Himmelsspektakel

Totale Mondfinsternis: Livestreams zeigen den „Blutmond“ trotz Wolken

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Wenn schlechtes Wetter den Blick auf die totale Mondfinsternis verhindert, gibt es Livestreams, die das Himmelsspektakel zeigen.

Frankfurt – Eine seltene astronomische Erscheinung wird am 7. September 2025 den Abendhimmel in ein faszinierendes Schauspiel verwandeln. Der Vollmond wird sich während einer totalen Mondfinsternis in einen leuchtend roten „Blutmond“ verwandeln – ein Ereignis, das mehr als sieben Milliarden Menschen weltweit beobachten können.

Bei einer Mondfinsternis schiebt sich der Vollmond in den Schatten, den die Erde ins Weltall wirft. (Archivbild)

Die bevorstehende totale Mondfinsternis bietet eine besondere Gelegenheit für ein gemeinsames Naturerlebnis. Während politische und kulturelle Unterschiede die Menschheit oft trennen, schafft der Blick zum Nachthimmel eine seltene Form der globalen Verbundenheit. Bewohner in Europa, Afrika, Asien und Teilen Australiens werden besonders gute Sichtbedingungen haben. Wer dagegen in den USA lebt oder einen bewölkten Himmel hat, wird die totale Mondfinsternis am 7. September 2025 nicht sehen können – gut, dass es im digitalen Zeitalter Abhilfe gibt: Livestreams zeigen die Mondfinsternis für alle, die sie nicht am Himmel sehen können.

Totale Mondfinsternis im Livestream: Den „Blutmond“ im Internet anschauen

Das Virtual Telescope Project, das erst kürzlich live den Vorbeiflug eines Asteroiden im Internet zeigte, plant, den „Blutmond“ kurz nach seinem Aufgang über dem italienischen Horizont zu zeigen. Der Mondfinsternis-Livestream soll um 19.45 Uhr beginnen und wird auf Youtube zu sehen sein.

Auch das Portal Time and Date will eine umfassende Übertragung anbieten. Mit einem mobilen Observatorium auf Zypern und Live-Schaltungen nach Australien, Dubai und Deutschland soll eine vielseitige Berichterstattung gewährleistet werden. Auch diese Übertragung wird auf YouTube verfügbar sein und zwar ab 18 Uhr.

Totale Mondfinsternis mit „Blutmond“: Die schönsten Bilder – Himmelsspektakel rund um die Welt

