Meteore beobachten

Sommerzeit ist Sternschnuppen-Zeit – So entdecken Sie Meteore im Juli

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Mitte Juli überlappen sich mehrere kleine Sternschnuppenströme und sorgen für ein „Grundrauschen“ an Meteoren am Himmel. Auch die Perseiden beginnen bereits.

Frankfurt – Im Sommer sind die Nächte lau und häufig ist der Himmel klar. Wer die wenigen dunklen Sommerstunden nutzt, um zum Himmel zu schauen, kann sie mit etwas Glück sehen: Sternschnuppen. Der bekannteste Sternschnuppenstrom des Jahres, die Perseiden, hat zwar sein Maximum erst Mitte August, doch bereits ab etwa Mitte Juli gibt es mehrere kleine Sternschnuppen-Regen, bei denen Meteore über den Himmel flitzen.

Der Meteorschauer, der im Juli die meisten Sternschnuppen verspricht, ist der Strom der südlichen Delta-Aquariiden. Seinen komplizierten Namen hat er von der Region des Himmels erhalten, aus der die Sternschnuppen auszuströmen scheinen, dem sogenannten Radianten. Im Fall der Delta-Aquariiden ist der Stern Delta Aquarii im Sternbild Wassermann (lat. Aquarius) der Namensgeber.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

Sternschnuppen im Sommer: Ab Mitte Juli gibt es mehrere Meteorströme

Der Strom der Delta-Aquariiden erstreckt sich insgesamt über mehr als einen Monat: Etwa vom 12. Juli bis 23. August kann man die Sternschnuppen sehen. Im Maximum am 30. Juli kann man theoretisch bis zu 25 Sternschnuppen pro Stunde sehen. Dieser Wert, die sogenannte ZHR (zenithal hourly rate) ist jedoch ein eher theoretischer Wert, da er die Zahl der maximalen Sternschnuppen pro Stunde bei perfekten Beobachtungsbedingungen angibt. Da man in der Realität quasi nie einen sehr dunklen Himmel, einen perfekten Beobachtungsplatz mit rundum freiem Himmelsblick und einen Radianten genau im Zenit hat, ist diese Zahl in der Praxis eher unwahrscheinlich.

Die Delta-Aquariiden sind dafür das beste Beispiel: Das Sternbild Wassermann, in dem sich der Radiant befindet, geht gegen 23 Uhr im Osten auf und erreicht gegen 3 Uhr nachts seine höchste Himmelsposition im Südosten. Das Sternbild steht zwar die gesamte Nacht am Himmel, steigt jedoch nicht sehr hoch auf – deshalb sind auf der Nordhalbkugel traditionell nur wenige Sternschnuppen der Delta-Aquariiden zu sehen. Je weiter man sich im Süden befindet, desto besser kann man den Sternschnuppenstrom beobachten. Entdeckt man eine Sternschnuppe des Stroms, wird man dafür mit einer langen Leuchtspur belohnt.

Mitte Juli kann man immer wieder Sternschnuppen am Himmel sehen

Neben den Delta-Aquariiden sorgen ab Mitte Juli mehrere kleine Sternschnuppenströme für eine Art „Grundrauschen“, sodass man die gesamte Nacht über Meteore am Himmel entdecken kann:

SternschnuppenstromZeitraum und Maximum
Juli-Pegasiden04.07.-14.07., Maximum am 10. Juli
Piscis-Austriniden15.07.-10.08., Maximum am 28. Juli
Juli-Gamma-Draconiden25.07.-31.07., Maximum am 28. Juli
Südliche Delta-Aquariiden12.07.-23.08., Maximum am 30. Juli
Alpha-Capricorniden03.07.-15.08., Maximum am 30. Juli
Perseiden17.07.-24.08., Maximum am 13. August
Quelle: Meteorstrom-Kalender 2023 der IMO

Mitte Juli beginnen neben den südlichen Delta-Aquariiden auch die Piscis-Austriniden mit ihrer Aktiviät, dazu kommen später im Juli noch die Juli-Gamma-Draconiden. Bereits seit Anfang Juli aktiv sind die Meteorströme der Juli-Pegasiden und die Alpha-Capricorniden. Mitte Juli findet außerdem der Sternschnuppenstrom der Perseiden seinen Anfang – er erreicht sein berühmtes Maximum jedoch erst am 13. August.

Eine Sternschnuppe rast über den Nachthimmel. (Archivbild)

Mehrere Sternschnuppen-Ströme erreichen ihr Maximum Ende Juli

Je später im Juli man zum Sternenhimmel schaut, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, Sternschnuppen zu sehen. Denn gleich mehrere Meteorströme erreichen ihr Maximum am 28. oder 30. Juli (siehe Tabelle). Dagegen gibt es einen Wermutstropfen: Am 1. August steht der nächste Vollmond (einer von vier Supermonden nacheinander) am Himmel, was bedeutet, dass die letzten Juli-Tage bereits vom Mond hell erleuchtet sein werden. Neumond ist dagegen am 17. Juli – die Nächte rund um diesen Tag sind also am dunkelsten und am besten geeignet, um Sternschnuppen zu zählen. Als Uhrzeit für die Sternschnuppenbeobachtung empfiehlt sich die Zeit nach Mitternacht – dann ist die Nacht bereits richtig dunkel und der Radiant der Piscis-Austriniden, das Sternbild Fische ist über dem Horizont aufgetaucht.

Sternschnuppen-Kalender

Hier erfahren Sie, wann die meisten Sternschnuppen über den Himmel rasen und was Sie außer Meteoren im Juli am Himmel beobachten können.

Viel mehr müssen Sie für eine erfolgreiche Sternschnuppennacht nicht beachten, eine spezielle Ausrüstung wird nicht benötigt. Ideal ist ein möglichst dunkler Beobachtungsplatz, von dem aus man einen guten Rundumblick an den Himmel hat. Um die Beobachtung bequemer zu machen, sollte für eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung und warme Getränke gesorgt werden, denn selbst in Sommernächten kann es sehr kühl sein. Wer Sternschnuppen zählen möchte, braucht außerdem eine Portion Geduld: Es können teils viele Minuten vergehen, bis die nächste Sternschnuppe zu sehen ist. Da hilft es, wenn man eine bequeme Liegeposition einnehmen kann. (tab)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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