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Lisa Fischer
Kathrin Böhmer
Thomas Steinhardt
Vor genau 50 Jahren fand das Olympia-Attentat sein blutiges Ende in Fürstenfeldbruck. Auf dem Vorfeld des alten Tower wird der Opfer gedacht. Alle wichtigen News hier im Live-Ticker.
- Vor 50 Jahren endete die Olympia-Geiselnahme blutig in Fürstenfeldbruck.
- Dieser Geschehnisse wird am heutigen Montag, 5. September, gedacht.
- Zahlreiche Staatsgäste und politische Würdenträger nehmen teil.
16.50 Uhr: Dafür gibt es Standing Ovations. Die Liste der Redner endet damit. Es werden die Namen der Opfer verlesen und ihre Bilder gezeigt. Es folgt eine Schweigeminute, ein jüdisches Gebet und dann die Hymnen (Bayern, Israel, Nationalhymne). Damit endet die Veranstaltung.
16.43 Uhr: Bewegende Worte von Ankie Spitzer, Witwe des ermordeten Fechttrainers Andrei Spitzer und Fürsprecherin der Angehörigen und Überlebenden des Attentats. Sie richtet ihre Rede direkt an ihren ermordeten Ehemann: „Wir waren damals nur zwei Jahre verheiratet und das waren die schönsten Jahre meines Lebens.“ Sie spricht von der Tochter, die damals noch so klein war und nun eine schöne, erwachsene Frau sei. „Ich bin stolz darauf, dass ich meine Kinder ohne Hass erzogen habe.“ Er könne jetzt in Frieden ruhen.
16.36 Uhr: Nun ist der Fürstenfeldbrucker Landrat Thomas Karmasin (CSU) an der Reihe. Er bedankt sich bei den Vorrednern: „Sie haben dem Ausdruck verlieren, was uns in Fürstenfeldbruck seit Jahren wichtig ist.“ Und: „Und ich freue mich besonders, dass Sie, liebe Angehörige, heute dabei sind.“ Karmasin stellte den virtuellen Erinnerungsort vor, in dem auch Zeitzeugen zu Wort kommen. Und er sprach die Hoffnung aus, dass die Bundeswehr nach dem Abzug den Tower zur Verfügung stelle, um genau an diesem Ort des Geschehens ebenfalls erinnern zu können. „Wenn alle wieder weg sind, die Ehrengäste, die Medien. Wenn es wieder still wird. Wir bleiben da.“
50 Jahre Olympia-Attentat in München: Trotz allem noch einmal Olympia in München
16.27 Uhr: Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, hält jetzt ihre Rede. Sie findet bewegende Worte. „Der Schmerz aller Familien ist in all den Jahren nicht milder geworden.“ Weil dem Wut entgegenstand. Auch Knobloch kritisierte die mangelnde Aufarbeitung und den Umgang mit den Hinterbliebenen. Heute aber habe man Verantwortung übernommen. Der Schock damals, dass nach der Shoa und der Entscheidung, dennoch in Deutschland zu bleiben, wieder Juden ermordet wurden, sei unfassbar groß gewesen, so Knobloch, selbst Holocaust-Überlebende. „Würde mir einen Gedenkort in Fursty wünschen, wie sich Landrat Karmasin seit Jahren dafür einsetzt.“ Und trotz allem: „Ich wünsche mir, noch einmal Olympia in München zu spüren.“ Die jungen Leute verdienen das.
16.17 Uhr: Es folgt der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. „Der Versuch der Geiselbefreiung war ein vollkommener Fehlschlag.“ Die Schüsse waren bis weit nach Fürstenfeldbruck hinein zu hören, wie ihm berichtet worden sei. Die Sicherheitsbehörden versagten auf allen Ebenen, so Schuster. Antisemitismus gehöre nicht der Vergangenheit an, sondern werde erst jetzt gerade wieder ungefiltert bei der Documenta in Kassel transportiert („unerträglich“). Dafür gab es Zwischenapplaus.
