VonKatharina Scholzschließen
Beim politischen Aschermittwoch gibt Stadtverbandsvorsitzende Nadine Patzelt ein klares Ziel für die Kommunalwahlen aus. Die Reden sind eher gemäßigt. Ein paar Spitzen gibt es aber doch.
Aalen. Groß ist das Interesse am politischen Aschermittwoch der Aalener CDU. Zum zweiten Mal nach der Corona-Pause fand die Veranstaltung wieder im SSV-Heim statt.
Die Rednerinnen und Redner: Ortsverbandsvorsitzender Marius Bader moderierte. Landtagsabgeordneter Winfried Mack war krank. Es sprachen Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter, Kreisvorsitzende Heike Brucker, Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Thomas Wagenblast und Stadtverbandsvorsitzende Nadine Patzelt. Damit kamen zwei Frauen zu Wort. Beim politischen Aschermittwoch der CDU im vergangenen Jahr sprachen nur Kiesewetter, Mack und Wagenblast. Auch beim politischen Aschermittwoch der Kreisgrünen in diesem Jahr, begrüßte zwar Vorsitzende Ulrike Richter, die Reden hielten aber Männer.
Der Wahlkampf: Eigentlich war geplant, dass die Aalener CDU die heiße Phase des Wahlkampfs einläutet. Dieses Jahr, am Sonntag, 9. Juni, sind Kommunalwahlen. Wagenblast sprach zwar ausführlich über kommunalpolitische Themen wie die Lebensqualität in der Stadt, Mobilität, Sicherheit, Wohnen, Bildung und Betreuung sowie die Förderung des Ehrenamts und der Vereine. Patzelt gab als Ziel für die Kommunalwahl aus, dass die CDU wieder stärkste Fraktion im Aalener Gemeinderat werden soll. Die beiden Sitze, die durch den Austritt von Inge Birkhold und Manfred Traub verloren gegangen sind, so Patzelt, will die CDU sich wieder zurückholen. Allerdings stellten die zahlreichen Gäste im Anschluss beinahe ausschließlich Fragen an Kiesewetter, so dass sich die Diskussion um bundespolitische und außenpolitische Themen drehte.
Beherrschendes Thema: Die meisten Fragen drehten sich um Energie und Mobilität. Ein Gast fragte: „Warum wird nicht von gasbetriebenen Wärmepumpen gesprochen?“ Kiesewetter antwortete: „Weil die CDU nicht regiert.“ Jemand fragte, ob eine neue Bundesregierung unter Beteiligung der Union das Rad in Sachen E-Mobilität wieder zurückdrehen könnte. „Der Zug ist abgefahren“, sagte Kiesewetter. Für machbar hält er es, mit E-Fuels, also synthetischen Kraftstoffen, zu arbeiten – vor allem im Hinblick auf Rettungsfahrzeuge, die im Katastrophenfall ohne Strom zurechtkommen müssen. „Wir können aber davon ausgehen, dass das Privatauto der Zukunft ein Elektroauto sein wird“, sagte Kiesewetter.
Da das Interesse an diesem Thema so groß war, schlug Wagenblast vor, eine extra Veranstaltung zum Thema Energie zu planen und dazu Experten einzuladen.
Vorfall bei Heimattagen:Kiesewetter sprach über die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus. Er wünsche sich, dass nicht gegen Rechtsextremismus, sondern gegen Extremismus demonstriert werde. Schließlich gebe es auch Linksextremismus und Islamismus. Kiesewetter kritisierte die AfD und sprach dann den KZ-Vergleich an, den Kiesewetter auf den Ellwanger Heimattagen gemacht hatte: „Auch ich habe im vergangenen Jahr sehr unter einer Pressemitteilung der AfD gelitten, die seltsamerweise aufgegriffen worden ist.“
Gemäßigte Reden: Bader hatte zu Beginn angekündigt, man wolle „ein bisschen auf die Pauke hauen“. Und so war es. Auf die Pauke wurde gehaut – aber nur ein bisschen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr waren die Reden eher gemäßigt. Kiesewetter kritisierte in moderatem Ton die Ampelregierung. Wagenblast teilte nur ein wenig gegen die AfD-Fraktion im Gemeinderat aus, die sich beim Thema regenerative Energie winde, „denn die wollen sie nicht“. Die anderen Fraktionen im Gemeinderat ließ Wagenblast unerwähnt. Am ehesten haute Brucker auf die Pauke. Der Fasching sei ja nun vorbei, sagte sie. „Aber seit zwei Jahren hat man das Gefühl, dass alles sehr närrisch zugeht in Berlin.“

