VonAlexander Haagschließen
Protestaktion am Donnerstagabend im Gmünder Schießtal: Die Kreuze und Grablichter sollen nicht nur die Trauer symbolisieren. Hüseyin Ekinci: "Wir werden bis zum Ende kämpfen!"
Schwäbisch Gmünd. Die Gewerkschaft IG Metall macht mobil gegen den geplanten Stellenabbau bei Bosch am Standort Schwäbisch Gmünd. Rund 100 Grabkreuze und Lichter symbolisieren vor dem Werk II im Schießtal einen Friedhof. „Es geht hier um verlorene Existenzen und zerstörte Perspektiven“, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und Vertrauenskörperleiter Hüseyin Ekinci bei der Protestaktion am Donnerstagabend.
Ekinci: "Tiefpunkt in der Bosch-Unternehmensgeschichte"
Wenn die Beschäftigten künftig zum Werk II ins Schießtal fahren, müssen sie an dem Friedhof vorbei. Die Grablichter sind am Donnerstag nach Einbruch der Dunkelheit erstmals angezündet worden. Hüseyin Ekinci spricht dabei von einem „Tiefpunkt in der Bosch-Unternehmensgeschichte“. Der Konzern hat angekündigt, bis 2030 weitere 1300 Jobs in Gmünd streichen zu wollen. „Das Verhalten des Arbeitgebers hat nichts mehr mit Respekt und Anstand zu tun“, sagt Ekinci. Und bekommt Zustimmung. Die Belegschaft in Gmünd habe kein Vertrauen mehr zum jetzigen Management.
Zerstörte Perspektiven und verlorene Existenzen
„Der Friedhof mit den Grabkreuzen und Lichtern steht nicht nur für die geplanten Stellenstreichungen, sondern auch für etwas viel Größeres: für verlorene Existenzen und zerstörte Perspektiven, die uns alle betreffen.“ Die Grablichter sollen nicht nur Trauer symbolisieren. „Sie stehen auch für unser Licht. Für unsere Entschlossenheit. Für unsere gemeinsame Kraft. Dafür werden wir bis zum Ende kämpfen“, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende und Vertrauenskörperleiter.
OB Richard Arnold unterstützt Aktion
Bereits im Vorfeld der Aktion sagt Oberbürgermeister Richard Arnold, dass „die Gewerkschaft und Belegschaft damit ihrem Unmut Ausdruck verleihen“. Und: „Ich wünsche der Aktion alles Gute. Wir haben diese ordnungsrechtlich begleitet.“

