Asteroid 2024 MK

Asteroid kam der Erde näher als der Mond – Nasa zeigt Bilder vom Vorbeiflug

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Nachdem ein „Planeten-Killer“ an der Erde vorbeigeflogen ist, kam der nächste Asteroid unserem Planeten näher als der Mond. Gefahr drohte aber nicht.

Update vom 4. Juli, 17.30 Uhr: Als am 29. Juni der Asteroid 2024 MK an der Erde vorbeiflog, hat das Goldstone-Radar der US-Raumfahrtorganisation Nasa genau hingeschaut und Aufnahmen von dem etwa 150 Meter großen Asteroiden gemacht. Der wurde erst wenige Tage vor seinem Vorbeiflug an der Erde entdeckt – entsprechend wenig war über ihn bekannt. Nun hat die Nasa Aufnahmen veröffentlicht, die sie von dem Asteroiden gemacht hat – und die zeigen Fachleuten so einiges. Beispielsweise sind auf der Oberfläche Details wie Hohlräume, Kämme und Felsblöcke ab einer Größe von etwa zehn Metern zu erkennen.

Nur selten fliegt ein Asteroid der Größe von 2024 MK (etwa 150 Meter) nah an der Erde vorbei. Deshalb hat die US-Raumfahrtorganisation Nasa genau hingeschaut und viele Aufnahmen von dem Asteroiden erstellt.

Nahe Vorbeiflüge wie der von 2024 MK, bei dem noch etwa 290.000 Kilometer zwischen der Erde und dem Asteroiden lagen, sind selten. Nach Nasa-Angaben kommen sie im Durchschnitt nur alle paar Jahrzehnte vor. Deshalb hat das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der US-Raumfahrtorganisation auch versucht, so viele Daten wie möglich über das Objekt zu sammeln. „Dies war eine außergewöhnliche Gelegenheit, die physikalischen Eigenschaften eines erdnahen Asteroiden zu untersuchen und detaillierte Bilder von ihm zu erhalten“, freut sich Lance Benner vom JPL, der die Beobachtung geleitet hat.

Der nahe Vorbeiflug an der Erde hat die Flugbahn des Asteroiden beeinflusst: Er benötigt künftig 24 Tage weniger, um die Sonne einmal zu umkreisen. Trotzdem stellt er auch für die Zukunft keine Gefahr für die Erde dar, heißt es bei der Nasa.

Asteroid 2024 MK rauscht sehr nah an der Erde vorbei

Erstmeldung vom 28. Juni 2024: Frankfurt – Am 30. Juni ist der Internationale Asteroiden-Tag und es scheint, als hätten einige Asteroiden es darauf abgesehen, die Bedeutung des von der UN ausgerufenen Tags zu betonen. Denn nachdem am Donnerstag (27. Juni) ein etwa 2,5 Kilometer großer Asteroid mit genügend Sicherheitsabstand an der Erde vorbeigerauscht ist, soll die nächste ungewöhnliche Begegnung der Erde mit einem Asteroiden bereits am Samstag (29. Juni) stattfinden.

Ein Asteroid auf dem Weg zur Erde. (Symbolfoto)

Tatsächlich rasen fast jeden Tag Asteroiden an der Erde vorbei – die meisten von ihnen sind jedoch klein und kaum gefährlich. Dass ein mehrere Kilometer großer Asteroid der Erde nahe kommt – und sei es auch nur auf 6,6 Millionen Kilometer – kommt nicht alle Tage vor. Ab etwa einem Kilometer Größe gelten Asteroiden als „Planeten-Killer“, da sie so viel Verwüstung auf der Erde anrichten können, dass es das Ende der Zivilisation sein könnte. In diese Kategorie gehört der nächste Asteroid, der sich der Erde nähert, glücklicherweise nicht.

Asteroid 2024 MK wurde erst einige Tage vor seinem Vorbeiflug an der Erde entdeckt

Am Asteroiden 2024 MK sind jedoch andere Dinge besonders, weshalb sein Vorbeiflug ein nennenswertes Ereignis ist. Da wäre beispielsweise seine Größe: Der Asteroid ist nach Angaben der europäischen Raumfahrtorganisation Esa etwa 120 bis 260 Meter groß.