16.10 Uhr: Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), nennt den 5. September 1972 den schwärzesten Tag der olympischen Geschichte. „Das Attentat war auch ein Anschlag auf die Olympischen Spiele und die olympischen Werte.“
50 Jahre Olympia-Attentat in München: Deutscher und Israelischer Präsident umarmen sich
16.02 Uhr: Nun ist Bundesinnenministerin Nancy Faeser an der Reihe, die sich ebenfalls entschuldigt für das „Versagen der Bundesrepublik“. Der Brucker Landrat Thomas Karmasin (CSU) sitzt neben Ministerpräsident Markus Söder in der ersten Reihe und lauscht. In dem Zelt ist es heiß, viele fächern sich mit dem Programm etwas Luft zu. Faeser spricht von einer tollen Geste der Spezialeinheiten (GSG 9) zum heutigen Gedenktag, einen gemeinsamen Absprung mit der jeweiligen Flagge der Nation zu machen. „Unsere deutsche Verantwortung endet nie.“
15.57 Uhr: Eine Geste der Freundschaft: Israels Präsident und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier umarmen sich.
15.48 Uhr: Jetzt spricht Israels Präsident Jitzchak Herzog. Er dankt „seinem Freund“ , Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, für den Mut zu „dieser historischen Rede“. Er selbst sei noch ein kleiner Junge gewesen, als die schrecklichen Nachrichten im Radio kamen. Der Schock, der tiefe Schmerz, nach dem Massaker von München. Als die so genannten „heiteren Spiele“ zu dem schrecklichsten Moment in der Sportgeschichte wurden. Elf Sportler und ein Polizist starben. „Der Moment, an dem die olympische Fackel erlosch.“
50 Jahre Olympia-Attentat in München: Steinmeier mit historischer Kritik am eigenen Land
15.46 Uhr: Steinmeier bittet die Angehörigen, die all diesen Schmerz in den vergangenen 50 Jahren erlitten haben, um Vergebung. Auch für die Versäumnisse bei der Aufarbeitung durch die Bundesrepublik.
15.41 Uhr: Der Bundespräsident teilt aus gegen das eigene Land. Er spricht von Versagen, während der Tat und auch danach. „Das Schweigen, das Verdrängen, das Vergessen.“ Steinmeier begrüßt ausdrücklich, dass eine Historiker-Kommission eingesetzt werden soll, um endlich aufzuarbeiten, was längst überfällig sei. „Wir müssen die Geschichte von München `72 aufarbeiten.“
15.28 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernimmt das Mikrofon. Er nennt die Namen der Opfer, vor allen anderen, vor der Begrüßung. Ein klares Statement. „Die Befreiungsaktion der deutschen Einsatzkräfte scheiterte katastrophal an diesem Ort.“ Am Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck. Steinmeier schildert das Leid der Angehörigen. Wenn eine Postkarte des Sohnes aus München ankommt, der gar nicht mehr am Leben ist.
50 Jahre Olympia-Attentat in München: Ministerpräsident Söder bittet um Verzeihung
15.24 Uhr: Markus Söder ist der erste Redner auf der Liste, vor Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Bayerns Ministerpräsident gibt ein Schutzversprechen ab - und entschuldigt sich ausdrücklich. „Gegen das Vergessen, für ein nie wieder.“ Söder spricht Opferfamilien direkt an: „Danke, dass Sie ihr Gedenken mit uns teilen.“ Söder außerdem: „Ich entschuldige mich ausdrücklich für die Fehler und Versäumnisse von damals. Wir bitten um Verzeihung.“
15.11 Uhr: Die hochrangigen Politiker wurden bei der Hauptwache in den Fliegerhorst gefahren. Aufgrund der Anreise der Staatskarossen werden immer wieder Straßen gesperrt: In Fürstenfeldbruck unter anderem B 471, Zenettistraße und andere Trassen rund um den Fliegerhorst. Es kam zeitweise zu Staus.
14.35 Uhr: Die einstigen Kantinen-Wirtsleute Gisela und Willi Höing sind ebenfalls vor Ort. Sie erlebten das Geiseldrama damals hautnah. Nun sind sie zum ersten Mal seit Jahren wieder hier. Alles ist sehr emotional, Tochter Petra Schumann hat Tränen in den Augen, auch Willi Höing muss sich mehrmals schnäuzen.
