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Die Unsicherheit in der Elektromobilität führt zu einer massiven Verschiebung von Investitionen. Maschinenbauer Schuler reagiert mit einem Stellenabbau.
Göppingen - Die in der Automobilindustrie vorherrschende Krise führt dazu, dass der Pressenhersteller Schuler voraussichtlich 500 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen wird. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge am Mittwoch von einem Sprecher am Stammsitz in Göppingen bekannt gegeben. Insbesondere die rückläufigen Absatzzahlen für Personenkraftwagen und die anhaltende Unsicherheit im Bereich der Elektromobilität wurden als Gründe genannt. IG Metall-Chefin Barbara Resch hatte bereits vor vermehrtem Stellenabbau in der Maschinenbauindustrie Baden-Württembergs gewarnt.
„Die Hersteller verzeichnen in ihren Werken eine Unterauslastung, entsprechend niedrig ist die Nachfrage für Pressen“, erklärte der Sprecher von Schuler. „Es kommt zu einer massiven Verschiebung von Investitionen aus Europa; wir müssen uns mittelfristig auf eine geringere Nachfrage in Deutschland einstellen.“ Aufgrund einer niedrigen Nachfrage haben auch mehrere Maschinenbauer Kurzarbeit angemeldet; zuletzt etwa das Unternehmen Knoll.
Schuler will Stellenabbau in Deutschland möglichst sozialverträglich gestalten
Die Schuler Group mit Sitz in Göppingen bei Stuttgart ist ein Traditionsunternehmen, das bereits im Jahr 1839 gegründet wurde und inzwischen mit rund 4.700 Mitarbeitern, darunter 2.400 in Deutschland, weltweit tätig ist. Der Sprecher betonte, dass man alles in seiner Macht Stehende tun werde, um die Auswirkungen der Maßnahmen so sozial verträglich wie möglich zu gestalten. „Uns ist bewusst, dass hinter jeder abgebauten Stelle ein Kollege und seine Familie stehen, und deshalb fallen uns diese Entscheidungen alles andere als leicht“, erklärte er.
| Name | Schuler Group GmbH |
|---|---|
| Gründung | 1839 |
| Sitz | Göppingen, Baden-Württemberg |
| Branche | Maschinenbau |
| Mitarbeiter | 4.700 weltweit, davon 2.400 in Deutschland |
| Umsatz | keine Angaben |
Die Gespräche mit den zuständigen Arbeitnehmervertretungen über die konkrete Durchführung der Pläne sollen nun beginnen. Bereits im Juli 2019, vor dem Start der Corona-Pandemie, hatte die damalige Schuler AG den Abbau von 500 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt und erklärt, die Produktion in Göppingen einstellen zu wollen. Die neu gegründete Schuler Group GmbH übernahm zwei Jahre später die operativen Teile des Vorgängerunternehmens. Als Teil des österreichischen Andritz-Konzerns veröffentlicht Schuler keine eigenen Kennzahlen mehr.
Krise der Autoindustrie trifft nicht nur die Zulieferer - VW-Sparmaßnahmen ziehen Kreise
Die rückläufigen Absatzzahlen von Pkws und die stockende Transformation zur E-Mobilität belasten nicht nur die Zulieferer, sondern insbesondere auch die Hersteller. Der VW-Konzern hatte jüngst drastische Sparmaßnahmen verkündet, worauf auch die Stuttgarter Autobauer Porsche und Mercedes-Benz reagiert hatten. In der starken Maschinenbauindustrie Baden-Württembergs kommt derzeit aber auch eine Überkapazität aufgrund eines niedrigen Auftragseingangs dazu. Der Laserspezialist Trumpf hat deshalb kürzlich die Arbeitszeit und damit den Lohn von Teilen der Belegschaft am Stammsitz in Ditzingen gekürzt.
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