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Der VW-Konzern hat einen drastischen Stellenabbau angekündigt und will mindestens ein deutsches Werk schließen. Davon sind auch die Stuttgarter Autobauer nicht unberührt.
Stuttgart - Die deutsche Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen. Nachdem die größten Autozulieferer Bosch und die ZF Friedrichshafen bereits umfangreiche Stellenstreichungen angekündigt haben, trifft es nun auch den VW-Konzern. Berichten zufolge plant das Unternehmen, mindestens ein deutsches Werk zu schließen und hat umfangreiche Sparmaßnahmen inklusive eines umfassenden Stellenabbaus angekündigt. Diese Nachrichten lösten am Mittwoch (4. September) Proteste an mehreren Standorten, einschließlich des Stammwerks in Wolfsburg, aus.
Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg




Als Porsche-Chef Oliver Blume im September 2022 auch die Führung des Volkswagen-Konzerns übernahm, kündigte er neben einer Verkleinerung des Vorstands auch erhebliche Kosteneinsparungen an. Der größte Autohersteller Deutschlands hat sogar die Beschäftigungsgarantie aufgehoben und schließt nun betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Die Frage ist, wie die Konzerntochter Porsche und der Konkurrent Mercedes-Benz auf die Pläne aus Wolfsburg reagieren.
Sparmaßnahmen bei VW: Sportwagen-Tochter Porsche hält an Beschäftigungsgarantie fest
Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat der VW-Vorstand unter der Leitung von Oliver Blume die drastischen Sparmaßnahmen am Mittwoch mit dem extrem schwachen Autoabsatz begründet. Auch die Stuttgarter Autobauer haben mit diesen Problemen zu kämpfen, bieten jedoch eine Beschäftigungsgarantie für ihre deutschen Standorte. Porsche hält laut Stuttgarter Zeitung an der Standortsicherung (SOS) bis Juli 2030 an seinen Standorten in Zuffenhausen, Weissach, Bietigheim-Bissingen, Sachsenheim (alle in Baden-Württemberg) und im Produktionswerk der Porsche Leipzig GmbH fest.
Laut Bericht sind auch die anderen Porsche-Werke nicht von den Plänen aus Wolfsburg betroffen. Dies bezieht sich wahrscheinlich auf die konzernübergreifenden Standorte Osnabrück und Bratislava. „Wir sind solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen aus allen Standorten im VW-Konzern“, sagte Harald Buck, Betriebsratschef von Porsche. „Die Beschäftigten innerhalb des Konzerns stehen auch zusammen, und das macht uns alle stark.“ Bei Porsche sind zwar Ende 2023 rund 600 befristete Verträge ausgelaufen, aber einen konkreten Stellenabbau hat es bei dem Stuttgarter Sportwagenhersteller seit vielen Jahren nicht mehr gegeben.
Mercedes-Benz verweist auf Beschäftigungssicherung - bei Audi herrscht eine gewisse Unruhe
Laut Stuttgarter Zeitung muss sich auch die Belegschaft von Mercedes-Benz keine Sorgen machen, dass der schwäbische Weltkonzern dem Beispiel aus Wolfsburg folgt. „In einer Zeit der größten Transformation der Automobilbranche bietet Mercedes-Benz sichere Beschäftigung“, heißt es in einer aktuellen Erklärung. „Für die Mitarbeitenden der Mercedes-Benz Group AG, der Mercedes-Benz AG sowie der Mercedes-Benz Intellectual Property GmbH & Co. KG gilt eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029.“ Diese schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 aus. Betriebsratschef Ergun Lümali hatte bereits eine Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis 2035 gefordert.
Die Tatsache, dass der VW-Konzern derzeit einen so strengen Sparkurs verfolgen muss, hat sich bereits in der Vergangenheit abgezeichnet. Aufgrund der sinkenden Nachfrage nach E-Autos musste VW beispielsweise am Werk Zwickau (Sachsen) Kapazitäten abbauen. Porsche und Mercedes-Benz haben aufgrund ihrer Ausrichtung auf hochpreisige Luxusmodelle den Vorteil, nicht so viele Fahrzeuge verkaufen zu müssen wie die Wolfsburger. Laut SWR herrscht jedoch auch bei der VW-Tochter Audi Unruhe, obwohl eine Sprecherin am Werk Neckarsulm (Kreis Heilbronn) keine konkreten Aussagen treffen wollte.
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