eine fast einhundertjährige deutsche Firmengeschichte, nachdem erst vor einem Monat bekannt wurde, dass ein anderes Traditionsunternehmen nach 130 Jahren den Betrieb einstellen und alle Mitarbeiter kündigen muss. Dieser Schritt war auch in Bad Saulgau unvermeidbar.

Rund 175 Investoren angefragt, aber dennoch keine Lösung: Störk hat den Betrieb eingestellt

Wie viele Industrieunternehmen kämpfte auch Störk mit sinkenden Absatzzahlen bei zugleich steigenden Material- und Rohstoffkosten. Das führte in Kombination zu Liquiditätsproblemen und damit zur Insolvenzanmeldung. Die Gehälter der Mitarbeiter waren für drei Monate über das Insolvenzgeld abgedeckt und Michael Wahl führte den Betrieb während der Investorensuche weiter. Wie er gegenüber der Schwäbischen erklärte, seien in dieser Zeit rund 175 potenzielle Investoren angesprochen worden, eine konkrete Lösung konnte aber nicht gefunden werden.

Name Störk Metallbearbeitung GmbH
Gründung 1928
Sitz Bad Saulgau, Baden-Württemberg
Branche Metallverarbeitung
Mitarbeiter 48 (bei Insolvenzanmeldung), 25 (bei Betriebseinstellung)

Bei der Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens am 10. Juli hatte die Störk Metallbearbeitung GmbH noch 48 Mitarbeiter. Da viele nicht an eine Zukunft des Traditionsbetriebs glaubten, haben bis Ende Oktober rund die Hälfte der Angestellten das Unternehmen freiwillig verlassen. Da auch Schlüsselkräfte in Produktion und Vertrieb abwanderten, war eine Aufrechterhaltung des Betriebs nicht mehr möglich gewesen. Im Rahmen der Schließung erhielten die noch verbleibenden Mitarbeiter die Kündigung.

Mit der Störk Metallbearbeitung GmbH muss ein weiteres deutsches Traditionsunternehmen den Betrieb einstellen.

Störk Metallbearbeitung GmbH: Insolvenzverfahren wurde am 1. September eröffnet

Nach dem dreimonatigen vorläufigen Insolvenzverfahren eröffnete das Amtsgericht Ravensburg das offizielle Verfahren am 1. September und der Geschäftsbetrieb wurde Ende Oktober eingestellt. „In den vergangenen Monaten haben wir den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten“, erklärte Michael Wahl zusammenfassend. „Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen gibt es keine Alternative zur Betriebseinstellung. Viele Mitarbeiter haben neue Jobs gefunden.“ Jüngst wurde bekannt, dass auch ein Technikunternehmen im Zuge der Insolvenz den Betrieb einstellt. Für die Mitarbeiter geht es dennoch weiter.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Alexander Rochau

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