GDL-Bahnstreik heute – wie es danach weitergehen könnte
VonBenjamin Stroka
schließen
Bei der Deutschen Bahn wird es zu einem weiteren Streik der GDL kommen. Dieser soll 35 Stunden lang werden. Das kündigte GDL-Chef Claus Weselsky an.
Köln – Der nächste große Bahnstreik in Deutschland folgt schon in dieser Woche. Das kündigte die Lokführergewerkschaft GDL am Montag an. Demnach soll der Personenverkehr bei der Deutschen Bahn von Donnerstag, 2 Uhr, bis Freitag, 13 Uhr, bundesweit bestreikt werden. Der neue GDL-Streik wird also 35 Stunden dauern. Schon ab Mittwochabend (18 Uhr) soll zudem der Güterverkehr bestreikt werden.
Nächster GDL-Streik bei der Bahn
► Wann beginnt der Streik? Im Güterverkehr ab Mittwochabend (6. März), 18 Uhr. Im Personenverkehr ab Donnerstagnacht (7. März), 2 Uhr.
► Bis wann läuft der Streik? Bis Freitag (8. März), 13 Uhr.
Welche Auswirkungen hat der neue Bahnstreik?
Das ist noch nicht im Detail klar, aber erfahrungsgemäß drohen massive Ausfälle im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn. Allein in NRW dürften die meisten Züge ausfallen. Die Bahn wird wahrscheinlich versuchen, das mit einem Notfallfahrplan möglichst abzufedern.
Nach den klaren Worten von GDL-Chef Claus Weselsky, muss diese Frage mit „Ja“ beantwortet werden. Die GDL hat nicht nur bereits weitere Arbeitskämpfe angekündigt, Weselsky sprach von „Wellenstreiks“, sondern außerdem betont, dass sie „bei künftigen Streiks eine rechtzeitige Information der Reisenden“ nicht gewährleisten könne. Konkret heißt das: Weitere GDL-Streiks könnten auch mit weniger als 48 Stunden Vorlauf angekündigt werden.
Nach dem knapp fünftägigen Streik der GDL Ende Januar sah es zwischenzeitlich nach einer potenziellen Einigung aus. Bahn und GDL setzten sich Anfang Februar wieder an den Verhandlungstisch, verhandelten mehrere Wochen lang unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Doch dann folgte die nächste Eskalation: Am vergangenen Donnerstag sind die Verhandlungen gescheitert. Beide Seiten machen einander Vorwürfe.
„Es ist die GDL, die in dieser Tarifrunde bereits umfangreiche Zugeständnisse gemacht hat und es ist der Bahnvorstand, der sich keinen Millimeter bewegt und die GDL-Mitglieder in weitere Streiks treibt“, sagte Claus Weselsky am Montag. Die Bahn hatte zuvor von „enormen Zugeständnissen“ ihrerseits gesprochen und nannte ein Abbrechen der Verhandlungen durch die GDL „unfassbar“. Für eine schnelle Einigung im Tarifstreit spricht derzeit wieder kaum etwas. Bahnreisende müssen also wohl oder übel noch einige Zeit lang bezüglich weiterer Bahnstreiks bangen. (bs)