Staufersaga und Denkmalschutz: Schwäbisch Gmünd feiert seine Geschichte

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Die Stauferstadt Schwäbisch Gmünd zelebriert den landesweiten Auftakt zum Tag des offenen Denkmals mit Staufersaga-Aufführungen und vielen Gästen.

Schwäbisch Gmünd. Wie wohl sich Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, bei der Nacht des offenen Denkmals in Schwäbisch Gmünd fühlt, daraus macht sie keinen Hehl. Bis nach Mitternacht bleibt sie in der Stadt, erlebt zum Abschluss auf dem Johannisplatz den späten nächtlichen Auftritt der 170 Mitwirkenden aus den Staufersaga-Gruppen.

Nacht des offenen Denkmals in Schwäbisch Gmünd

Der Stauferfries an der Remsgalerie.
Der Stauferfries an der Remsgalerie. © Michael Länge
Eröffnung „Nacht des Offenen Denkmals“ in der Johanniskirche.
Eröffnung „Nacht des Offenen Denkmals“ in der Johanniskirche.  © Jan-Philipp Strobel
tauferfries beim Forum Gold und Silber
Stauferfries beim Forum Gold und Silber. © Michael Länge
Die früheren Kaufhaus-Woha-Räume im Erdgeschoss sind entkernt. Der Eingang an der Ecke wird einer neuen Türe in der Mitte weichen.
Die früheren Kaufhaus-Woha-Räume im Erdgeschoss sind entkernt. Der Eingang an der Ecke wird einer neuen Türe in der Mitte weichen. © Jan-Philipp Strobel
Führung durch das frühere Woha-Kaufhaus.
Führung durch das frühere Woha-Kaufhaus. © Michael Länge
Führung durch das frühere Woha-Kaufhaus..
Führung durch das frühere Woha-Kaufhaus. © Michael Länge
„Nacht des Offenen Denkmals“ in Schwäbisch Gmünd
„Nacht des Offenen Denkmals“ in Schwäbisch Gmünd. © Michael Länge
Führung durch das frühere Woha-Kaufhaus.
Führung durch das frühere Woha-Kaufhaus. © Michael Länge
Staufische Madonna in der Johanniskirche.
Staufische Madonna in der Johanniskirche. © Michael Länge
Führung durch das frühere Woha-Kaufhaus.
Führung durch das frühere Woha-Kaufhaus. © Michael Länge
Eröffnung „Nacht des Offenen Denkmals“ in der Johanniskirche.
Eröffnung „Nacht des Offenen Denkmals“ in der Johanniskirche.  © Jan-Philipp Strobel
Die Johanniskirche in Schwäbisch Gmünd.
Die Johanniskirche in Schwäbisch Gmünd. © Michael Länge
Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, bei der Eröffnung „Nacht des Offenen Denkmals“ in der Johanniskirche
Eröffnung „Nacht des Offenen Denkmals“ in der Johanniskirche.  © Jan-Philipp Strobel
Eröffnung „Nacht des Offenen Denkmals“ in der Johanniskirche.
Eröffnung „Nacht des Offenen Denkmals“ in der Johanniskirche.  © Jan-Philipp Strobel
Führung durch die alte Synagoge.
Führung durch die alte Synagoge. © Michael Länge
Führung durch das frühere Woha-Kaufhaus.
Führung durch das frühere Woha-Kaufhaus. © MIchael Länge
Eröffnung „Nacht des Offenen Denkmals“ in der Johanniskirche.
Eröffnung „Nacht des Offenen Denkmals“ in der Johanniskirche.  © Jan-Philipp Strobel

Ministerin Nicole Razavi: „Großartig, wie Schwäbisch Gmünd seine Geschichte lebt“

„Großartig, wie Schwäbisch Gmünd seine Geschichte und seine Wahrzeichen lebt“, sagt die Ministerin im Anschluss. Die Staufer begleiten sie durch den Abend. Vom Empfang im Prediger über den Einzug in die Johanniskirche zum Festakt bis zum Ausklang.

Eine komprimierte Geschichtsstunde erleben die Gäste, unter ihnen auch der Präsident des Landesamts für Denkmalpflege, Professor Dr. Claus Wolf, auf dem Johannisplatz, wo ihnen Pat Mueller die Staufer-Dynastien vorstellt.

