Von Mick Oberbusch
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Auch heute (Mittwoch, 6. März) wird in NRW erneut der ÖPNV bestreikt. Zwei Tage lang hat das Auswirkungen auf Bus und Bahn. Alle Infos im Überblick.
Köln – Als Menschen in NRW am Freitag (1. März) aufgrund eines ÖPNV-Streiks nicht auf Bus und Bahn zurückgreifen konnten, dürften sie sich sicher darauf gefreut haben, in der kommenden Woche wieder mit dem öffentlichen Nahverkehr von A nach B zu kommen. Dieser Vorfreude macht Verdi nun jedoch einen Strich durch die Rechnung. „Nachdem zuletzt am 29. Februar und 1. März landesweit Beschäftigte des Nahverkehrs die Arbeit niedergelegt haben, ruft Verdi nun erneut zu zweitägigen Warnstreiks auf. Am Dienstag und Mittwoch (5./6. März) stehen landesweit zahlreiche Busse und Bahnen ganztägig still“, so die Gewerkschaft.
Nächster Verdi-Streik im ÖPNV am 5. und 6. März – welche Verkehrsbetriebe betroffen sind Verdi ruft in zahlreichen Städten erneut zum Streik im ÖPNV auf. (Symbolbild)
© Christoph Hardt/Panama Pictures/Imago
Damit sind neben der KVB in Köln, die am 5. und 6. März ebenfalls bestreikt wird , auch etliche weitere Nahverkehrsunternehmen an diesen Tagen zum Streik aufgerufen. Unter anderem ist auch die Rheinbahn vom Streik am 5. und 6. März betroffen . Das hat zur Folge, dass an beiden Tagen in vielen Städten von NRW Busse und Bahnen nicht fahren werden. Betroffen ist unter anderem der ÖPNV in den Städten Köln und Düsseldorf . Auch im Ruhrgebiet wird gestreikt , ähnlich wie in Wuppertal, Solingen und Remscheid , berichtet wa.de. Folgende Nahverkehrsunternehmen wurden von Verdi zum Streik in der kommenden Woche aufgerufen:
Duisburger Verkehrsgesellschaft Aktiengesellschaft (Duisburg ) Rheinbahn AG (Düsseldorf) WSW mobil GmbH (Wuppertal ) Stadtwerke Solingen GmbH (Solingen) Stadtwerke Remscheid GmbH (Remscheid) Bahnen der Stadt Monheim GmbH (Monheim) MVG Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH (Lüdenscheid) Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr mbH (Ennepetal) Hagener Straßenbahn Aktiengesellschaft (Hagen) KVB Kölner Verkehrs-Betriebe Aktiengesellschaft (Köln)Stadtwerke Bonn GmbH (SWB) – Bonn Stadtwerke Bonn Dienstleistungs-GmbH (SWBD) – Bonn Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH (SWBV) – Bonn wupsi GmbH (Leverkusen ) WestVerkehr GmbH (Geilenkirchen) Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH (BTG) – Düren Niederrheinische Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft NIAG (Moers) SWK Mobil GmbH (Krefeld) NEW mobil und aktiv Mönchengladbach GmbH (Mönchengladbach) NEW mobil und aktiv Viersen GmbH (Viersen) Dortmunder Stadtwerke Aktiengesellschaft (Dortmund ) Vestische Straßenbahnen GmbH (Herten) Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen Aktiengesellschaft (Bochum) Ruhrbahn GmbH (Essen) STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH (Oberhausen) Straßenbahn Herne - Castrop-Rauxel GmbH (Herne) Stadtwerke Hamm GmbH (Hamm) Verkehrsbetrieb Hamm GmbH (Hamm) Stadtwerke Gütersloh GmbH (Gütersloh) Stadtwerke Münster GmbH (Münster) REVG Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft mbH (Kerpen ) moBiel GmbH (Bielefeld ) Überraschender Platz 1: Das waren die längsten Streiks in Deutschland Ende Februar bis Anfang März 2024 sorgte eine große Streikwelle im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) über sechs Tage deutschlandweit für viele Ausfälle. Damit war der Verdi-Arbeitskampf insgesamt einer der längeren in der Branche. © Christoph Hardt/Imago Durch den vorzeitigen Abbruch im Januar 2024 bleibt der GDL-Arbeitskampf vom Mai 2015 der längste Streik bei der Deutschen Bahn. Über fünf Tage lang war der Verkehr der Deutschen Bahn größtenteils lahmgelegt. Genauer gesagt fuhren im Personenverkehr 127 Stunden lang und im Güterverkehr sogar 138 Stunden lang kaum noch Züge. © Michael Westermann/Imago Ende April bis Anfang Mai 1992 fanden sowohl im ÖPNV als auch bei der damals noch Deutschen Bundesbahn die bisher längsten Arbeitskämpfe auf der Schiene statt. Zwölf Tage am Stück gab es deutschlandweit massive Ausfälle bei allen Bussen, Straßenbahnen und anderen Zügen. Ausgangspunkt waren die damaligen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, denen sich auch die Bahngewerkschaften angeschlossen hatten. Der unbefristete Streik endet mit 5,4 Prozent höherem Einkommen für alle sowie mehr Urlaubsgeld. Im Vergleich zu manch anderer Branche war das aber eigentlich ein eher kürzerer Streik, wie schon das nächste Beispiel zeigt. © bonn-sequenz/Imago Am 1. März 2006 legten Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern in ganz Deutschland ihre Arbeit nieder. Über 13 Wochen kämpften sie für einen eigenständigen Tarifvertrag zu Gehältern, Arbeitszeit und