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Keine Plätze für Fehlbeleger: Irschenberg zeigt keine Reaktion auf angekündigte Zwangszuweisung

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In der Gemeinde Irschenberg sind derzeit fünf Asylsuchende untergebracht - die meisten von ihnen leben derzeit im Kinderdorf der Caritas.
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Während im Tegernseer Tal die Bürgermeister von Bad Wiessee, Gmund und Rottach-Egern gestern auf die angekündigte Zwangszuweisung von Fehlbelegern durch das Landratsamt mit ihrer Sicht der Dinge reagiert haben, hüllt sich Irschenberg in Schweigen.

Irschenberg – Auf Nachfrage unserer Zeitung stellte Geschäftsleiter Michael Fellner lediglich fest, aktuell gebe es „nichts Konkretes, nichts Spruchreifes“, das man anbieten könne. Aber man müsse etwas finden, wenn man die etwa 35 Fehlbeleger ab dem 25. September - so die Ankündigung des Landratsamt - geschickt bekomme. Bürgermeister Klaus Meixner (CSU) war indes nicht zu sprechen.

Gerade mal fünf Asylsuchende untergebracht - drittschlechtester Wert

Aktuell sind in Irschenberg laut Landratsamt fünf Asylbewerber untergebracht – das sei die niedrigste Zahl nach Bad Wiessee und Rottach-Egern. Die meisten davon seien im Irschenberger Kinderdorf untergebracht. Andere Gemeinden mit vergleichbarer Größe sind laut Landratsamt engagierter bei den Unterkünften: So sind in Kreuth 30, in Valley 38 und in Weyarn 51 Asylbewerber untergebracht. Die Marktgemeinde Schliersee, die bislang nur 18 Asylsuchende beherbergt, will dagegen auf dem ehemaligen Firmengelände von Warnecke & Böhm bis zu 44 neue Plätze für Asylbewerber einrichten.

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Das Landratsamt verweist erneut auf die Solidarität mit jenen Kommunen, die viele Asylsuchende haben. Alle Gemeinden im Landkreis hätten viele Monate Zeit zur Vorbereitung auf dieses Szenario gehabt. In vielen Gesprächen auf politischer und Arbeitsebene habe man deren Bürgermeistern und Mitarbeitern die Lage erläutert. Die Kreisbehörde unterstütze gerne bei Planung, Umsetzung, Finanzierung und zeitlichem Rahmen bei Unterkünften. Jedoch müssten die Lasten bei der Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen und sonstigen Asylbewerbern gleichmäßig unter allen Kommunen verteilt werden.

ddy

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