Mehr Buden und Stände gab es nie: Schwäbisch Gmünd hat dieses Jahr den größten Weihnachtsmarkt

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Mit 84 Ständen und Holzhäuschen wird der Weihnachtsmarkt 2024 der größte in der Geschichte der Stadt. Die Eisenbahn wird wie 2023 um den Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz fahren.
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Organisator Robert Frank macht Lust auf den Gmünder Weihnachtsmarkt 2024. Bei diesem ärgert ihn jedoch eines maßlos: die Höhe der GEMA-Gebühren.

Schwäbisch Gmünd. Schwäbisch Gmünd steht der größte Weihnachtsmarkt seiner Geschichte bevor. So viele Stände und Holzhäuschen gab es noch nie, sagt Organisator Robert Frank von der Touristik & Marketing GmbH (T&M). Er nennt im Vorfeld zum Gmünder Weihnachtsmarkt 2024 wichtige Eckdaten und interessante Fakten.

Werbung für den Gmünder Weihnachtsmarkt 2028?

100 Prozent Aufmerksamkeit war der Gmünder T&M mit ihrem Werbeplakat gewiss, das am Mutlanger Berg hing: „GMÜNDER WEIHNACHTSMARKT:22.11. - 28.12.2024“ war darauf zu lesen, statt 28.11. bis 22.12.. Kein Werbegag, sondern ein Zahlendreher, erklärt Robert Frank, denn der Weihnachtsmarkt ende natürlich vor Weihnachten. Unabhängig davon kursiert ein Foto von einem Werbeplakat mit den Weihnachtsmarkt-Daten „22.11. - 24.12.2028“ über WhatsApp. Da habe sich wohl jemand mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms einen Scherz erlaubt, meint der Organisator.

Was da im Internet kursiert, ist nur ein Fake: Die T&M wirbt tatsächlich noch nicht für den Weihnachtsmarkt 2028.

25 Tage läuft der Gmünder Weihnachtsmarkt 2024 tatsächlich: vom 28. November bis 22. Dezember. Damit ist er 4 Tage kürzer als im vergangenen Jahr. Ist das ein Nachteil für die Standbetreiber? Nein, antwortet Robert Frank, auf die paar Tage komme es nicht an. Doch „es sollten einfach nicht zu viele Regentage sein. Davon hatten wir letztes Jahr zu viele – und das spürt man am Besucheraufkommen und damit auch am Umsatz.“

Am Wochenende sind Gmünder Glühweinstände bis 22 Uhr geöffnet

8 Stunden Kernöffnungszeiten täglich gibt die T&M den Standbetreibern vor: von 11 bis 19 Uhr. Zudem dürfen die Marktbeschicker auf freiwilliger Basis von Sonntag bis Mittwoch bis 21 Uhr öffnen, von Donnerstag bis Samstag bis 22 Uhr. Vor allem an Glühweinständen lohnt sich das.

84 Holzhäuschen und Stände wird es auf dem Marktplatz, dem Johannisplatz und in der Bocksgasse geben. Mit eingerechnet dabei sind die neue 32-Quadratmeter-Glühweinhütte Santa Bühr's des Café Bühr's auf dem Marktplatz mit langer Bar und Elektrokamin. Diese ist ab Montag, 11. November, bis 6. Januar täglich geöffnet, kündigt Betreiber Arian Röhrle an. Auch die Bassano-Outdoor-Weihnachtsbar am Johannisplatz hat schon vor dem Weihnachtsmarkt offen: ab Donnerstag, 14. November, lädt Betreiber Sride Sriskandarajah ein. Sie stehe bis Ende Februar 2025.

Elf mehr Aussteller auf dem Gmünder Weihnachtsmarkt, als es Stände gibt

94 Aussteller sind dieses Jahr beim Weihnachtsmarkt dabei – 11 mehr, als es Stände gibt, weil sich ein paar der 19 Kunsthandwerker den Betrieb in den Wechselhütten aufteilen.

