Pünktlich zur „Primetime“

Himmelsspektakel im Oktober – Wann und wo die partielle Mondfinsternis zu sehen ist

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Mond, Erde und Sonne stehen Ende Oktober genau richtig, um eine partielle Mondfinsternis möglich zu machen.

Frankfurt – Wenn der nächste Vollmond am 28. Oktober am Abendhimmel erscheint, befindet er sich noch recht nah an der Erde. Nur 365.500 Kilometer trennen ihn von unserem Planeten. Doch besonders ist an diesem Abend etwas anderes: Der Vollmond, die Sonne und die Erde reihen sich so im Weltall auf, dass der Schatten der Erde den Mond streift – eine partielle Mondfinsternis entsteht.

Die ist überall dort zu sehen, wo der Mond zu diesem Zeitpunkt am Himmel steht. Zwar wird der Mond dieses Mal nur ein kleines Stück vom Erdschatten „angeknabbert“ – dafür kann man die Mondfinsternis in Deutschland komplett verfolgen. Maximal sechs Prozent der Mondscheibe werden während der knapp viereinhalb Stunden dauernden partiellen Mondfinsternis vom Schatten der Erde bedeckt. Mit dem bloßen Auge sieht das wenig eindrucksvoll aus – ein Blick durch ein Fernglas oder Teleskop zeigt das Himmelsereignis besser.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern. © Imago/MiS
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht. © Imago/Alan Dyer
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt. © Imago/Gottfried Czepluch
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist. © Imago/Riccardo Fabi
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller.
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller. © Imago/Pixsell
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot. © Imago/ANE Edition
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird.
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird. © imago/Silas Stein
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet.
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet. © Imago/Jon G. Fuller
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt.
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt. © Imago/imagebroker
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche.
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche. © imago/Deutzmann
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste.
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste. © imago/Nasa
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren.
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren. © Imago/UIG
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond.
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond. © imago
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa.
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa. © Imago/Cover-Images

Partielle Mondfinsternis am 28. Oktober 2023: Viele Angebote, den Mond zu beobachten

Da trifft es sich gut, dass die Vereinigung der Sternfreunde (VdS) den 28. Oktober als Datum für den Astronomietag 2023 ausgewählt hat. Sternwarten, Vereine und Planetarien bieten an diesem Tag zahlreiche Aktivitäten rund um den Sternenhimmel an – und sicherlich wird es auch viele Angebote geben, die Mondfinsternis zu sehen. Aber auch jenseits der „MoFi“ ist der Sternenhimmel im Oktober interessant zu beobachten.

Wenn das Wetter mitspielt, ist das Timing der partiellen Mondfinsternis in Deutschland perfekt – sie beginnt nämlich quasi zur „Primetime“. Um 20.00 Uhr (MESZ) tritt der Mond in den Halbschatten der Erde ein. Das ist für Beobachtende allerdings erst einmal kaum wahrzunehmen, da sich nur ein leichter Grauschleier über den Mond legt. Spannender wird es ab 21.35 Uhr, wenn der Mond in den Kernschatten der Erde eintritt. Ab jetzt kann man sehen, wie der Mond von unten etwas „angeknabbert“ wird.

Zeitplan: Zu diesen Uhrzeiten ist die partielle Mondfinsternis zu sehen

Mondaufgang:gegen 18.00 Uhr (je nach Standort)
Mond tritt in den Halbschatten ein:20.00 Uhr (MESZ) am 28.10.2023
Mond tritt in den Kernschatten ein:21.35 Uhr
Maximum der partiellen Mondfinsternis:22.14 Uhr
Mond tritt aus Kernschatten aus:22.53 Uhr
Mond tritt aus Halbschatten aus:00.28 Uhr am 29.10.2023
Monduntergang:gegen 08.00 Uhr am 29.10.2023 (je nach Standort)
Quellen: VdS/timeandate.de

Himmelsspektakel im Oktober: Mond wird nur partiell vom Erdschatten bedeckt

Um 22.14 Uhr erreicht die partielle Mondfinsternis ihren Höhepunkt, eine gute halbe Stunde später tritt der Mond wieder aus dem Kernschatten der Erde aus. Um 00.28 Uhr am 29. Oktober ist der gesamte Spuk vorbei – dann hat auch der Halbschatten der Erde den Mond wieder freigegeben.

Aufgrund der Himmelsmechanik findet immer zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis eine Sonnenfinsternis statt. Dieses Mal ist am 14. Oktober in Teilen der Welt eine spektakuläre ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen. (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne

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