Stellenabbau bei Homag

Maschinenbauer aus Baden-Württemberg plant weitere Einsparungen, verzichtet aber auf direkte Kündigungen

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Der Stellenabbau bei Homag hat auch Mutterkonzern Dürr belastet, kam aber offenbar gänzlich ohne direkte Kündigungen aus. Der Maschinenbauer will allerdings weiter Fixkosten einsparen.

Stuttgart/Schopfloch - Im November 2023 hatte der Maschinenbauer Homag angekündigt, aufgrund einer deutlich gesunkenen Nachfrage weltweit rund 600 Arbeitsplätze abbauen zu müssen. Das Unternehmen, das seit 2014 zum Bietigheimer Dürr-Konzern gehört, ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von Lösungen für die Produktion in der holzverarbeitenden Industrie und dem Handwerk. Wie Homag am Donnerstag, 8. August, bei der Vorstellung der Bilanz des ersten Halbjahres erklärte, ist die Investitionszurückhaltung der Kunden noch immer spürbar, weshalb die Dürr-Tochter weiterhin Fixkosten einsparen muss.

Der Stellenabbau bei Homag, von dem 350 Stellen auf Deutschland abfielen, hatte sich auch auf den Gewinn von Mutterkonzern Dürr ausgewirkt, der im vergangenen Geschäftsjahr um 18 Prozent zurückging. Wie Homag nun berichtet, konnte der Abbau von Arbeitsplätzen allerdings komplett ohne betriebsbedingte Kündigungen durchgeführt werden. Durch den Personalabbau rechnet der Maschinenbauer mit Sitz in Schopfloch im Schwarzwald mit weiteren Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe.

Abbau von 350 Arbeitsplätzen in Deutschland bei Homag ohne Kündigungen

Die Maschinenbaubranche hat aktuell mit einem nachlassenden Auftragseingang zu kämpfen, der unter anderem auch mit einer gewissen Investitionsbereitschaft einhergeht. Maschinenbauer Manz hat deshalb für zwei Standorte in Baden-Württemberg Kurzarbeit angemeldet und bei Homag wurde im vergangenen Jahr ein „Maßnahmenpaket zur Kapazitätsanpassung und Effizienzsteigerung“ ins Leben gerufen, wie es der Vorstandsvorsitzende Daniel Schmitt in der aktuellen Mitteilung des Maschinenbauers formuliert. „Unsere Ergebnisentwicklung in diesem Jahr zeigt, wie wichtig die Umsetzung dieser Maßnahmen ist, um die Zukunft der HOMAG Group zu sichern und unsere Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu erhalten.“

Name HOMAG Group AG
Gründung 1960
Hauptsitz Schopfloch, Baden-Württemberg
Mutterkonzern Dürr AG (seit Oktober 2014)
Branche Maschinenbau
Mitarbeiter rund 7.000 weltweit
Umsatz 347 Millionen Euro (2023)

Zu diesem Paket gehörte eben auch der Personalabbau. „Ein Kernpunkt des Programms war der Abbau von etwa 600 Stellen weltweit, davon rund 350 in Deutschland“, konkretisiert Schmitt. „Dort konnten wir das Ziel über natürliche Fluktuation und Einstellungsstopp sowie ein Freiwilligenprogramm insgesamt erreichen. Betriebsbedingte Kündigungen haben wir dadurch vermieden.“ Im laufenden Geschäftsjahr soll der Kapazitätsabbau laut Unternehmensangaben Fixkosten von rund 25 Millionen Euro einsparen; ab 2025 erwartet Homag Einsparungen von 50 Millionen Euro.

Der Stellenabbau bei Maschinenbauer Homag ist ohne direkte Kündigungen ausgekommen.

Besserung der Lage nicht in Sicht: Homag-Umsatz im ersten Halbjahr sinkt deutlich

Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2024 zeigt jedoch, dass von einer Besserung der Auftrags- und Investitionslage noch keine Rede sein kann. „Wie erwartet hat das erste Halbjahr 2024 noch keine Erholung in unserer Branche gebracht“, sagt auch Homag-Chef Schmitt. „Die schwache Nachfrage aus der Möbel- und Holzbauindustrie hat sich fortgesetzt und zeigt sich vor allem in einem geringen Einzelmaschinengeschäft.“ Bei der Dürr-Tochter aus dem Schwarzwald hat sich das deutlich auf den Umsatz ausgewirkt, der sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 706 Millionen Euro verringerte.

BW24 hatte kürzlich darüber berichtet, dass die Betriebsräte mehrerer großer Maschinenbauer aus Baden-Württemberg Alarm schlagen. Sie warnen vor weiterhin sinkenden Umsätzen und Gewinnen und rufen zum Handeln auf.

Rubriklistenbild: © Inga Kjer/dpa

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