45 Stände sind Weihnachtsdeko, Kerzen, Mützen, Tee und anderen Geschenkartikeln vorbehalten. Neu sind 2024 Stände mit italienischer und mit südländischer Feinkost sowie mit Mineralien.

39 Stände mit Glühwein, anderen Getränken und Speisen wird es auf dem Weihnachtsmarkt geben. Der Lions Club Limes-Ostalb und die Rotary-Familie bieten unter anderem Winzer-Glühwein für gute Zwecke an. Doch unterm Strich seien rund 95 Prozent der Stände gewerblich, sagt Robert Frank. Neu unter diesen: ein Stand mit Suppen, einer mit Kaffeespezialitäten und einer mit Törtchen.

Der Glühwein kostet auf dem Gmünder Weihnachtsmarkt zwischen 3,50 und 4,50 Euro

4 Euro kostet der Glühwein bei den Lions und im Rotary-Haus, in der Hütte des Weinhauses Rieg 4,50 Euro, die Sternenschenke verlangt 3,50 Euro für den klassischen roten Glühwein.

Das Staufer-Weihnachtsdorf auf dem Marktplatz bieten unter anderem Geschenke.

8 Hütten und Zelte bilden das Staufer-Weihnachtsdorf auf dem Marktplatz, darunter die Schmiede, das Märchenzelt, die Häuschen für Geschenke und Spezialitäten des Vereins Yunus Emre.

18 Dixi-Klos werden bereitstehen. Einen Toilettenwagen aufzustellen, sei „aus Gründen der fehlenden Infrastruktur im Bereich des Weihnachtsmarktgeländes leider nicht möglich“, bedauert Robert Frank. Er verweist zudem auf die netten Toiletten in Lokalen sowie die öffentlichen Toiletten im Milchgässle und in der Waisenhausgasse, die behindertengerecht seien.

160.000 Euro Kosten werden am Ende circa für den Weihnachtsmarkt bei der Stadt hängenbleiben. Unter anderem für den Aufbau der Stände, Strom, Beschilderung, Reinigung – und den Sicherheitsdienst. Dieser war bisher für die Nächte engagiert. Dieses Jahr sollen die Sicherheitsleute auch tagsüber Streife laufen

Wie laut musizieren die Gruppen auf der Bühne vor dem Rathaus? Ein Streitpunkt zwischen T&M und GEMA, bei dem es um die Höhe der Gebühren geht.

Ärger über GEMA und ihre „Beutelschneiderei“

5400 Euro für die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) kalkuliert die T&M ein. Diese hatte für die Auftritte beim Weihnachtsmarkt 2023 das beinahe Dreifache gefordert, den Betrag aber nach einer Angemessenheitsprüfung gemindert. Streitpunkt ist die Fläche, für die bei Auftritten auf der Bühne am Rathaus GEMA-Gebühren fällig werden. „Am Marienbrunnen hört da niemand mehr was“, sagt Robert Frank, Musikvereine und Chöre beschallten maximal 500 Quadratmeter. Doch die GEMA gehe von 1700 Quadratmetern aus. Da sie die Gebühren pro Tag mit Musikprogramm erhebt, unabhängig von der Anzahl der Auftritte und Lieder, komprimiere die T&M die Beiträge auf 18 der 25 Weihnachtsmarkt-Tage. Mal 300 Euro pro Tag macht 5400 Euro Kosten für die Stadt.

„Es bleibt nur zu hoffen, dass sich in den nächsten Jahren etwas ändert und Politik, Städtetag und andere Druck auf die GEMA ausüben, um dieser Beutelschneiderei ein Ende zu bereiten“, ärgert sich Robert Frank: „Eigentlich sollte hier mal bundesweit ein Exempel statuiert werden und alle Städte und sonstige Veranstalter auf ein Rahmenprogramm bei Weihnachtsmärkten verzichten.“

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