Alle Augen auf Asteroid 2024 YR4

Asteroid 2024 YR4 könnte die Erde treffen – wichtiges Weltraumteleskop soll zum Einsatz kommen

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Der Asteroid 2024 YR4 trifft möglicherweise die Erde, doch zuvor verschwindet er aus der Sichtweite. Das „James Webb“-Teleskop soll vorher wichtige Daten sammeln.

Frankfurt – In unserem Sonnensystem sind derzeit etwa 1,4 Millionen bekannte Asteroiden unterwegs (Stand: 11.2.2025). Doch scheinbar alle Augen sind momentan auf einen einzigen Asteroiden gerichtet: 2024 YR4. Schließlich ist er es, der mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa zwei Prozent im Dezember 2032 die Erde treffen könnte.

Allerdings trügt der Schein: Zwar sind derzeit tatsächlich sehr viele Augen und Teleskope auf Asteroid 2024 YR4 gerichtet – gleichzeitig beobachten automatisierte Teleskopsysteme weiter den Himmel und halten die Augen offen nach weiteren Asteroiden, die der Erde möglicherweise irgendwann gefährlich werden. Eines dieser Teleskope, das zum „Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System“ (ATLAS) der US-Raumfahrtorganisation Nasa gehört, hat den Asteroiden 2024 YR4 am 27. Dezember 2024 entdeckt.

Asteroid 2024 YR4 entfernt sich weit von der Erde – um 2032 zurückzukommen

Seit klar ist, dass der Asteroid eine ungewöhnlich hohe Wahrscheinlichkeit hat, die Erde zu treffen, blicken vor allem die größeren Teleskope in seine Richtung. Denn die Flugbahn des Asteroiden ist für die weitere Beobachtung eher ungünstig: Entdeckt wurde der Asteroid bei einer seiner Annäherungen an die Erde. Das heißt, er ist jetzt bereits wieder auf dem Weg, sich von der Erde zu entfernen – und zwar ziemlich weit. Bis April ist er noch mit einigen großen Teleskopen zu beobachten, dann verschwindet er bis 2028 aus der Sicht selbst der größten Teleskope.

Der Asteroid 2024 YR4 (links) könnte 2032 auf die Erde treffen. Experten geben aber Entwarnung. (Symbolbild)

Ob bis dahin ausgeschlossen werden kann, dass der Asteroid die Erde trifft, ist noch unklar. Möglicherweise gibt es bis dahin noch nicht genügend Daten über den Asteroiden, um einen Asteroideneinschlag auf der Erde endgültig auszuschließen. Doch die Raumfahrorganisationen tun alles, was möglich ist, um möglichst viele Daten über den Himmelskörper zu sammeln. Auch das „James Webb“-Weltraumteleskop (JWST), ein Infrarotteleskop, das eigentlich tief ins Weltall hineinschaut und nach den ältesten Sternen und Galaxien im Universum sucht, soll bald an der Beobachtung von Asteroid 2024 YR4 beteiligt werden.

Auch das teuerste Weltraumteleskop wird Asteroid 2024 YR4 beobachten

Mithilfe des Infrarotblicks wollen Forschende die Größe des Asteroiden besser bestimmen – es ist die einzige Chance, das zu tun, bevor der Asteroid verschwindet. Die genauere Größenbestimmung ist wichtig: Bisher wird der Asteroid alleine aufgrund der Lichtmenge, die er von der Sonne reflektiert, auf eine Größe von etwa 40 bis 90 Metern geschätzt. Eine genauere Größenangabe macht die Einschätzung der Gefährlichkeit von Asteroid 2024 YR4 besser. Die erste Beobachtung mit dem teuren „Webb“-Weltraumteleskop ist für Anfang März angesetzt, sobald der Asteroid mit dem Teleskop beobachtet werden kann.

Im Mai soll eine zweite Beobachtungsrunde mit dem Weltraumteleskop stattfinden, bei der es unter anderem darum geht, wie sich die Temperatur des Asteroiden seit März verändert hat. Es werden die letzten Beobachtungen des Asteroiden 2024 YR4 sein, bevor er bis 2028 außer Reichweite von Teleskopen ist. 2028 kommt der Asteroid der Erde wieder näher – nah genug, um ihn mit Teleskopen zu beobachten, aber nicht nah genug, um Radarmessungen vorzunehmen, fürchten Fachleute. Die würden unter anderem dabei helfen, die Größe des Asteroiden noch genauer zu bestimmen.

Wie groß ist Asteroid 2024 YR4? Je größer, desto gefährlicher für die Erde

Die Größe von Asteroid 2024 YR4 ist ein nicht ganz unwichtiges Detail: Sie zeigt, wie gefährlich ein Einschlag des Asteroiden auf der Erde wird, sollte dieser tatsächlich stattfinden. Bei einer Größe zwischen 40 und 90 Metern und einem unbekannten Material gibt es verschiedene Szenarien, die bei einem Asteroideneinschlag eintreffen könnten: Von einer Explosion des Asteroiden in der Erdatmosphäre (ähnlich dem Tunguska-Ereignis oder dem Asteroiden von Tscheljabinsk, der in der Branche als „Weckruf“ gilt) bis hin zur Auslöschung einer ganzen Stadt durch den Asteroiden 2024 YR4. (tab)

Rubriklistenbild: © AFP PHOTO/NASA/Magdalena Ridge 2.4m telescope/New Mexico Institute of Technology/Ryan; ESA/P.Carril/dpa/Symbolbild

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