Weiteres deutsches Traditionsunternehmen muss den Betrieb einstellen – alle Mitarbeiter gekündigt
VonJulian Baumann
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Ein weiteres Traditionsunternehmen übersteht die Insolvenz nicht. Da kein Investor gefunden werden konnte, wird der Geschäftsbetrieb eingestellt.
Stuttgart – In den vergangenen Monaten kam es immer wieder vor, dass Unternehmen nicht durch einen Investor oder eine andere Lösung aus der Insolvenz gerettet werden konnten. So ergeht es nun auch der 1928 gegründeten Störk Metallbearbeitung GmbH in Bad Saulgau (Kreis Ravensburg), die Anfang Juli den Weg in die Insolvenz antreten musste. Das Amtsgericht Ravensburg hatte das vorläufige Verfahren eröffnet und den Rechtsanwalt Michael Wahl von der bundesweit tätigen Kanzlei PLUTA zum vorläufigen Insolvenzverwalter berufen. Dieser leitete umgehend einen Investorenprozess ein, aber offenbar ohne Erfolg.
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Rund 175 Investoren angefragt, aber dennoch keine Lösung: Störk hat den Betrieb eingestellt
Wie viele Industrieunternehmen kämpfte auch Störk mit sinkenden Absatzzahlen bei zugleich steigenden Material- und Rohstoffkosten. Das führte in Kombination zu Liquiditätsproblemen und damit zur Insolvenzanmeldung. Die Gehälter der Mitarbeiter waren für drei Monate über das Insolvenzgeld abgedeckt und Michael Wahl führte den Betrieb während der Investorensuche weiter. Wie er gegenüber der Schwäbischen erklärte, seien in dieser Zeit rund 175 potenzielle Investoren angesprochen worden, eine konkrete Lösung konnte aber nicht gefunden werden.
Bei der Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens am 10. Juli hatte die Störk Metallbearbeitung GmbH noch 48 Mitarbeiter. Da viele nicht an eine Zukunft des Traditionsbetriebs glaubten, haben bis Ende Oktober rund die Hälfte der Angestellten das Unternehmen freiwillig verlassen. Da auch Schlüsselkräfte in Produktion und Vertrieb abwanderten, war eine Aufrechterhaltung des Betriebs nicht mehr möglich gewesen. Im Rahmen der Schließung erhielten die noch verbleibenden Mitarbeiter die Kündigung.
Störk Metallbearbeitung GmbH: Insolvenzverfahren wurde am 1. September eröffnet
Nach dem dreimonatigen vorläufigen Insolvenzverfahren eröffnete das Amtsgericht Ravensburg das offizielle Verfahren am 1. September und der Geschäftsbetrieb wurde Ende Oktober eingestellt. „In den vergangenen Monaten haben wir den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten“, erklärte Michael Wahl zusammenfassend. „Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen gibt es keine Alternative zur Betriebseinstellung. Viele Mitarbeiter haben neue Jobs gefunden.“ Jüngst wurde bekannt, dass auch ein Technikunternehmen im Zuge der Insolvenz den Betrieb einstellt. Für die Mitarbeiter geht es dennoch weiter.