An zwei Standorten

Nächster Maschinenbauer aus Baden-Württemberg meldet Kurzarbeit an – für eine lange Zeit

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Wegen der angespannten Auftragslage muss ein weiterer Maschinenbauer aus Baden-Württemberg für Teile der Belegschaft Kurzarbeit anmelden. Und das für eine lange Zeit.

Tuttlingen - Wegen der niedrigen Auftragslage und einer damit einhergehenden temporären Überkapazität haben in den vergangenen Wochen einige Industrieunternehmen aus und in Baden-Württemberg Kurzarbeit angemeldet. Der Technologiekonzern Schaeffler meldete die Maßnahme beispielsweise für Teile der Belegschaft an einem Standort im Schwarzwald an und Baumaschinenhersteller Liebherr verlängerte die Kurzarbeit in Biberach an der Riß langfristig. Nun trifft es ein weiteres Unternehmen, das die Maßnahme aufgrund der angespannten Auftragslage gleich für ein ganzes Jahr angemeldet hat.

Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, haben die Chiron-Werke, ein traditionsreicher Hersteller von Maschinen für mehrere wichtige Branchen, seit Montag (2. September) für bestimmte Abteilungen am Stammsitz in Tuttlingen sowie im nahegelegenen Neuhausen ob Eck Kurzarbeit angemeldet. Ab Oktober soll die Maßnahme auf weitere Abteilungen ausgeweitet werden. Auch der Sondermaschinenbauer Manz hatte jüngst an zwei Standorten in Baden-Württemberg Kurzarbeit angemeldet.

Fertigungsmitarbeiter bei Chiron sind seit September in Kurzarbeit – Maßnahme soll ausgeweitet werden

Die Chiron-Werke, offiziell Chiron Group SE, wurden im Jahr 1921 gegründet und sind auf die Herstellung von CNC-gesteuerten vertikalen Fräs- und Fräs-Dreh-Bearbeitungszentren spezialisiert. Neben den beiden Hauptproduktionsstandorten im Landkreis Tuttlingen betreibt das Unternehmen Zweigstandorte in mehreren europäischen Ländern sowie in Indien, China und den USA. Von der Kurzarbeit sind bislang zehn Prozent der Belegschaft in der Fertigung in Tuttlingen und Neuhausen ob Eck betroffen; insgesamt beschäftigt Chiron rund 1.900 Mitarbeiter.

Name Chiron Group SE
Gründung 1921
SitzTuttlingen, Baden-Württemberg
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter rund 1.900 (2023)

Der Maschinenbauer begründet die Maßnahme mit der „allgemein angespannten Situation im Maschinen- und Anlagenbau“, wie Peter Wustrow, bei Chiron für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich, laut der Schwäbischen Zeitung erklärte. Nachdem bislang die Fertigungsabteilungen betroffen sind, wird die Maßnahme wahrscheinlich ab Oktober auch auf die Vormontage in den beiden Werken ausgeweitet. Nicht betroffen sind dem Bericht zufolge dagegen die Applikations- und Projektabteilungen, die laut Unternehmensangaben voll ausgelastet sind.

Chiron hat Kurzarbeit in Tuttlingen und Neuhausen gleich für ein gesamtes Jahr angemeldet

Die Maßnahme der Kurzarbeit wird angewandt, um auf temporäre Überkapazitäten reagieren zu können, ohne auf drastischere Regelungen zurückgreifen zu müssen. Im Gegensatz zu einer Arbeitszeitreduzierung – wie sie der Laserspezialist Trumpf jüngst für Teile der Belegschaft am Stammsitz in Ditzingen eingeführt hat – muss die Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit offiziell angemeldet werden. Im Falle von Chiron wurde die Maßnahme gleich für ein gesamtes Jahr angemeldet; Sprecher Wustrow betonte aber, man werde die Kurzarbeit zurückzunehmen, sobald es die wirtschaftliche Lage ermöglicht.

Maschinenbauer Chiron hat die Maßnahme der Kurzarbeit für die Werke Tuttlingen und Neuhausen für ein volles Jahr angemeldet.

Da die Chiron Group zu den Mitarbeiterzahlen in den einzelnen Abteilungen in Tuttlingen und Neuhausen ob Eck keine Angaben macht, kann nicht konkret gesagt werden, wie viele Mitarbeiter aktuell in Kurzarbeit sind. Auch, ob das Unternehmen das gesetzlich festgelegte Kurzarbeitergeld noch aufstocken wird, teilte Chiron nicht mit. Ein anderer Maschinenbauer aus Baden-Württemberg hat aktuell dagegen den Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen angekündigt.

Rubriklistenbild: © Chiron Group SE

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