Beobachtungstipps

Sternschnuppen im August: Perseiden nähern sich ihrem Maximum

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Der Sternschnuppen-Strom der Perseiden wird stärker und wird Mitte August seinen Höhepunkt erreichen. Wie viele Sternschnuppen Sie sehen können.

Frankfurt – Mitte August jeden Jahres kreuzt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne eine Staubspur, die der Komet 109P/Swift-Tuttle im Weltall hinterlassen hat. Treffen Staubkörnchen des Kometen auf die Erdatmosphäre, verglühen sie dort – auf der Erde ist eine Sternschnuppe zu sehen. Die Sternschnuppen, die aus der Staubspur von 109P/Swift-Tuttle stammen, scheinen alle ihren Ursprung im Sternbild Perseus zu haben – und wurden entsprechend benannt: Perseiden.

Wer von etwa Anfang bis Mitte August eine Sternschnuppe über den Himmel huschen sieht, hat mit großer Wahrscheinlichkeit einen Meteor der Perseiden gesehen. Die Aktivität des Sternschnuppen-Stroms beginnt zwar bereits Mitte Juli, bis Ende des Monats gibt es jedoch noch einige andere Sternschnuppen-Ströme, die sich überlappen und Ende Juli ihr Maximum erreichen. Die Aktivität der Perseiden steigert sich im August über mehrere Tage hinweg bis zum Maximum, das meist auf den 12. August fällt.

Steckbrief der Perseiden
Name:Perseiden
Typ:Sternschnuppen-Strom
Zeitraum:17.07.-24.08.2023, Maximum am 13. August
Maximum:13. August 2023 gegen Mittag
ZHR:100
beste Beobachtungszeit:frühe Morgenstunden des 13. August
Spitzname:Laurentiustränen, Tränen des Laurentius

Das Sternschnuppen-Maximum der Perseiden im August 2023 beobachten

Besonders wichtig ist zu wissen, wann man die Perseiden sehen kann: Im Jahr 2023 erwischt die Erde die dichteste Stelle der Kometen-Staubspur am 13. August gegen Mittag deutscher Zeit. Dann wären die meisten Sternschnuppen am Himmel zu sehen – würde die Sonne sie nicht überstrahlen. Der beste Zeitpunkt zur Beobachtung der Perseiden ist 2023 in Europa die Nacht vom 12. auf den 13. August. Je später in dieser Nacht man nach Sternschnuppen Ausschau hält, desto näher befindet sich die Erde an der dichtesten Stelle der Staubspur und desto mehr Meteore sind möglich. Für eine möglichst hohe „Ausbeute“ sollte man also die frühen Morgenstunden des 13. August anpeilen.

Grundsätzlich kann man auch bereits nach Sonnenuntergang am 12. August Sternschnuppen am Himmel entdecken, denn das Sternbild Perseus, in dem der sogenannte Radiant der Perseiden (der Ausgangspunkt) liegt, ist bereits ab Anbruch der Dunkelheit im Norden am Himmel zu sehen. Doch im Laufe der Nacht steigt er immer weiter nach oben in Richtung Zenit – und mehr Sternschnuppen können am gesamten Himmel gesehen werden.

Perseiden: Zum Sternschnuppen-Maximum stört der Mond nicht

Die Perseiden dürften im Jahr 2023 keine besondere Show liefern – ein kleiner Ausbruch ist erst für 2028 vorhergesagt. Die Bedingungen für die Beobachtung der Perseiden-Sternschnuppen sind für 2023 auf jeden Fall ausgesprochen gut: Das Maximum findet in einer Nacht von Samstag auf Sonntag statt. Gleichzeitig ist der Himmel relativ dunkel, da der Mond nach dem Vollmond am 1. August (einer von vier Supermonden nacheinander) nur eine schmale Sichel ist, die die Beobachtung nicht stört.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

Meteor-Strom der Perseiden: In der Praxis sieht man keine 100 Sternschnuppen pro Minute

Laut International Meteor Organization (IMO) sind rund um das Perseiden-Maximum theoretisch bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde möglich. Dieser Wert ist jedoch mit Vorsicht zu genießen – selbst mit sehr viel Glück wird man keine 100 Sternschnuppen pro Stunde sehen können.

Es handelt sich bei diesem Wert nämlich um die „zenithal hourly rate“ (ZHR) – die Zahl der Sternschnuppen, die eine einzelne Person innerhalb einer Stunde sehen kann, wenn der Himmel perfekte Bedingungen aufweist (klar und sehr dunkel) und der Radiant des Sternschnuppenstroms genau im Zenit steht. Diese Bedingungen sind in der Praxis kaum zu erreichen, weshalb niemand mit 100 Sternschnuppen pro Stunde rechnen sollte. Tatsächlich sind jedoch auch 20 Sternschnuppen in der Stunde ein Erlebnis – das bedeutet immerhin, dass man alle drei Minuten einen Meteor über den Himmel flitzen sieht.

Die meisten Gesteinsbrocken, die aus dem Weltall auf die Erde fallen, verglühen in der Erdatmosphäre und sind als Sternschnuppe zu sehen. (Archivbild)

Beobachtungstipps: So beobachten Sie die Sternschnuppen der Perseiden

Wer die Gunst der Stunde nutzen und die Perseiden beobachten möchte, hat Glück: Um Sternschnuppen am Himmel zu finden, benötigt man keine spezielle Ausrüstung. Im Gegenteil: Ein Teleskop oder Fernglas wäre bei der Suche nach Meteoren eher hinderlich, da es wichtig ist, einen möglichst guten Rundumblick an den Himmel zu haben. Das sollte man bei der Suche nach einem geeigneten Beobachtungsplatz berücksichtigen. Ebenfalls wichtig: Der Himmel sollte möglichst dunkel sein. Wo man die Perseiden am besten sehen kann.

Spitzname: „Laurentius-Tränen“

Im Volksmund haben die Sternschnuppen der Perseiden den Spitznamen „Laurentiustränen“ oder „Tränen des Laurentius“. Der Name kommt daher, dass das Maximum des Sternschnuppen-Stroms früher etwa ein bis zwei Tage früher als heute stattfand und so mit dem Fest des Märtyrers Laurentius am 10. August zusammenfiel.

Um das Warten auf Sternschnuppen angenehmer zu machen, sollte man es sich möglichst bequem machen – am angenehmsten kann man den Himmel im Liegen beobachten, auf einer Decke oder einem Liegestuhl. Es empfiehlt sich auch, auf passende Kleidung zu achten, denn auch in lauen Sommernächten kann es irgendwann empfindlich kühl werden. Außerdem sollte man etwas Geduld mitbringen, denn rund um das Perseiden-Maximum kann man zwar zahlreiche Sternschnuppen am Himmel sehen, diese können sich jedoch auch einmal etwas Zeit lassen. (tab)

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