Donnerstag und Freitag

Neuer Lufthansa-Streik noch in dieser Woche – Ausfälle auch in NRW

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Erneut wird die Lufthansa an zwei Tagen bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi ruft am Donnerstag und Freitag zum Streik beim Lufthansa-Bodenpersonal auf.

Köln – Die Streikwelle rollt weiter: Nachdem die Gewerkschaft Verdi bereits neue ÖPNV-Streiks für Dienstag (5. März) und Mittwoch (6. März) in NRW angekündigt hatte, folgt nun auch ein erneuter Streikaufruf von Verdi bei der Lufthansa. Wieder wird das Bodenpersonal der Airline zum Warnstreik aufgerufen. Der Streik ist für Donnerstag (7. März) und Freitag (8. März) geplant, teilte Verdi am Montagmorgen mit.

Im Gegensatz zum jüngsten Verdi-Streik bei der Lufthansa, Ende letzter Woche, soll es diesmal auch wieder Auswirkungen auf den Passagierverkehr geben. So hat der Flughafen Düsseldorf inzwischen angekündigt, dass während des Streiks alle Lufthansa-Flüge nach München und Frankfurt annulliert wurden. Am Mittwochabend will die Lufthansa demnach noch einen Flug nach München durchführen. Am Donnerstag und Freitag gibt es dann aber auch in Düsseldorf Ausfälle bei der Airline. Konkrete Ausfälle am Flughafen Köln/Bonn wurden bislang noch nicht mitgeteilt.

Neuer Lufthansa-Streik – wichtigste Daten

Wann beginnt der Streik? Donnerstag, 7. März 2024, ab 4:00 Uhr

Wann endet der Streik? Samstag, 9. März 2024, um 7:10 Uhr

Wer wird zum Streik aufgerufen? Das Bodenpersonal der Lufthansa.

Welche Auswirkungen hat der Streik? Viele Lufthansa-Flüge werden voraussichtlich annulliert. Am Flughafen Düsseldorf fallen Lufthansa-Flüge nach München und Frankfurt aus.