Damit gehört er zu einer Gruppe von Asteroiden, von denen es nach Informationen der US-Raumfahrtbehörde Nasa etwa 25.000 erdnahe Exemplare gibt. Nur etwa vierzig Prozent dieser Asteroiden wurden bisher entdeckt und auch 2024 MK war bis vor kurzem noch unbekannt. Der Asteroid wurde erst am 16. Juni 2024, also knapp zwei Wochen vor seiner Annäherung an die Erde, entdeckt.

Was tun, wenn ein Asteroid der Erde gefährlich wird?

Da Asteroiden der Erde gefährlich werden können, gibt es zahlreiche automatisierte Teleskopsysteme, die dauerhaft nach Asteroiden Ausschau halten. Bei der Esa gibt es dafür beispielsweise ein Frühwarnsystem. Möglicherweise gefährliche Asteroiden werden regelmäßig beobachtet. Eine Beobachtungslücke – Asteroiden, die aus Richtung der Sonne zur Erde fliegen, können nicht rechtzeitig gesehen werden – soll durch Weltraumteleskope geschlossen werden.

Gleichzeitig arbeitet die Forschung an der sogenannten „planetaren Verteidigung“ und überlegt, was im Fall eines bedrohlichen Asteroiden zu tun wäre. Im Herbst 2022 fand erstmals ein Praxistest statt: Die Nasa-Raumsonde „Dart“ rammte den kleinen Asteroiden „Dimorphos“ und schaffte es tatsächlich, dessen Flugbahn zu verändern. Aber auch theoretische Konzepte werden erarbeitet – beispielsweise, ob und wie Atombomben gegen Asteroiden zum Einsatz kommen könnten.

In kosmischen Dimensionen „schrammt“ Asteroid 2024 MK an der Erde vorbei

Dann wäre da noch der Abstand, mit dem der Asteroid am 29. Juni 15.46 Uhr (MESZ) mit einer Geschwindigkeit von knapp 34.000 km/h an der Erde vorbeirast: Er ist sehr gering. In kosmischen Dimensionen „schrammt“ er geradezu an der Erde vorbei und kommt ihr dabei näher als jeder andere Himmelskörper. 2024 MK wird etwa 290.000 Kilometer über der Erdoberfläche vorbeifliegen – er kommt der Erde dabei deutlich näher als der Mond. Der ist im Durchschnitt nämlich etwa 384.000 Kilometer von unserem Planeten entfernt.

Die Nasa geht davon aus, dass etwa alle 20.000 Jahre ein Asteroid einer Größe von 140 Metern die Erde trifft. Dabei entsteht ein Krater von einem bis zwei Kilometern Durchmesser, was vor allem in dicht bewohnten Regionen für zahlreiche Todesfälle sorgen kann. Im Fall des Asteroiden 2024 MK gilt das jedoch alles nicht.

Fachleute sind sicher: Asteroid 2024 MK ist keine Gefahr für die Erde

Fachleute sind sich sicher, dass trotz des geringen Abstands keine Gefahr für die Erde besteht. „2024 MK wurde erst vor einigen Tagen entdeckt. Ein so großer Asteroid, der der Erde so nahe kommt, ist ein seltenes Ereignis, aber es besteht keine Gefahr eines Einschlags“, betont auch der Leiter der Esa-Asteroidenabwehr, Richard Moissl.

Zahlen zur Bedrohung durch Asteroiden.

Weil der Asteroid der Erde so nahe kommt, kann er bereits mit kleinen Teleskopen beobachtet werden. Dazu muss es jedoch rund um den Zeitpunkt der größten Annäherung am Beobachtungsort dunkel sein. Von der Südhalbkugel aus kann man den Asteroiden vor seiner größten Annäherung beobachten, auf der Nordhalbkugel kann man ihn danach besser beobachten, heißt es in einem Newsletter des Near-Earth Object Coordination Centre der Esa.

Wer den Asteroiden mit eigenen Augen sehen will, ohne ein Teleskop zu besitzen, hat Glück. Das Virtual Telescope Project will den Asteroiden in den Stunden nach seinem Vorbeiflug an der Erde im Livestream zeigen (Beginn um 23 Uhr). (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Pond5 Images

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