50 Jahre Olympia-Attentat: Auch Lokalprominenz ist vor Ort am Fliegerhorst
14.21 Uhr: Immer mehr Lokalpolitiker treffen ein. Darunter das Ehepaar Katrin und Emanuel Staffler (CSU-Bundestagsabgeordnete und Bürgermeister von Türkenfeld), Benjamin Miskowitsch (CSU-Landtagsabgeordneter), Hans Friedl (Landtagsabgeordneter der Freien Wähler) und Fürstenfeldbrucks Bürgermeister Erich Raff.
14.19 Uhr: Wegen der Anfahrt der hochrangigen Politiker werden in der Region immer wieder Durchgangsstraßen kurzzeitig gesperrt. Sie kommen teils vom Flughafen München, teils von der Gedenkveranstaltung im Olympiagelände am Vormittag.
13.49 Uhr: Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch. Die Gäste sind allesamt angemeldet und werden von oben bis unten durchgecheckt. In der Empfangshalle zeigt das Landratsamt außerdem eine Ausstellung.
50 Jahre Olympia-Attentat: Hohe Sicherheitsvorkehrungen bei Gedenkfeier
13.43 Uhr: Prominente Gäste wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenministerin Nancy Faeser werden zur Gedenkveranstaltung am Fliegerhorst erwartet. Beide werden auch eine Rede halten. Bereits jetzt eingetroffen ist die Lokalprominenz wie Maisachs Bürgermeister Hans Seidl, zu dessen Gemeinde weite Teile des Fliegerhorstes gehören. Außerdem bereits gesehen wurde Vize-Landrätin Martina Drechsler.
12.35 Uhr: Bei der Gedenkveranstaltung in München haben Repräsentanten aus Bayern und Israel an das Olympia-Attentat von 1972 erinnert. Er sei froh, dass Deutschland endlich Verantwortung übernommen und auch Schuld eingestanden habe, sagte der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) bei dem Gedenkakt am Erinnerungsort im Münchner Olympiapark am Montag. Deutschland habe beim Schutz der israelischen Sportler versagt.
Update 11.12 Uhr: Die Gedenkfeier in Fürstenfeldbruck soll um 15 Uhr beginnen. Erwartet werden zahlreiche Gäste, darunter Ministerpräsident Markus Söder, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Jitzchak Herzog, Staatspräsident des Staates Israel. Ansprachen halten werden außerdem unter anderem Thomas Bach (Olympisches Komitee), Fürstenfeldbrucks Landrat Thomas Karmasin und Ankie Spitzer für die Angehörigen der Opferfamilien. Das Medieninteresse gilt als groß.
50 Jahre Olympia-Attentat: Söder bei Gedenkfeier in Fürstenfeldbruck erwartet
Update 11.07 Uhr: Nach der Gedenkfeier soll die Erinnerung an die Geschehnisse von damals aufrecht erhalten werden. Der Landkreis Fürstenfeldbruck hat einen digitalen Erinnerungsort geschaffen und möchte im alten Tower im Fliegerhorst, den die Luftwaffe verlassen wird, zudem eine reale Gedenkstätte ins Leben rufen. Dazu braucht der Landkreis allerdings den Bund.
Update 11 Uhr: Bereits im Vorfeld gab es verschiedene Veranstaltungen zum Olympia-Attentat. Außerdem erinnern sich Zeitzeugen an jene Schreckensnacht, die in Bruck in kollektiver Erinnerung bleibt. So etwa ein Feuerwehrmann, der mitten im Kugelhagel war oder ein Polizist, der sich bis heute Vorwürfe macht.
Gedenkfeier zum Olympia-Attentat: Enorme Verkehrsbehinderungen erwartet
Update 10:59: Aufgrund der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen, Lotsungen und Begleitfahrten muss mit temporären Sperrungen und deshalb erheblichen Verkehrsbehinderungen durch Staus und stockenden Verkehr ab den Mittags- bis in die Abendstunden gerechnet werden. Das berichtet die Polizei.
Ursprungsmeldung vom 5. September 2022:
Heute vor genau 50 Jahren nahm das Olympia-Attentat in Fürstenfeldbruck ein blutiges Ende. Im Münchner Olympiapark wurde heute Vormittag bereits an die tragischen Geschehnisse erinnert. Am Nachmittag findet am Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck eine weitere Gedenkveranstaltung statt. Alle wichtigen Ereignisse und Nachrichten zur Veranstaltung verfolgen Sie live bei uns im Ticker.
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