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Mitte Juli überlappen sich mehrere kleine Sternschnuppenströme und sorgen für ein „Grundrauschen“ an Meteoren am Himmel. Auch die Perseiden beginnen bereits.
Frankfurt – Im Sommer sind die Nächte lau und häufig ist der Himmel klar. Wer die wenigen dunklen Sommerstunden nutzt, um zum Himmel zu schauen, kann sie mit etwas Glück sehen: Sternschnuppen. Der bekannteste Sternschnuppenstrom des Jahres, die Perseiden, hat zwar sein Maximum erst Mitte August, doch bereits ab etwa Mitte Juli gibt es mehrere kleine Sternschnuppen-Regen, bei denen Meteore über den Himmel flitzen.
Der Meteorschauer, der im Juli die meisten Sternschnuppen verspricht, ist der Strom der südlichen Delta-Aquariiden. Seinen komplizierten Namen hat er von der Region des Himmels erhalten, aus der die Sternschnuppen auszuströmen scheinen, dem sogenannten Radianten. Im Fall der Delta-Aquariiden ist der Stern Delta Aquarii im Sternbild Wassermann (lat. Aquarius) der Namensgeber.
Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel




Sternschnuppen im Sommer: Ab Mitte Juli gibt es mehrere Meteorströme
Der Strom der Delta-Aquariiden erstreckt sich insgesamt über mehr als einen Monat: Etwa vom 12. Juli bis 23. August kann man die Sternschnuppen sehen. Im Maximum am 30. Juli kann man theoretisch bis zu 25 Sternschnuppen pro Stunde sehen. Dieser Wert, die sogenannte ZHR (zenithal hourly rate) ist jedoch ein eher theoretischer Wert, da er die Zahl der maximalen Sternschnuppen pro Stunde bei perfekten Beobachtungsbedingungen angibt. Da man in der Realität quasi nie einen sehr dunklen Himmel, einen perfekten Beobachtungsplatz mit rundum freiem Himmelsblick und einen Radianten genau im Zenit hat, ist diese Zahl in der Praxis eher unwahrscheinlich.
Die Delta-Aquariiden sind dafür das beste Beispiel: Das Sternbild Wassermann, in dem sich der Radiant befindet, geht gegen 23 Uhr im Osten auf und erreicht gegen 3 Uhr nachts seine höchste Himmelsposition im Südosten. Das Sternbild steht zwar die gesamte Nacht am Himmel, steigt jedoch nicht sehr hoch auf – deshalb sind auf der Nordhalbkugel traditionell nur wenige Sternschnuppen der Delta-Aquariiden zu sehen. Je weiter man sich im Süden befindet, desto besser kann man den Sternschnuppenstrom beobachten. Entdeckt man eine Sternschnuppe des Stroms, wird man dafür mit einer langen Leuchtspur belohnt.
Mitte Juli kann man immer wieder Sternschnuppen am Himmel sehen
Neben den Delta-Aquariiden sorgen ab Mitte Juli mehrere kleine Sternschnuppenströme für eine Art „Grundrauschen“, sodass man die gesamte Nacht über Meteore am Himmel entdecken kann:
| Sternschnuppenstrom | Zeitraum und Maximum |
|---|---|
| Juli-Pegasiden | 04.07.-14.07., Maximum am 10. Juli |
| Piscis-Austriniden | 15.07.-10.08., Maximum am 28. Juli |
| Juli-Gamma-Draconiden | 25.07.-31.07., Maximum am 28. Juli |
| Südliche Delta-Aquariiden | 12.07.-23.08., Maximum am 30. Juli |
| Alpha-Capricorniden | 03.07.-15.08., Maximum am 30. Juli |
| Perseiden | 17.07.-24.08., Maximum am 13. August |
| Quelle: Meteorstrom-Kalender 2023 der IMO |
Mitte Juli beginnen neben den südlichen Delta-Aquariiden auch die Piscis-Austriniden mit ihrer Aktiviät, dazu kommen später im Juli noch die Juli-Gamma-Draconiden. Bereits seit Anfang Juli aktiv sind die Meteorströme der Juli-Pegasiden und die Alpha-Capricorniden. Mitte Juli findet außerdem der Sternschnuppenstrom der Perseiden seinen Anfang – er erreicht sein berühmtes Maximum jedoch erst am 13. August.
Mehrere Sternschnuppen-Ströme erreichen ihr Maximum Ende Juli
Je später im Juli man zum Sternenhimmel schaut, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, Sternschnuppen zu sehen. Denn gleich mehrere Meteorströme erreichen ihr Maximum am 28. oder 30. Juli (siehe Tabelle). Dagegen gibt es einen Wermutstropfen: Am 1. August steht der nächste Vollmond (einer von vier Supermonden nacheinander) am Himmel, was bedeutet, dass die letzten Juli-Tage bereits vom Mond hell erleuchtet sein werden. Neumond ist dagegen am 17. Juli – die Nächte rund um diesen Tag sind also am dunkelsten und am besten geeignet, um Sternschnuppen zu zählen. Als Uhrzeit für die Sternschnuppenbeobachtung empfiehlt sich die Zeit nach Mitternacht – dann ist die Nacht bereits richtig dunkel und der Radiant der Piscis-Austriniden, das Sternbild Fische ist über dem Horizont aufgetaucht.
Sternschnuppen-Kalender
Hier erfahren Sie, wann die meisten Sternschnuppen über den Himmel rasen und was Sie außer Meteoren im Juli am Himmel beobachten können.
Viel mehr müssen Sie für eine erfolgreiche Sternschnuppennacht nicht beachten, eine spezielle Ausrüstung wird nicht benötigt. Ideal ist ein möglichst dunkler Beobachtungsplatz, von dem aus man einen guten Rundumblick an den Himmel hat. Um die Beobachtung bequemer zu machen, sollte für eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung und warme Getränke gesorgt werden, denn selbst in Sommernächten kann es sehr kühl sein. Wer Sternschnuppen zählen möchte, braucht außerdem eine Portion Geduld: Es können teils viele Minuten vergehen, bis die nächste Sternschnuppe zu sehen ist. Da hilft es, wenn man eine bequeme Liegeposition einnehmen kann. (tab)
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