Bei einer Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Vollmond genau auf einer Linie – der Schatten der Erde fällt auf den Mond und verdeckt ihn. Dieses Phänomen sorgt auch für die ungewöhnliche Farbe des Vollmonds bei der totalen Mondfinsternis. Sobald der Mond komplett vom Erdschatten bedeckt ist, erscheint er rötlich – der Erdschatten lässt nämlich bevorzugt die rote Wellenlänge des Sonnenlichts durch.
Sternenhimmel im September 2025: Totale Mondfinsternis ist das Highlight des Jahres
Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde erklärt das Phänomen bei IPPEN.MEDIA aus einer anderen Perspektive: „Vom Mond aus gesehen ist die Erde von einem leuchtenden Ring umgeben, der Atmosphäre. Diese Streuung bevorzugt das rote Licht, wie auch die Sonnenuntergänge rötlich gefärbt sind. Deshalb erscheint der Mond in Rottönen.“
Dass der Vollmond bis 20.53 Uhr total verfinstert ist, kann man nutzen, um sich den Sternenhimmel anzuschauen. Normalerweise ist der Vollmond nämlich so hell, dass in seiner unmittelbaren Umgebung am Himmel kein Stern mehr zu sehen ist. Ein Blick auf den Sternenhimmel im September: Was Planeten angeht, ist am Abend lediglich der Saturn zu sehen. Er befindet sich im Sternbild Fische und erreicht im September seine beste Beobachtungszeit. Am Tag der Mondfinsternis kann er ein Stück links unterhalb des Vollmonds entdeckt werden.
Die Planeten Saturn und Jupiter sind am Himmel zu sehen
Saturn ist zurzeit etwa 1277 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Das Licht braucht für diese Distanz etwa eine Stunde und elf Minuten – eigentlich unglaublich, dass man mit einem Teleskop die Ringe des Saturn erkennen kann. Der größte Planet unseres Sonnensystems ist Jupiter. Er taucht im Laufe der Nacht im Osten auf – Anfang des Monats noch deutlich nach Mitternacht, gegen Ende des Monats geht Jupiter bereits kurz nach Mitternacht auf. Auch bei ihm lohnt sich übrigens ein Blick durch ein Hilfsmittel: Schon mit einem Fernglas kann man die vier größten Monde Io, Europa, Ganymed und Callisto (die Galileischen Monde) erkennen.
Während Mars und Merkur im September unsichtbar bleiben, kann man den hellsten Planeten unseres Sonnensystems weiterhin am Morgenhimmel finden: Die Venus ist weiter als „Morgenstern“ unterwegs, doch ihre Sichtbarkeitsdauer nimmt ab, da sie immer später aufgeht. Gleichzeitig wird das Venus-Scheibchen im Teleskop kleiner.
Astronomische Termine im September 2025
Vollmond: am 7. September 2025, 20.08 Uhr (totale Mondfinsternis)
Neumond: am 21. September 2025, 21.54 Uhr
Herbst-Tagundnachtgleiche: am 22. September um 20.19 Uhr
Die Herbststernbilder tauchen im September auf
Wer sich die Sternbilder im September anschaut, erkennt, dass die Sommersternbilder sich im Gegensatz zum August weiter nach Westen verschoben haben. Im Osten tauchen nämlich die ersten Herbststernbilder – zum Beispiel Pegasus, Andromeda oder Perseus – auf. Fast genau im Zenit kann man im September das Sternbild Schwan mit seinem hellsten Stern Deneb entdecken. Hat man einen dunklen Beobachtungsstandort gewählt, kann man im Hintergrund das milchige Band der Milchstraße erkennen. (tab)