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Bund und Länder streiten sich erneut um die Finanzierung des Deutschlandtickets. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer warnt nun vor eine Preiserhöhung ab 2024.
Düsseldorf – Beim erneuten Streit um die zukünftige Finanzierung des Deutschlandtickets ist derzeit keine Einigung in Sicht. Der NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hat deshalb nun vor einer möglichen Preiserhöhung gewarnt. „Die Menschen im Land brauchen Verlässlichkeit. Wir haben mit dem Deutschlandticket ein einfaches, preiswertes und viel genutztes Tarifsystem etabliert. Der Einführungspreis von 49 Euro muss auch im nächsten Jahr bleiben“, sagte der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz am Dienstag (19. September). Zuvor hatte bereits der Fahrgastverband Pro Bahn gewarnt, dass das Deutschlandticket bis zu 20 Euro teurer werden könne.
Deutschlandticket: Worüber sich Bund und Länder aktuell nicht einigen können
Zeitgleich mit der Warnung vor einer möglichen Preiserhöhung des sogenannten 49-Euro-Tickets äußerte Krischer erneute Kritik am Bund. Er forderte, dass sich dieser „zeitnah“ zur Fortführung des ÖPNV-Abos in den nächsten Jahren bekennen müsse und somit seiner „Nachschusspflicht“ nachzukommen solle.
Bund und Länder teilen sich aktuell alle durch das Deutschlandticket entstandenen Kosten sowie die Kompensation von Mindereinnahmen der Verkehrsunternehmen. Unter anderem hatte man sich auf einen Fixbetrag von jeweils 1,5 Milliarden Euro von 2023 bis 2025 geeinigt. Alle darüber hinaus gehenden Kosten werden auch im ersten Jahr zur Hälfte geteilt. Ab 2024 ist diese sogenannte „Nachschusspflicht“ aber komplett offen. Die politischen Verantwortungsträger auf Bundes- und Landesebene streiten nun darum, wer diese Mehrkosten zukünftig übernimmt. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) lehnt bisher eine höhere Kostenbeteiligung des Bundes ab.
Preiserhöhung droht: Verkehrsunternehmen geben Politik eine Deadline für Deutschlandticket
Sollten sich Bund und Länder nicht einigen können, würden die Mehrkosten für das Deutschlandticket womöglich auf die Verkehrsunternehmen zurückfallen. In der Folge dürften die Preise des ÖPNV-Abos wohl ziemlich sicher steigen. Deshalb fordert der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) nun Bund und Länder dazu auf, bis Ende September eine Lösung für die Kostenübernahme zu präsentieren. „Bleibt eine solche Entscheidung aus, sind die Verkehrsunternehmen und Verbünde nicht in der Lage, eine verlässliche Planung für 2024 vorzulegen. Dies führt zu erheblichen Risiken, die auch die Politik ernst nehmen muss“, sagte der VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff am Dienstag (19. September)
Laut dem VDV würden die Gesamtkosten für das Deutschlandticket im kommenden Jahr wohl insgesamt über vier Milliarden Euro liegen. Der Verkehrsverbund betont, dass es ein „selbstverständlichen Umstand“ sei, dass ein von der Politik bestelltes Ticket vollständig bezahlt werden muss. Streitereien um die Finanzierung würden das Deutschlandticket jedoch schädigen und auch nicht die notwendigen Verkäufe oder die Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden fördern, so der VDV. Im August hatte sich bereits eine wichtige Verspätungsregel beim Deutschlandticket geändert. (os) Täglich informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