Oberbürgermeister Richard Arnold: „Wäre Konradin damals doch besser in Gmünd geblieben“

Oberbürgermeister Richard Arnold freut sich, dass die Stadt die Auftaktveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals für das ganze Land ausrichten kann, dankt Gundi Mertens und Carmen Bäuml für die Vorbereitung und das Engagement rund um den Staufersaga-Auftritt. Und er erinnert an den Auftritt von Konradin im Jahr 1266, der dort in der Johanniskirche sein letztes Weihnachtsfest gefeiert habe, um dann nach Italien zu reisen. In Neapel wurde er hingerichtet. „Wäre Konradin damals doch besser in Gmünd geblieben“, so Richard Arnold.

Mehrere hundert Besucher kommen zur Eröffnung der Nacht des offenen Denkmals in die stimmungsvoll ausgeleuchtete Johanniskirche. Unter ihnen viele Mitwirkende aus den Staufersaga-Gruppen, die den Besuchern später eine komprimierte Geschichtsstunde bieten.

Einhorn-Geburtstag 2025: Das Gmünder Wappentier wird 750 Jahre alt

Dann wartet in der Johanniskirche ein weiterer Höhepunkt. Das golden schimmernde Licht im Chor des romanischen Denkmals unterstreicht die würdevolle Feierstunde, in der Münsterorganist Dr. Stephan Beck auch ein kurzes Orgelkonzert spielt. Der OB geht nach einem Grußwort von Münsterpfarrer und Dekan Robert Kloker auf die Geschichte der Stadt, auf ihre Denkmale ein. Er erinnert dabei an das Gmünder Wappentier Einhorn, „das 2025 ein Jubiläum feiert: Vor genau 750 Jahren taucht es erstmals in einem Dokument auf“. Richard Arnold erzählt den Gästen auch die Sage von der Entstehung der Johanniskirche, den verlorenen Ring der Agnes von Hohenstaufen, ihr Versprechen, am Fundort eine Kirche zu bauen und die Entdeckung des Rings am Geweih eines Hirschs. Die Wirklichkeit ist rasch zurück. Landrat Dr. Joachim Bläse erinnert an die Bedeutung des Tags des offenen Denkmals. „Es geht um Gebäude, Orte, um Wahrzeichen, Geschichte und Kultur, also Heimat“, sagt er.

Die Ministerin fühlt sich in Schwäbisch Gmünd wie daheim

Ein bisschen wie daheim fühlt sich die Ministerin in Schwäbisch Gmünd. Sie sieht, wie viele Gmünder, von ihrer Wohnung nahe Göppingen auf den Hohenstaufen. Den Empfang in der ältesten Stauferstadt schätzt sie. „Einen so wunderbaren Einzug in einen geschichtsträchtigen Raum habe ich noch nicht erlebt“, sagt sie, das habe ihr „eine Gänsehaut beschert“.

Sie nimmt die Entwicklung der Johanniskirche vom romanischen Bau über die Weiterentwicklung durch Gotik und Barock bis zur Reromanisierung im 19. Jahrhundert zum Anlass, über die Entwicklung von Denkmalen laut nachzudenken. Denkmalschützer sollten nicht die Gralshüter sein, die eine Käseglocke drüberstülpen. Es gehe darum, Denkmale in die Zukunft zu führen. PV-Anlagen auf denkmalgeschützten Objekten seien lange Zeit nicht denkbar gewesen. Mit einem Solarkataster werde das nun geregelt.

Gmünder Forschungsinstitut FEM spielt eine wichtige Rolle im Land mit 116.000 Denkmalen

Die Moderne spielt in Schwäbisch Gmünd für den Denkmalschutz eine weitere Rolle: Claus Wolf nennt das Forschungsinstitut FEM, das mit der Denkmalbehörde eng zusammenarbeite. Die Nutzung des dortigen industriellen Computertomografen ermögliche Grundlagenforschung. Nicht unwichtig in einem Land mit 116.000 Denkmalen. Und weil es schon um Geschichte geht, endet der Festakt auch mit der Gmünder Jubiläumshymne.

Rubriklistenbild: © Jan-Philipp Strobel

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