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Donald Trump und Elon Musk wollen zwei „gestrandete“ Astronauten zur Erde zurückholen. Die Nasa spielt mit und findet wohl einen Weg.
Update vom 12. Februar 2025, 8.50 Uhr: Sunita Williams und Butch Wilmore befinden sich seit Juni 2024 an Bord der ISS. Nun können die beiden Nasa-Astronauten offenbar etwas früher zur Erde zurückkehren, als bisher geplant (s. Erstmeldung). Es sei entschieden worden, eine bereits im Einsatz gewesene „Crew Dragon“-Kapsel anstelle einer neuen für den Transport der Astronauten zu benutzen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. Diese Kapsel könne wahrscheinlich schon Mitte März statt Ende März zur Verfügung stehen – „wenn die Mission dann bereit sein sollte“.
Derzeit werde der 12. März als Startdatum für die sogenannte „Crew 10“ anvisiert, sie besteht aus den US-Astronautinnen Anne McClain und Nichole Ayers sowie dem japanischen Astronauten Takuya Onishi und dem russischen Kosmonauten Kirill Peskow. Einige Tag nach der Ankunft der Ablöse-Crew an der ISS sollen dann die beiden festsitzenden Astronauten Suni Williams und Barry Wilmore gemeinsam mit ihren Kollegen Nick Hague und Alexander Gorbunow zur Erde zurückkehren.
Donald Trump will Nasa-Astronauten früher zur Erde zurückholen
Erstmeldung vom 30. Januar 2025: Washington D.C. – Mit der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten war klar: Gemeinsam mit seinem Berater Elon Musk wird er die Raumfahrt in den USA grundlegend verändern. Beide wollen lieber menschliche Missionen zum Mars schicken anstatt zum Mond – und haben nun ein vermeintliches Problem auf der Internationalen Raumstation ISS in Angriff genommen. Dort leben bereits seit Juni 2024 die Nasa-Astronautin Sunita Williams und ihr Kollege Butch Wilmore. Beide flogen mit einem Boeing-Raumschiff zur ISS, durften aus Sicherheitsgründen jedoch nicht mehr mit ihm zur Erde zurückfliegen.
Doch für die Rückkehr der beiden vermeintlich „gestrandeten“ Raumfahrenden gibt es bereits seit dem Sommer eine Lösung, sogar ein SpaceX-Raumschiff befindet sich bereits an der ISS. Mit dieser „Crew Dragon“-Kapsel sollen Williams und Wilmore im März (zuerst war Februar geplant, doch diesen Termin musste SpaceX verschieben) zur Erde zurückkehren. Das ist für Trump und Musk aber offenbar zu spät.
Trump und Musk wollen „gestrandete“ Nasa-Astronauten von der ISS retten
Der US-Präsident äußerte sich auf Truth Social und bat Elon Musk und SpaceX, „die beiden tapferen Astronauten zu ‚holen‘, die von der Biden-Regierung im Weltraum praktisch im Stich gelassen wurden“. Er fügte hinzu: „Elon wird sich bald auf den Weg machen. Hoffentlich werden alle sicher sein. Viel Glück Elon!“ Musk reagierte auf X mit den Worten: „Wir werden das tun. Schrecklich, dass die Biden-Regierung sie so lange dort gelassen hat.“ Wie genau der Rettungsversuch von Musk und Trump aussehen und wie schnell er starten soll, ist noch unklar.
Fest steht jedoch, dass es wahrscheinlich gar nicht möglich ist, die Rückkehr der gestrandeten Astronautin und ihres Kollegen zu beschleunigen. Das würde nämlich bedeuten, dass sich nur noch ein US-Amerikaner an Bord befindet und alleine für das amerikanische Segment der ISS verantwortlich ist. Er hätte dann wegen der anfallenden Alltagsarbeiten kaum noch Zeit, die wichtigen Experimente in der Schwerelosigkeit durchzuführen. Dazu kommt, dass bei einer früheren Rückreise zur Erde die wichtige Übergabe mit der nächsten Nasa-Crew nicht möglich ist.
Nasa legt großen Wert auf persönliche Übergabe der Astronauten
Darauf legt die Nasa jedoch großen Wert, um den Übergang von einer zur nächsten Crew möglichst reibungslos zu machen. Die neue Crew soll im März zur ISS aufbrechen – und erst einige Tage später sollen Williams, Wilmore und der Rest ihrer Crew zur Erde zurückkehren. Eine frühere Abholung durch eine weitere Raumkapsel ist rein logistisch nicht möglich, wie der Raumfahrt-Youtuber Tim Dodd („Everyday Astronaut“) auf X erklärt: Alle Kapseln seien entweder derzeit in Aktion oder schon verplant.
Von der Nasa hört man zu diesem Thema nicht viel, außer der offiziellen Erklärung, man arbeite daran, Williams und Wilmore „so schnell wie möglich sicher zurückzubringen“. Gleichzeitig werde der Start der neuen Crew vorbereitet, „um die Übergabe zwischen den Expeditionen abzuschließen“. Und auch die Personen, um die sich die ganze Geschichte dreht, sind relativ still. Während auf der Erde über ihre „Rettung“ diskutiert wird, führen Wilmore und Williams auf der ISS ihre Aufgaben durch – unter anderem ein Außenbordeinsatz am 30. Januar, bei dem sie nach Mikroben außerhalb der Raumstation suchen. (tab/dpa)
Rubriklistenbild: © Uncredited/NASA/AP/dpa


