Akkugeräte-Produktion

Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg will Millionensumme investieren – mit einem Haken

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Das Waiblinger Traditionsunternehmen Stihl will eine hohe zweistellige Millionensumme in die Produktion von Akkugeräte investieren. Dabei gibt es aber einen Haken.

Waiblingen - Der Kettensägen-Weltmarktführer Stihl mit Sitz in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) hadert bereits seit einiger Zeit mit den hohen Produktionskosten in Deutschland. Nachdem das Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg seine Neubaupläne in Ludwigsburg auf Eis gelegt und stattdessen eine Ansiedlung in der Schweiz geprüft hatte, wurden Spekulationen laut, dass Stihl seine Tätigkeit vollständig ins Nachbarland verlagern könnte. Dieser Darstellung hat die Geschäftsführung bei der Vorstellung der Jahreszahlen für 2023 zwar deutlich widersprochen; dennoch investiert Stihl verstärkt im Ausland.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Erst vor wenigen Wochen hatte Stihl den Bau eines neuen Werkes in Rumänien begonnen, das rund 700 Arbeitsplätze schaffen soll. Auch in den USA will das schwäbische Familienunternehmen weiter investieren. Wie Welt aktuell berichtet, sind die Motorsägen und andere Geräte des Weltmarktführers in den Vereinigten Staaten besonders beliebt und genießen bereits Kultstatus. Zudem würden die Herstellungskosten in den USA rund 30 Prozent unter denen in Deutschland liegen, weswegen Stihl seine Investitionen in die Produktion von Akkugeräten verstärken will.

Stihl will mindestens 56 Millionen Euro in Produktion von Akkumaschinen in den USA investieren

Das 1926 ursprünglich in Stuttgart gegründete Unternehmen Stihl ist inzwischen in mehr als 160 Ländern tätig und bereits seit über 50 Jahren in den USA vertreten. Obwohl Stihl angekündigt hat, den Verbrenner-Geräten nicht abschwören zu wollen, soll die Umstellung auf Elektrogeräte vor allem in den Vereinigten Staaten vollzogen werden. „Wir sind mitten in einer Transformation“, erklärte Vorstandschef Michael Traub laut Welt. Bis 2025 will das Familienunternehmen aus Baden-Württemberg mindestens 60 Millionen US-Dollar (rund 56 Millionen Euro) in die Produktion von Akkumaschinen investieren.

Name Stihl Holding AG & Co. KG (STIHL)
Gründung 1926
Sitz Waiblingen-Neustadt, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Produkte Motorgeräte für verschiedene Branchen, Hochdruckreiniger
Mitarbeiter 19.085 (Ende 2023)
Umsatz 5,3 Milliarden Euro (2023)

Dass Stihl die Zukunftsproduktion in den USA ansiedelt, ist sicherlich kein Zufall, da der Gerätehersteller bereits jetzt rund zwei seiner zuletzt erzielten 5,5 Milliarden Euro Umsatz in den Staaten erzielt. Allerdings spielt bei der Wahl offenbar auch die deutsche Politik eine Rolle, die von Beiratschef Nikolas Stihl bereits seit Langem deutlich kritisiert wird. „Investitionen in eine neue Fertigung in Deutschland wird es von uns in den nächsten fünf Jahren ganz bestimmt nicht geben“, erklärte der Enkel des Firmengründers Andreas Stihl.

Stihl will mindestens 56 Millionen Euro in die Produktion von Akkumaschinen in den USA investieren.

Traditionsunternehmen musste 2023 einen Umsatzrückgang verkraften

Das Waiblinger Traditionsunternehmen hat, wie viele andere Unternehmen der Branche, derzeit nicht nur mit hohen Produktionskosten zu kämpfen, sondern musste im vergangenen Jahr einen deutlichen Umsatzrückgang verkraften. Das hatte auch Einfluss auf die weltweite Mitarbeiterzahl, die sich von 20.552 auf 19.085 verringerte. An den Standorten in Baden-Württemberg ist die Zahl der Mitarbeiter dagegen sogar gestiegen, obwohl das Stammhaus ebenfalls einen Umsatzrückgang verbuchen musste.

BW24 hatte bereits darüber berichtet, dass mehrere Familienunternehmen aus Baden-Württemberg in Deutschland einen Standortnachteil beklagten.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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