Arbeitszeitbedingungen. Nach 107 Tagen Streik einigte man sich am 16. Juni 2006 auf den ersten Ärztetarifvertrag überhaupt. © momentphoto/Bonss/Imago Teilnehmer einer Demonstration des öffentlichen Dienstes in München Parallel zur Ärzteschaft gab es 2006 auch einen langen Streik im öffentliche Dienst der Länder. Dabei ging es um ein neues Tarifrecht und vor allem die Verhinderung längerer Wochenarbeitszeiten. Erst nach 113 Tagen, also rund 16 Wochen, konnten sich Gewerkschaft und Bundesländer einigen. © Lindenthaler/Imago Streikende bei einer Demo der IG Metall. Einer der wegweisendensten Streiks in der Metallindustrie begann im Oktober 1956 in Schleswig-Holsten. Beim 114-tägigen (rund 16 Wochen) Arbeitskampf setzte die IG Metall die Fünftagewoche und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch für Arbeiter durch. © IG Metall Streik der IG Druck und Papier vor der Bundesdruckerei 1994 gingen die Beschäftigten der Druckindustrie in einen langen Streik. Nach 117 Tagen, also fast 17 Wochen, Arbeitskampf erzielte die Verdi-Vorläufergewerkschaft IG Druck zwei Prozent höhere Löhne. Etwa zehn Jahre zuvor hatten die Drucker bereits 87 Tage vergeblich für die 35-Stunden-Woche gestreikt. (Symbolbild) © Sven Simon/Imago Streikende stehen mit einem Transparent mit der Aufschrift „Wir machen Wind bei Vestas! Tarifverträge Jetzt!“ auf dem Kapstadtring in der City Nord. Ganze 123 Tage, also über 17 Wochen, dauerte der Tarifstreit der IG Metall mit der deutschen Tochter des dänischen Windanlagenbauers Vestas. Obwohl nur wenige Beschäftigte an dem Arbeitskampf im Jahr 2023 beteiligt waren, war er dennoch erfolgreich. Es gab 5,4 Prozent mehr Lohn, eine Inflationsausgleichsprämie von 2750 Euro und Altersteilzeit. © Georg Wendt/dpa DGB-Chef Sommer unterstützt Streikende von Gate Gourmet am Flughafen Düsseldorf (01.12.2005). Rund 80 Beschäftigte legten von Ende 2005 bis 2006 beim Airline-Caterer „Gate Gourmet“ ihre Arbeit nieder. Insgesamt dauerte der Streik 26 Wochen, also rund sechs Monate. Unterstützung gab es unter anderem vom damaligen Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer (mittig). (Archivbild) © Felix Heyder/dpa Sprengung in einem Granitsteinbruch in Hauzenberg. 301 Tage dauerte der längste Branchenstreik in Deutschland. 1991 und 1992 traten etwa 260 Arbeiter der Granitindustrie im Bayerischen Wald in den fast einjährigen Ausstand. Der regionale Konflikt um die Bewertung von Akkordlöhnen erhielt bundesweit aber kaum Aufmerksamkeit. (Symbolbild) © imagebroker/Bahnmüller
Streik und Fabrikbesetzung bei Seibel 1975 DEU, Deutschland, Erwitte Der längste Arbeitskampf in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen fand 1975 bis 1976 in Erwitte statt. Wegen drohender Kündigungen traten rund 150 Beschäftigte des Zementwerks Seibel & Söhne im März 1975 in einen Ausstand. Da dieser nicht von der Gewerkschaft getragen wurde, handelte es sich um einen „wilden Streik“, der letztlich 449 Tage andauerte. Der Fabrikant verweigerte die damals für Juni 1976 vereinbarte Wiederaufnahme der Arbeit. Weshalb die Produktion anschließend vor allem mit neuen Arbeitern weiterging. © Klaus Rose/Imago Streikende Pflegekräfte vor der Asklepios-Klinik in Seesen. Der wohl längste Streik in der deutschen Geschichte fand von 2019 bis 2020 an der Asklepios-Klinik in Seesen (Niedersachsen) statt. Über 66 Wochen, also rund 15 Monate, kämpften Pflegekräfte und Therapeuten für einen Tarifvertrag. Einen Haken hat der Rekord dann doch: Wegen der angespannten Corona-Lage wurde der Streik über Monate ausgesetzt. Letztlich ging er aber erst Ende 2020 richtig zu Ende. © Ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen Nächster ÖPNV-Streik am Dienstag und Mittwoch – was die Gewerkschaft fordert Entlastungstage für alle Beschäftigten im ÖPNV Identischer Ort für Arbeitsbeginn und -ende Zulage ab dem 1. Tag bei vorübergehender Übertragung höherwertiger Tätigkeiten Schicht- und Wechselschichtzulage für den Fahrdienst 100 Prozent Jahressonderzahlung Überstunden ab der 1. Minute und in der individuellen Stufe ohne Abzug Zulage für Vorhandwerker / Gruppenführer / Teamleiter nach individueller Stufe Der Streik hat am 5. März um 3 Uhr morgens begonnen und soll 48 Stunden andauern. Damit rollen die Bahnen und Busse im ÖPNV in NRW erst am Donnerstag, 7. März, wieder an. In den laufenden Tarifverhandlungen fordert Verdi unter anderem Entlastungstage für alle Beschäftigten im ÖPNV, 100 Prozent Jahressonderzahlung und weitere Verbesserungen für die Arbeitskräfte. Die Verhandlungen werden am 11./12. März in Dortmund in dritter Runde fortgesetzt. Übrigens: Auch neue Streiks bei der Deutschen Bahn könnten in näherer Zukunft drohen. Dieser Text wird laufend aktualisiert.
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