Überraschender Platz 1: Das waren die längsten Streiks in Deutschland

KVB-Bahnen stehen still, dazwischen ein Banner mit „Wir sind es wert“
Ende Februar bis Anfang März 2024 sorgte eine große Streikwelle im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) über sechs Tage deutschlandweit für viele Ausfälle. Damit war der Verdi-Arbeitskampf insgesamt einer der längeren in der Branche. © Christoph Hardt/Imago
Ein leerer Hauptbahnhof München durch den GDL-Bahnstreik am 5. Mai 2015.
Durch den vorzeitigen Abbruch im Januar 2024 bleibt der GDL-Arbeitskampf vom Mai 2015 der längste Streik bei der Deutschen Bahn. Über fünf Tage lang war der Verkehr der Deutschen Bahn größtenteils lahmgelegt. Genauer gesagt fuhren im Personenverkehr 127 Stunden lang und im Güterverkehr sogar 138 Stunden lang kaum noch Züge. © Michael Westermann/Imago
Streikende anlässlich eines Protestes der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr. (21.05.1992)
Ende April bis Anfang Mai 1992 fanden sowohl im ÖPNV als auch bei der damals noch Deutschen Bundesbahn die bisher längsten Arbeitskämpfe auf der Schiene statt. Zwölf Tage am Stück gab es deutschlandweit massive Ausfälle bei allen Bussen, Straßenbahnen und anderen Zügen. Ausgangspunkt waren die damaligen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, denen sich auch die Bahngewerkschaften angeschlossen hatten. Der unbefristete Streik endet mit 5,4 Prozent höherem Einkommen für alle sowie mehr Urlaubsgeld. Im Vergleich zu manch anderer Branche war das aber eigentlich ein eher kürzerer Streik, wie schon das nächste Beispiel zeigt. © bonn-sequenz/Imago
Ärzte aus ganz Deutschland demonstrieren in Leipzig für mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen
Am 1. März 2006 legten Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern in ganz Deutschland ihre Arbeit nieder. Über 13 Wochen kämpften sie für einen eigenständigen Tarifvertrag zu Gehältern, Arbeitszeit und Arbeitszeitbedingungen. Nach 107 Tagen Streik einigte man sich am 16. Juni 2006 auf den ersten Ärztetarifvertrag überhaupt. © momentphoto/Bonss/Imago
Teilnehmer einer Demonstration des öffentlichen Dienstes in München
Parallel zur Ärzteschaft gab es 2006 auch einen langen Streik im öffentliche Dienst der Länder. Dabei ging es um ein neues Tarifrecht und vor allem die Verhinderung längerer Wochenarbeitszeiten. Erst nach 113 Tagen, also rund 16 Wochen, konnten sich Gewerkschaft und Bundesländer einigen. © Lindenthaler/Imago
Streikende bei einer Demo der IG Metall.
Einer der wegweisendensten Streiks in der Metallindustrie begann im Oktober 1956 in Schleswig-Holsten. Beim 114-tägigen (rund 16 Wochen) Arbeitskampf setzte die IG Metall die Fünftagewoche und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch für Arbeiter durch. © IG Metall
Streik der IG Druck und Papier vor der Bundesdruckerei
1994 gingen die Beschäftigten der Druckindustrie in einen langen Streik. Nach 117 Tagen, also fast 17 Wochen, Arbeitskampf erzielte die Verdi-Vorläufergewerkschaft IG Druck zwei Prozent höhere Löhne. Etwa zehn Jahre zuvor hatten die Drucker bereits 87 Tage vergeblich für die 35-Stunden-Woche gestreikt. (Symbolbild)  © Sven Simon/Imago
Streikende stehen mit einem Transparent mit der Aufschrift „Wir machen Wind bei Vestas! Tarifverträge Jetzt!“ auf dem Kapstadtring in der City Nord.
Ganze 123 Tage, also über 17 Wochen, dauerte der Tarifstreit der IG Metall mit der deutschen Tochter des dänischen Windanlagenbauers Vestas. Obwohl nur wenige Beschäftigte an dem Arbeitskampf im Jahr 2023 beteiligt waren, war er dennoch erfolgreich. Es gab 5,4 Prozent mehr Lohn, eine Inflationsausgleichsprämie von 2750 Euro und Altersteilzeit. © Georg Wendt/dpa
DGB-Chef Sommer unterstützt Streikende von Gate Gourmet am Flughafen Düsseldorf (01.12.2005).
Rund 80 Beschäftigte legten von Ende 2005 bis 2006 beim Airline-Caterer „Gate Gourmet“ ihre Arbeit nieder. Insgesamt dauerte der Streik 26 Wochen, also rund sechs Monate. Unterstützung gab es unter anderem vom damaligen Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer (mittig). (Archivbild) © Felix Heyder/dpa
Sprengung in einem Granitsteinbruch in Hauzenberg.
301 Tage dauerte der längste Branchenstreik in Deutschland. 1991 und 1992 traten etwa 260 Arbeiter der Granitindustrie im Bayerischen Wald in den fast einjährigen Ausstand. Der regionale Konflikt um die Bewertung von Akkordlöhnen erhielt bundesweit aber kaum Aufmerksamkeit. (Symbolbild) © imagebroker/Bahnmüller
Streik und Fabrikbesetzung bei Seibel 1975 DEU, Deutschland, Erwitte
Der längste Arbeitskampf in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen fand 1975 bis 1976 in Erwitte statt. Wegen drohender Kündigungen traten rund 150 Beschäftigte des Zementwerks Seibel & Söhne im März 1975 in einen Ausstand. Da dieser nicht von der Gewerkschaft getragen wurde, handelte es sich um einen „wilden Streik“, der letztlich 449 Tage andauerte. Der Fabrikant verweigerte die damals für Juni 1976 vereinbarte Wiederaufnahme der Arbeit. Weshalb die Produktion anschließend vor allem mit neuen Arbeitern weiterging. © Klaus Rose/Imago
Streikende Pflegekräfte vor der Asklepios-Klinik in Seesen.
Der wohl längste Streik in der deutschen Geschichte fand von 2019 bis 2020 an der Asklepios-Klinik in Seesen (Niedersachsen) statt. Über 66 Wochen, also rund 15 Monate, kämpften Pflegekräfte und Therapeuten für einen Tarifvertrag. Einen Haken hat der Rekord dann doch: Wegen der angespannten Corona-Lage wurde der Streik über Monate ausgesetzt. Letztlich ging er aber erst Ende 2020 richtig zu Ende. © Ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen

Worum geht es beim neuen Lufthansa-Streik?

Am Donnerstag und Freitag werden voraussichtlich viele Lufthansa-Flüge streikbedingt ausfallen (Symbolbild).

Verdi verhandelt aktuell mit der Lufthansa für rund 25.000 Beschäftigte des Bodenpersonals. Es geht unter anderem um mehr Geld. So fordert Verdi für das Bodenpersonal 12,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 500 Euro mehr pro Monat. „Es ist niemanden vermittelbar, dass dieser Konzern diese Woche ein Rekordjahresergebnis verkünden wird, die Boni für Vorstände ordentlich anhebt und Beschäftigte am Boden mit Stundenlöhnen von teils 13 Euro nicht einmal mehr wissen, wie sie in den teuersten Städten Deutschlands über die Runden kommen sollen“, klagte Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky.

Der Gewerkschaft zufolge seien die Verhandlungen zuletzt ins Stocken geraten. Die Lufthansa habe bei den zweitägigen Verhandlungen am 21. und 22. Februar ihr Angebot „lediglich an zwei Stellen verbessert“, heißt es von Verdi. Von einer Einigung sind beide Seiten daher noch deutlich entfernt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 13. und 14. März angesetzt. Verdi möchte vor diesen Gesprächen den Druck mit neuen Streiks nochmal deutlich erhöhen. Weitere Informationen folgen. (bs)

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago

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