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Die Wintersternbilder dominieren den Sternenhimmel im Januar – vor allem der „Himmelsjäger“ Orion ist nicht zu übersehen. Auch Planeten sind sichtbar.
Frankfurt – Am Sternenhimmel im Januar verändert sich gegenüber dem Nachthimmel im Dezember nicht viel. Es ist tiefster Winter und das wird auch an den sichtbaren Wintersternbildern weiter deutlich. Die größte Veränderung ist vielleicht das prominenteste Sternbild des Winterhimmels. Orion ist nämlich Anfang des Monats bereits sehr bald nach Sonnenuntergang komplett im Osten am Himmel zu sehen. Mitte Januar steht der „Himmelsjäger“ mit Anbruch der Dunkelheit bereits deutlich über dem Horizont und ist im Laufe des Monats immer früher zu sehen.
Die Form des Sternbilds Orion erinnert an eine Sanduhr, die am dunklen Himmel kaum zu übersehen ist. Das Sternbild steht für Orion, den Sohn des Meeresgotts Poseidon aus der griechischen Mythologie. Die Sanduhr-Form bildet dabei den Körper von den Schultern zu den Knien, eine Hand hält ein Schild in die Höhe, die andere eine Waffe. Am auffälligsten ist jedoch Orions „Gürtel“: Er besteht aus den drei Sternen Mintaka, Alnilam und Alnitak, die nah beieinander zu stehen scheinen. Vom „Gürtel“ hängt sein „Schwert“ nach unten – es handelt sich um den berühmten Orion-Nebel (M42), der bereits mit bloßem Auge zu sehen ist.
Sternenhimmel im Januar: Wintermilchstraße schlängelt sich durch die Sternbilder
Orion ist nicht das einzige auffällige am Sternenhimmel im Januar. Wer bei dunklem Himmel genau hinschaut, kann die Wintermilchstraße erkennen, die sich durch die Sternbilder Kassiopieia, Perseus, Fuhrmann, Stier, Zwillinge, Einhorn und Großer Hund zieht. Sie erscheint im Winter nicht so hell wie im Sommer, denn derzeit schauen wir aus unserer irdischen Perspektive auf den Rand der Galaxie, im Sommer ist dagegen das hellere Zentrum der Milchstraße zu sehen.
Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel




Planet Merkur ist im Januar 2024 am Himmel zu sehen
Wer den Sternenhimmel beobachtet, kommt an den Planeten nicht vorbei. Im Januar sind vor allem Venus, Jupiter und Merkur interessant. Letzteren soll der berühmte Astronom Johannes Kepler der Legende nach nie mit eigenen Augen gesehen haben. „Ich glaube das zwar nicht, aber der innerste Planet ist nicht leicht aufzuspüren“, sagt Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde dazu. Er hat ausgerechnet, dass der Merkur ab dem 8. Januar 2024 am Himmel zu sehen ist.
„Rein rechnerisch ist die beste Sichtbarkeit am 12. Januar gegeben“, so der Fachmann. „Der Planet steht gegen 7.15 Uhr flach am Osthimmel, nur fünf Grad hoch. Man braucht eine freie Horizontsicht.“ Die Dämmerung habe dann zwar bereits begonnen, das sei bei Merkur-Beobachtungen in unseren Breiten aber immer so. Schließlich befindet sich Merkur relativ nah an der Sonne. Ein Stück weiter rechts von Merkur befindet sich der etwa gleich helle Stern Antares. Verwechseln kann man die beiden jedoch nicht, betont Pilz: „Antares ist deutlich röter.“
Planeten im Januar: Venus dominiert am Morgen, Jupiter am Abend
Einer der sichtbarsten Planeten der vergangenen Monate war die Venus. Die ist auch im Januar noch als Morgenstern zu sehen. Allerdings rückt sie näher an die Sonne und verkürzt ihre Sichtbarkeit im Laufe des Monats deutlich. Am 9. Januar bildet die Venus gemeinsam mit Merkur und der abnehmenden Mondsichel ein schönes Trio am Morgenhimmel. Bis Mitte Februar ist die Venus noch am Morgenhimmel zu sehen – dann wird es schwierig, weil der Planet im Licht der aufgehenden Sonne „ertrinkt“.
Der größte und zweithellste Planet unseres Sonnensystems, Jupiter, dominiert auch im Januar den Abendhimmel. Gegen 19 Uhr steht er am höchsten und kann kaum verfehlt werden. Sternfreund Pilz hat einen Beobachtungstipp: „Sehr interessant ist es, die Umläufe der vier hellen Monde zu verfolgen. Hierzu benötigt man ein Fernglas, aber das kleinste genügt.“ Beobachtet man den Jupiter zu unterschiedlichen Zeiten, kann man sehen, wie die vier Galileischen Monde Io, Kallisto, Europa und Ganymed um ihn herum „tanzen“.
Jupiter-Monde kann man sogar aus der Stadt beobachten – und auch durchs offene Fenster
Für Menschen, die in der Stadt wohnen, hat Pilz eine gute Nachricht: „Diese Beobachtung kann man auch vorm aufgehellten Himmel der Stadt ausführen, sogar einfach durchs offene Fenster.“ Eine Begegnung zwischen Jupiter und dem zunehmenden Halbmond kann man am 18. Januar am Himmel sehen.
Nicht mehr gut zu beobachten ist dagegen der zweite Gasriese in unserem Sonnensystem: Saturn. Der Riesenplanet geht abends bereits früh unter und ist Ende des Monats gar nicht mehr zu sehen. Bevor er verschwindet, bekommt er am 14. Januar noch einmal Besuch von der zunehmenden Mondsichel.
Sternschnuppen im Januar: Quadrantiden/Bootiden kurz nach dem Jahreswechsel
Im Januar ist einer der besten Meteorströme des Jahres aktiv: die Quadrantiden. Ihre Aktivität beginnt bereits am 28. Dezember und reicht bis zum 12. Januar, das Maximum fällt auf den Morgen des 4. Januar. Die Zahl der Sternschnuppen kann stark variieren und liegt zwischen 60 und 200 pro Stunde. Für das Jahr 2024 sagt die International Meteor Organization (IMO) etwa 80 Sternschnuppen pro Stunde voraus. Weil dieser Wert jedoch für die Anzahl der Meteore bei perfekten Beobachtungsbedingungen steht, sollte man bei der Beobachtung mit weniger Meteoren rechnen.
Wer die Sternschnuppen beobachten möchte, sollte den Morgen des 4. Januar in den Stunden vor Sonnenaufgang anpeilen. Die Meteore der Quadrantiden haben ihren Ausgangspunkt im Sternbild Bärenhüter (Bootes), weshalb sie auch Bootiden genannt werden. Das Sternbild steht morgens relativ hoch im Südosten am Himmel. (tab)
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