Blick zum Sternenhimmel

Das können Sie im Dezember am Nachthimmel sehen

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Kalte, klare Winternächte im Dezember haben einiges zu bieten: Die Sterne funkeln, die Planeten strahlen und es gibt die beste Sternschnuppennacht des Jahres.

Frankfurt – Der Dezember ist einer der besten Monate, um den Sternenhimmel zu genießen. Das liegt unter anderem an der Tatasche, dass die Sonne bereits am Nachmittag untergeht und die Sterne und Planeten dadurch sehr früh zu sehen sind. Der 22. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres und der Beginn des astronomischen Winters. Aber auch, was am Himmel zu sehen ist, spielt im Dezember eine Rolle. Zahlreiche helle Sterne und Sternbilder funkeln in einer klaren Dezembernacht am Himmel.

Da wären beispielsweise die Wintersternbilder Orion, Stier, Zwillinge und Fuhrmann, die bereits früh am Abend am Himmel stehen und einige interessante Beobachtungsobjekte mitbringen. Das „Schwert“ des Sternbilds Orion wird vom Orionnebel (M42) gebildet. Bereits mit bloßem Auge kann man den Emissionsnebel sehen, in einem kleinen Fernglas lassen sich auch erste Details erkennen.

Die Plejaden sind ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier. Sie werden auch „Siebengestirn“ oder „Sieben Schwestern“ genannt und sind mit bloßem Auge zu sehen. (Archivbild)

Der Orionnebel ist ein Sternentstehungsgebiet, in dem die Forschung erst kürzlich sogenannte „JuMBOs“ entdeckt hat – binäre Objekte von der Größe des Planeten Jupiter. Auch der rötlich leuchtende, linke Schulterstern des Sternbilds Orion ist interessant: Es handelt sich um den roten Überriesen Beteigeuze, der in den vergangenen Jahren mehrmals im Verdacht stand, bald als Supernova zu explodieren.

Sternenhimmel im Dezember: Bunt blinkender Stern Sirius wird gern für ein Ufo gehalten

Zwei weitere Objekte des Wintersternhimmels, die man ebenfalls mit bloßem Auge sehen kann, sind Sternhaufen: Die Plejaden (M45) im Sternbild Stier sind bereits Anfang Dezember nach Sonnenuntergang im Osten zu sehen. Der offene Sternhaufen besteht aus mindestens 400 Sternen und ist mehr als 400 Lichtjahre von der Erde entfernt. Weil er von sieben hellen Sternen dominiert wird, wird er „Siebengestirn“ oder „Sieben Schwestern“ genannt. Die Hyaden sind ebenfalls ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier. Sie bestehen aus etwa 350 Sternen und sind etwa 150 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Der auffälligste Stern am Winterhimmel dürfte jedoch Sirius sein. Anfang Dezember geht er gegen 22 Uhr auf, später im Monat erscheint er etwas früher am Himmel. Auffällig ist er vor allem, weil er bläulich-weiß leuchtet und zu farbenfrohem Flackern neigt. Deshalb wird er gelegentlich auch für ein Ufo gehalten und bei den entsprechenden Meldestellen gemeldet. Sirius gehört zum Sternbild „Großer Hund“ und ist der hellste Stern an unserem Nachthimmel. Eigentlich handelt es sich um ein Doppelsternsystem in einer Entfernung von 8,7 Lichtjahren.

Mit dem Aufgang von Sirius ist das komplette Wintersechseck am Himmel zu sehen. Es besteht aus folgenden Sternen:

  • Kapella (im Sternbild Fuhrmann)
  • Pollux (im Sternbild Zwillinge)
  • Prokyon (im Sternbild Kleiner Hund)
  • Sirius (im Sternbild Großer Hund)
  • Rigel (im Sternbild Orion)
  • Aldebaran (im Sternbild Stier)

Drei Planeten sind mit bloßem Auge am Dezember-Himmel zu sehen

Nur wenige Himmelskörper leuchten heller als Sirius – davon gibt es im Dezember jedoch einige am Himmel zu bewundern. Dazu gehören – neben Sonne und Mond – die Planeten. Von ihnen sind mit bloßem Auge drei am Dezemberhimmel zu sehen, für zwei weitere benötigt man ein Fernglas. Venus ist der hellste Planet am Himmel und weiter als „Morgenstern“ am Morgenhimmel zu sehen. Am 1. Dezember geht sie gegen 4 Uhr im Osten auf und ist bis nach Tagesanbruch am Himmel zu sehen. Der Venus-Aufgang rückt allerdings jeden Tag etwas weiter nach hinten – Ende des Monats geht sie erst nach 5 Uhr auf.

Eins der prägnantesten Wintersternbilder ist der Orion. Der Orionnebel (“Gürtel“ des Orion) ist schon mit bloßem Auge zu sehen. (Archivbild)

Ganz anders dagegen Jupiter: Der zweithellste Planet geht bereits am Nachmittag auf und ist somit ab Beginn der Abenddämmerung im Osten sichtbar. Er ist bereits mit einem kleinen Fernglas ein spannendes Beobachtungsobjekt, da man dann seine vier größten Monde erkennen kann. Die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto scheinen um ihren Planeten herumzutanzen – gelegentlich kann man beobachten, wie einer der Monde hinter Jupiter verschwindet und später wieder auftaucht. Manchmal ist es außerdem möglich, den Schatten eines der Monde auf dem Planeten zu sehen.

Planet Saturn geht jeden Tag etwas früher unter

Auch der Saturn ist im Dezember noch am Himmel zu sehen. Allerdings geht er Anfang des Monats bereits gegen 22.30 Uhr unter. An Silvester verschwindet der Planet bereits um 21 Uhr im Westen unter dem Horizont. Saturn ist ebenfalls ein lohnenswertes Beobachtungsziel: Bereits in einem kleinen Teleskop kann man nämlich das Ringsystem des Planeten erkennen. Die Ringe sind das wichtigste Merkmal des Planeten Saturn. Sie werden allerdings in den kommenden Monaten immer schlechter zu sehen sein, bis die Saturn-Ringe im Mai 2025 ganz verschwunden sind – allerdings nur vorübergehend.

Die Planeten Merkur und Mars lassen sich im Dezember nicht am Nachthimmel blicken, dafür kann man mithilfe eines Teleskops zwei andere Planeten erspähen: Uranus und Neptun.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

Highlight im Dezember: Der aktivste Sternschnuppen-Strom des Jahres

Das Highlight des Monats Dezember ist jedoch nicht der Sternenhimmel selbst, sondern ein Sternschnuppen-Strom. Die Geminiden sind vom 4. bis 20. Dezember aktiv und erreichen ihr Maximum in diesem Jahr am Abend des 14. Dezember. Für Sternschnuppen-Jäger könnte das Timing nicht besser sein: „Das ist kurz nach Neumond, abgesehen von irdischer Beleuchtung wird die Nacht somit dunkel sein“, freut sich Sven Melchert von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS).

Viele Sternschnuppen versprechen die Geminiden auch: Statistisch gesehen werden zum Höhepunkt bis zu 150 Sternschnuppen erwartet. „Praktisch gibt es vielleicht eine alle ein bis zwei Minuten“, betont Melchert gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA. Vollmond ist erst am 27. Dezember – die Sternschnuppen der Geminiden werden also keinesfalls in seinem Licht untergehen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter mitspielt – nachdem der graue Himmel die Nerven von Sternenguckern arg strapaziert hat. „Wir Hobbyastronomen geben die Hoffnung nicht auf“, sagt Melchert dazu. (tab)

Rubriklistenbild: © imago/Science Photo Library

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