- VonMax Schäferschließen
„Mehr Kapitalismus“ wagen, fordert der Merz-Vertraute Martin Blessing. Innovationen und „kreative Zerstörung“ seien der Weg für mehr Aufschwung.
Frankfurt – „Mehr Kapitalismus wagen“ gegen die wirtschaftliche Stagnation: Das forderte Martin Blessing, Investitionsbeauftragter von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), bei der IPO Night der Weimer Media Group in Zusammenarbeit mit der Deutschen Börse am Mittwoch, den 22. Oktober. Deutschland sei wirtschaftlich sehr erfolgreich gewesen, habe es sich darin jedoch bequem gemacht, so der frühere Vorstandsvorsitzende der Commerzbank vor der versammelten Hochfinanz im Frankfurter Städel Museum. Der Mut für Investitionen habe gefehlt.
„Wir regulieren zu viel, lassen Brüssel zu viel regulieren“, erklärte Blessing eines der Probleme der deutschen Wirtschaft. Dagegen werde zu wenig in „Infrastruktur, Bildung und Zukunftstechnologien“ investiert. Deutschland müsse seine Attraktivität als Investitionsstandort deutlich erhöhen, so die Forderung des Merz-Vertrauten. Die Rahmenbedingungen seien noch gut, doch Deutschland falle zurück.
Merz-Beauftragter fordert mehr Marktwirtschaft – statt Umverteilung
„Wir leben von der Substanz, weil wir mehr umverteilen, als wir erwirtschaften“, sagte Blessing. Doch im Begriff „soziale Marktwirtschaft“ sei „sozial klein und ‚Marktwirtschaft‘ großgeschrieben“, erklärte Blessing bei der Veranstaltung der Gastgeber Christiane Goetz-Weimer und Börsen-Chef Stephan Leithner.
„Wir können das Ruder herumreißen“, zeigte sich Blessing aber optimistisch. Auch unter Unternehmen brauche es weniger Tendenz zum Bewahren und mehr „kreative Zerstörung“, forderte er auf. „Mehr Marktwirtschaft oder mehr Kapitalismus wagen“, schloss der ehemalige Commerzbank-Manager daraus. „Unsere Zukunft liegt nicht darin, Technologien zu Tode zu subventionieren, sondern Neues entstehen zu lassen“, sagte Blessing.
Hochfinanz feiert Technologie-Unternehmen bei IPO Night – Münchner Raumfahrt-Start-up geehrt
Gute Beispiele für genau diese Investitionen in neue Technologien zeigten die Preisträger der IPO Night. Dabei wurde mit Isar Aerospace auch ein Unternehmen aus dem Münchner Raum ausgezeichnet. Das Raumfahrt-Start-up wurde in der Kategorie „Herausragende private Finanzierungsrunde“ prämiert. Seit der Gründung 2018 konnte das Unternehmen über 400 Millionen Euro an privatem Kapital gewinnen, im vergangenen Jahr folgten 150 Millionen Euro.
Nun sollen die Serienfertigung und Startkapazitäten ausgebaut werden. Damit ist Isar Aerospace das erste Unternehmen außerhalb der USA, das eine skalierbare Raketenproduktion aufgebaut hat. So soll „Europas Zugang zum Weltraum“ gesichert werden, erklärte Annika von Mutius vom KI-Bundesverband in ihrer Laudatio.
Ebenfalls ein Unternehmen, das nach Ansicht von Laudator Philippe Oddo wie kein anderes von den „Themen unserer Zeit“, der Energiewende und Dekarbonisierung, profitiere, ist Pfisterer. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg hat sich auf die Verbindung von Stromnetzen spezialisiert. Bei der IPO Night im Frankfurter Städel wurde Pfisterer zum Sieger in der Kategorie „Herausragender Börsengang des Jahres“ gekürt.
| Kategorie | Preisträger |
|---|---|
| Herausragender Börsengang | Pfisterer |
| Herausragende Eigenkapitalfinanzierung | Vossloh |
| Herausragende private Finanzierungsrunde | Isar Aerospace |
Als Preisträger in der Kategorie „Herausragende Eigenkapitalfinanzierung“ siegte der Bahntechnik-Konzern Vossloh. Das Unternehmen „hat strategisch wichtige Weichenstellungen ermöglicht, finanzielle Spielräume eröffnet und Anleger begeistert“, erklärte Laudator Berthold Fürst, Head of Investment der Deutschen Bank im DACH-Raum.
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