Zwischen Banater Straße und Elbestraße sollen 750 neue Wohnungen entstehen. Die Planung zieht sich hin - nun soll das Projekt nochmal ausführlich im Stadtrat vorgestellt werden.
Geretsried – In einer Sondersitzung des Stadtrats sollen Mandatsträger und interessierte Bürger einen Komplettüberblick zum geplanten Quartier auf dem ehemaligen Lorenz-Areal zwischen Banater Straße und Elbestraße erhalten. Die Verwaltung plant die Sitzung für Dienstag, 4. Dezember, zuvor tagt der Haupt- und Finanzausschusses, teilt Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt Geretsried, auf Nachfrage unserer Zeitung mit. In der Sondersitzung sollen das Projekt und die einzelnen Gutachten umfänglich vorgestellt werden.
Wie berichtet will das Familienunternehmen Krämmel etwa 750 neue Wohnungen auf dem ehemaligen Lorenz-Areal bauen. Je 30 Prozent sollen geförderte beziehungsweise frei finanzierte Mietwohnungen werden, die restlichen 40 Prozent werden als Eigentumswohnungen verkauft. In dem neuen Quartier sind auch eine Bäckerei mit Café, eine Kindertagesstätte sowie ein sogenanntes Boarding-House (siehe unten) geplant.
Drittes Gutachten zum Lärmschutz
Der aktuelle Flächennutzungsplan sieht auf dem Areal großflächigen Einzelhandel vor. Damit dort Wohnungen entstehen können, muss dieser geändert werden. Die Planungsunterlagen lagen heuer von März bis Mai öffentlich aus. Mit den eingegangenen Einwendungen – sie füllten 32 Seiten – befasste sich der Entwicklungs- und Planungsausschussim September. Befürchtet werden vor allem Verkehrsprobleme sowie Einschränkungen der umliegenden Betriebe in Bezug auf Lärm.
Auf Wunsch der Stadt wurde zwischenzeitlich ein dritter Gutachter eingesetzt, der den Immissionsschutz prüft, sagt Geschäftsführer Korbinian Krämmel im Gespräch mit unserer Zeitung. „Man will sicher gehen, dass man keine Sachen übersieht und keine Fehler macht“, erläutert der Unternehmer. Es müsse sichergestellt sein, dass das umliegende Gewerbe nicht durch das heranrückende Wohnen eingeschränkt wird. „Es wird jeder denkbare Fall betrachtet.“
Das Ergebnis des Gutachtens wird voraussichtlich in der Sondersitzung des Stadtrats thematisiert – ebenso wie die Verkehrsproblematik. „Eine Lösung für den Knotenpunkt Elbe-/Blumenstraße wird im Stadtrat vorgestellt“, kündigt Krämmel an.
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Zuletzt rechnete der Geschäftsführer mit einem Baubeginn Mitte 2019, inzwischen denkt er, „dass wir eher 2020 loslegen können“. Die Mühlen würden eben doch nicht so schnell mahlen, wie man es sich erhoffe. Im Jahr 1996 hatte das Unternehmen die erste Fläche auf dem ehemaligen Lorenz-Areal gekauft. Das Thema Wohnen werde etwa seit Sommer 2015 verfolgt. Für Korbinian Krämmel heißt das: „Ohne zu wissen, ob es durchgeht, haben wir nun drei Jahre Planungsarbeit investiert. Für uns ist wichtig, dass es zeitnah umgesetzt wird.“
BG zu weiteren Gesprächen bereit
Die Baugenossenschaft Geretsried (BG) wollte sich eigentlich als Investor an dem Projekt beteiligen, ist aber für den ersten Bauabschnitt zurückgetreten. Das ehemalige Lorenz-Areal soll über fünf Jahre in insgesamt sechs Abschnitten bebaut werden. Gestartet wird mit ungefähr 120 Wohnungen in zwei Häusern zum Verkauf sowie drei Häusern zur Vermietung.
Im ersten Abschnitt wollte die BG Wohnungen kaufen, damit dort die Mieter aus der Egerlandstraße 58 bis 74 einziehen können, erklärt BG-Geschäftsführer Wolfgang Selig. In der „Neuen Mitte“ plant die BG wie berichtet anstelle des bestehenden 1960er-Jahre-Baus ein neues Wohn- und Geschäftsgebäude. Der Abriss ist für nächstes Jahr vorgesehen, die Mieter müssen also vorher ausziehen – was terminlich nicht mit dem Lorenz-Areal zusammenpasst. „Deswegen bauen wir Ersatzwohnungen auf einem kleinen Grundstück an der Siebenbürger Straße 29 und 31“, erklärt Selig. Da die BG mit zwei Großprojekten kalkuliert hat, erschien das Lorenz-Areal als dann drittes Vorhaben zu riskant.
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An den Plänen der Firma Krämmel ändert das nichts. „Die Baugenossenschaft steht uns beratend zu sozialen Themen, Strukturen, Begegnungsangeboten und Vermietung der geförderten Wohnungen zur Seite“, so Krämmel. Seit das Quartier vergangenes Jahr erweitert wurde, sei ohnehin klar gewesen, dass es mehrere Investoren geben muss. Damals hat Krämmel das benachbarte Grundstück der Familie Stempner gekauft. Aktuell sei man nicht in der Vermarktung, trotzdem würden sich potenzielle Investoren melden. „Partner früherer Projekte kommen auf uns zu“, so der Geschäftsführer. Auch die BG steht bezüglich der späteren Bauabschnitte „für Gespräche bereit, wenn wir finanziellen Spielraum haben“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Selig.
sw