Auftragsflaute hält an

Maschinenbauer aus Baden-Württemberg schickt Mitarbeiter erneut in Kurzarbeit

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Der Maschinenbauer Knoll hatte für Teile der Belegschaft bereits im April Kurzarbeit angemeldet und greift nun erneut auf die Maßnahme zurück.

Bad Saulgau - Aufgrund der anhaltenden Problematik der niedrigen Auftragslage ist die Kurzarbeit auch in der Wirtschaft in Baden-Württemberg weiterhin ein Thema. Der Baumaschinenhersteller Liebherr hat jüngst die bereits seit Januar 2024 geltende Maßnahme am Standort Biberach bis einschließlich Januar 2025 verlängert, wie BW24 auf Nachfrage erfuhr. Auch der Maschinenbauer Knoll mit Sitz in Bad Saulgau (Kreis Sigmaringen) schickt Teile der Belegschaft erneut in die Kurzarbeit.

Der Maschinenbauer aus Baden-Württemberg hatte bereits im April Kurzarbeit angemeldet und die Maßnahme mit einem deutlichen Auftragsrückgang begründet. Wie die Schwäbische Zeitung aktuell berichtet, konnte das auf Werkzeugmaschinen spezialisierte Familienunternehmen im ersten Halbjahr zwar knapp 100 Millionen Euro an Umsatz erwirtschaften, die Auftragslage liege aber weiterhin unter dem Vorjahreswert. Deshalb sind am Stammsitz von Knoll in Bad Saulgau erneut 30 Prozent der Belegschaft in Kurzarbeit.

Maschinenbauer Knoll schickt Teile der Belegschaft erneut in Kurzarbeit

Der 1970 gegründete Maschinenbauer Knoll ist der größte Arbeitgeber der oberschwäbischen Kur- und Bäderstadt Bad Saulgau und beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter. Als Hersteller von unter anderem Pumplösungen für die Maschinenbau- und Automobilindustrie ist Knoll allerdings auch von den Herausforderungen der Transformation betroffen und kämpft zudem mit gestiegenen Kosten für Energie und Aufwand. Deshalb hat der Maschinenbauer in Bad Saulgau erneut Kurzarbeit angemeldet, die basierend auf den aktuellen Auftragseingängen mutmaßlich bis Jahresende andauern wird.

Die Auftragsflaute bei Maschinenbauer Knoll hält an. Erneut sind Teile der Belegschaft am Stammsitz in Kurzarbeit.
Name Knoll Maschinenbau GmbH
Gründung 1970
HauptsitzBad Saulgau, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter 1.089
Umsatz 180,56 Millionen Euro

„Unser Unternehmen startete im April die Kurzarbeit für circa ein Drittel der Belegschaft aus allen Bereichen“, erklärte Matthias Knoll, gemeinsam mit seinem Bruder Jürgen Geschäftsführer des Maschinenbauers, auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung. „Schon im Juni konnten wir diese aufgrund der Auftragsfälligkeiten wieder beenden.“ Zwei Monate später sind bei Knoll aber erneut 30 Prozent der Belegschaft, und damit rund 330 Mitarbeiter, in Kurzarbeit.

Am Sitz der Knoll Maschinenbau GmbH in der Kurstadt Bad Saulgau sind aktuell rund 330 Mitarbeiter erneut in Kurzarbeit.

Knoll-Chef sieht für sein Unternehmen auch Wachstumschancen – „jedoch erst in absehbarer Zukunft“

Insgesamt hat die Maschinenbauindustrie in Baden-Württemberg derzeit zu kämpfen. Der Laserspezialist Trumpf hat beispielsweise jüngst die Arbeitszeit und damit den Lohn von Teilen der Belegschaft gekürzt und der Hightech-Maschinenbauer Manz meldete für zwei Standorte im Bundesland Kurzarbeit an. Knoll-Geschäftsführer Matthias Knoll sieht für die Branche und speziell für sein Unternehmen aber auch Wachstumschancen. „Jedoch erst in absehbarer Zukunft“, machte er deutlich. Erst kürzlich hat das Familienunternehmen aber einen Großauftrag eines renommierten Herstellers von Zahnimplantaten an Land gezogen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Alexander Rochau

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