Der „Blutmond“ war der Höhepunkt der totalen Mondfinsternis, die am Abend des 7. September 2025 fast überall auf der Welt zu sehen war.
Der „Blutmond“ war der Höhepunkt der totalen Mondfinsternis, die am Abend des 7. September 2025 fast überall auf der Welt zu sehen war. © IMAGO/Vladimir Smirnov
Bei einer Mondfinsternis schiebt sich der Schatten der Erde vor den Vollmond – der erscheint während der totalen Phase rot verdunkelt und wird „Blutmond“ genannt.
Bei einer Mondfinsternis schiebt sich der Schatten der Erde vor den Vollmond – der erscheint während der totalen Phase rot verdunkelt und wird „Blutmond“ genannt. © IMAGO/Ayhan Mehmet
Verantwortlich für die rote Färbung ist die sogenannte Rayleigh-Strahlung, die die rote Wellenlänge des Lichts bevorzugt und kurzwelliges blaues Licht ausfiltert. So leuchtet der Mond rot.
Verantwortlich für die rote Färbung ist die sogenannte Rayleigh-Strahlung, die die rote Wellenlänge des Lichts bevorzugt und kurzwelliges blaues Licht ausfiltert. So leuchtet der Mond rot. © IMAGO/Andreas Franke
Die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis bis zur Totalität, fotografiert in Indien.
Die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis bis zur Totalität, fotografiert in Indien.  © IMAGO/David Talukdar
Die Mondfinsternis war in großen Teilen der Erde sichtbar – insgesamt konnten mehr als sieben Milliarden Menschen das Spektakel verfolgen. Unter anderem in den USA war der Himmel während der Mondfinsternis jedoch hell und der Mond war nicht zu sehen.
Die Mondfinsternis war in großen Teilen der Erde sichtbar – insgesamt konnten mehr als sieben Milliarden Menschen das Spektakel verfolgen. Unter anderem in den USA war der Himmel während der Mondfinsternis jedoch hell und der Mond war nicht zu sehen. © IMAGO/Andreas Stroh
Der „Blutmond“ über Bukarest.
Der „Blutmond“ über Bukarest. © IMAGO/VLAD BEREHOLSCHI
Der Blutmond steht neben dem Fernsehturm in Braunschweig.
Der Blutmond steht neben dem Fernsehturm in Braunschweig. © IMAGO/Norbert Neetz
Der Blutmond ist hinter dem Engel „Fama“ auf der Kunstakademie in Dresden zu sehen.
Der Blutmond ist hinter dem Engel „Fama“ auf der Kunstakademie in Dresden zu sehen. © Robert Michael/dpa
Nicht überall konnte man den Blutmond so schön sehen wie auf diesem Bild. In Deutschland ging er total verfinstert auf und versteckte sich vielerorts hinter den Wolken.
Nicht überall konnte man den Blutmond so schön sehen wie auf diesem Bild. In Deutschland ging er total verfinstert auf und versteckte sich vielerorts hinter den Wolken. © IMAGO/VLAD BEREHOLSCHI
Der Blutmond in Leipzig, beobachtet von einer Parkbank aus.
Der Blutmond in Leipzig, beobachtet von einer Parkbank aus. © Jan Woitas/dpa
Vom Blutmond wurden sicherlich viele Fotos gemacht.
Vom Blutmond wurden sicherlich viele Fotos gemacht. © Robert Michael/dpa
Neben dem Blutmond konnte man mit etwas Glück auch Sterne am Himmel sehen.
Neben dem Blutmond konnte man mit etwas Glück auch Sterne am Himmel sehen. © Patrick Pleul/dpa
Der Erdschatten gibt einen Teil des Vollmondes wieder frei.
Der Erdschatten gibt einen Teil des Vollmondes wieder frei. © Jens Büttner/dpa
Unter dem Blutmond sind einige Sterne zu sehen.
Unter dem Blutmond sind einige Sterne zu sehen. © Patrick Pleul/dpa
Trotz wolkigem Himmel war die Mondfinsternis auch über der US-Metropole New York gut zu sehen.
Trotz wolkigem Himmel war die Mondfinsternis auch über der US-Metropole New York gut zu sehen. © Spencer Platt/AFP
Bestens ausgerüstet gingen Blutmond-Fans in Indonesien auf die Straße, um das Himmelsereignis zu beobachten.
Bestens ausgerüstet gingen Blutmond-Fans in Indonesien auf die Straße, um das Himmelsereignis zu beobachten. © Juni Kriswanto/AFP
Spektakuläre Bilder des Blutmonds auch aus Indien.
Spektakuläre Bilder des Blutmonds auch aus Indien. © Arun Sankar/AFP
In der Türkei war der Himmel teils trüb, die Mondfinsternis aber dennoch gut zu erspähen.
In der Türkei war der Himmel teils trüb, die Mondfinsternis aber dennoch gut zu erspähen. © Kemal Aslan/AFP
Der Blutmond hier über einer Airbase im portugiesischen Sintra.
Der Blutmond hier über einer Airbase im portugiesischen Sintra. © Henrique Casinhas/picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Press Wire
Das war es erst einmal mit dem Blutmond – die nächste totale Mondfinsternis ist in Deutschland erst im Dezember 2028 zu sehen.
Das war es erst einmal mit dem Blutmond – die nächste totale Mondfinsternis ist in Deutschland erst im Dezember 2028 zu sehen. © Patrick Pleul/dpa

Astronomie-Ereignisse wie eine Mondfinsternis verbinden Menschen – im Livestream und offline

Astronomische Phänomene wie Mondfinsternisse haben die Menschheit seit jeher fasziniert und zusammengebracht. Lange vor der Erfindung moderner Kommunikationsmittel versammelten sich Menschen unter dem Sternenhimmel, um gemeinsam Zeuge dieser kosmischen Ereignisse zu werden. Die digitalen Möglichkeiten der Gegenwart erweitern dieses gemeinschaftliche Erlebnis nun über geografische Grenzen hinweg. Die totale Mondfinsternis am 7. September 2025 bietet somit eine seltene Gelegenheit, Teil eines globalen Naturerlebnisses zu werden – ob durch direkten Blick zum Himmel oder über digitale Kanäle.

Das Phänomen des „Blutmonds“ entsteht durch eine spezifische Konstellation im Sonnensystem. Eine totale Mondfinsternis tritt auf, wenn sich die Erde exakt zwischen Sonne und Mond positioniert. Der Erdschatten fällt dann vollständig auf die Mondoberfläche. Die charakteristische rötliche Färbung wird durch die Rayleigh-Streuung verursacht – ein physikalischer Prozess, bei dem das Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre gefiltert wird. (tab)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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