Berühmtes Korallenriff gefährdet

Great Barrier Reef in Gefahr: „Die Menschheit wird in einem Ausmaß bedroht, das wir nicht wirklich verstehen“

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Im vergangenen Sommer hatte Australien mit der schlimmsten Hitzewelle seit Beginn der Messungen zu kämpfen. Meeresforscher sorgen sich um das Great Barrier Reef.

Great Barrier Reef – Entlang der Ostküste Australiens erstreckt sich das Great Barrier Reef. Das Korallenriff ist besonders zum Tauchen und Schnorcheln beliebt. Normalerweise werden Besuchende durch eine einzigartige Farbenvielfalt und die faszinierende Unterwasserwelt angezogen. In Zukunft könnte damit allerdings Schluss sein. Das Korallenriff kämpft nämlich mit einer Korallenbleiche, die durch den Klimawandel ausgelöst wird und sich mittlerweile zu einem globalen Problem ausweitet.

Australien hatte zuletzt nämlich mit dem heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnung zu kämpfen. Wie die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) berichtet, ist die Korallenbleibe bereits zum vierten Mal seit Ende der 1990er Jahre zu beobachten. Die Forschenden sind besorgt, und zwar nicht nur um Tier und Natur, sondern auch um eine Milliarde Menschen, wie CNN berichtet. Die Korallenbleiche lässt sich auch anhand von Luftaufnahmen beobachten.

Klimawandel macht sich am Great Barrier Reef bemerkbar: Hitzewelle in Australien bricht Rekorde

Der Anstieg der Meerestemperaturen wird durch verschiedene Faktoren wie die Nutzung fossiler Brennstoffe, hohe Kohlenstoffemissionen und das Wetterphänomen El Niño verstärkt. Die Korallen leiden unter den Auswirkungen der globalen Erwärmung, die im vergangenen Jahr historische Höchstwerte erreichte.

„Die Erwärmung wird so stark sein, dass wir einen Kipppunkt erreichen, von dem wir uns nicht mehr erholen können“, fürchtet Kate Quigley, leitende Wissenschaftlerin bei Minderoo Foundation gegenüber CNN. Die Situation unter Wasser würde einem Flächenbrand gleichen, beschreibt die Wissenschaftlerin.

Korallensterben am Great Barrier Reef: Diese Auswirkungen müssen Milliarden von Menschen fürchten

Sollte sich die Befürchtung der Forschenden bewahrheiten, könnten durch das Korallensterben ein Viertel aller Arten sterben, die vom Korallenriff abhängig sind. Die globale Hungersnot würde für eine Milliarde Menschen zunehmen, die auf Rifffische als Nahrungsquelle und als Lebensunterhalts angewiesen sind.

Forscher befürchten Korallensterben im Great Barrier Reef.

Zusätzlich könnte sich die Situation an Küstenregionen weiter verschlechtern, da Korallenriffe eine entscheidende Rolle als Schutzbarriere gegen Überschwemmungen, Stürme und den Anstieg des Meeresspiegels spielen. „Die Menschheit wird in einem Ausmaß bedroht, das wir nicht wirklich verstehen“, so Professor Ove Hoegh-Guldberg, leitender Wissenschaftler der Great Barrier Reef Foundation gegenüber CNN. Forschende befürchten, dass sich das Problem weiter ausweiten und eine globale Meereskatastrophe nach sich ziehen könnte.

Ökosystem im Great Barrier Reef ist bedroht: Was sind eigentlich die Auslöser für eine Korallenbleiche?

Korallen ernähren sich von Nährstoffen und Plankton und sind auf die Symbiose mit Mikroalgen angewiesen. Diese Algen liefern den Korallen durch die Photosynthese produzierte Produkte wie Zucker und erhalten im Gegenzug Nährstoffe von ihnen, wie die Klimareporter erklären.

Diese Algen reagieren jedoch äußerst sensibel auf verschiedene Stressfaktoren wie übermäßige Hitze. Sobald eine bestimmte Temperaturschwelle überschritten ist, verlieren die Algen nicht nur ihre Fähigkeit zur Photosynthese, sondern beginnen auch, für die Korallen schädliche Stoffe zu produzieren. Dadurch verblassen die Korallen und die Korallenbleiche setzt ein.

Wenn die Temperaturen wieder sinken, können sich die Korallen bis zu einem gewissen Punkt wieder erholen. Doch das bleibt bisher ungewiss. Forschende befürchten, dass 99 Prozent der Korallenriffe absterben werden. „Korallenriffe sind für den Klimawandel zumindest ein Kanarienvogel im Kohlebergwerk. Der Weg, auf dem wir uns jetzt befinden, ist wirklich ziemlich beängstigend“, so David Wachenfeld, Forschungsprogrammdirektor bei AIMS gegenüber CNN. Der Klimawandel bedroht nicht nur einzelne Gebiete, sondern die gesamte Artenvielfalt. (cg)

Rubriklistenbild: © dpa/Great Barrier Reef Foundation

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