Kein Betrieb auf der U6

Kein Zug zum Tor: Verdi-Streik trifft Bayern-Spiel – MVG prüft Notfallplan mit Bussen

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    Sascha Karowski
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Zum Pokal-Viertelfinale Bayern gegen Leipzig streikt am Mittwoch der Nahverkehr. Die MVG arbeitet an einem Notfallplan. Denkbar ist ein SEV mit Bussen.

Man stelle sich vor, es ist Fußball – und niemand kommt hin! Kann so passieren. Denn der FC Bayern spielt Mittwochabend (11. Februar, 20.45 Uhr) in der Allianz Arena gegen RB Leipzig. DFB-Pokal-Viertelfinale. Wer nicht mitspielt? Die U-Bahn! Verdi hat für Mittwoch zu einem ganztägigen Nahverkehrs-Warnstreik in München und Nürnberg aufgerufen. Betroffen sind der Gewerkschaft zufolge eben die U- und Straßenbahnen sowie Buslinien, die nicht von privaten Dienstleistern bedient werden. Heißt: Die U6 fährt nicht, kein Zug zum Tor! Wenigstens S-Bahn und Regionalbahnen sind im Einsatz.

Streik im Nahverkehr in München: Unklar, wie Fußballfans trotzdem in die Allianz Arena kommen

Nach Infos unserer Redaktion gab es am gestrigen Sonntag (8. Februar) um 14 Uhr eine Krisensitzung. Vertreter des FC Bayern und der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) brüteten mehrere Stunden an einem Notfallplan. MVG-Sprecher Maximilian Kaltner sagte unserer Redaktion: „Wie die Allianz Arena zum Pokalspiel öffentlich erreicht werden kann, wird derzeit intensiv geprüft. Hierzu steht die MVG mit der Allianz Arena, dem FC Bayern, den Behörden und weiteren Partnern in engem Austausch.“

In der Allianz Arena wird Mittwochabend gespielt – trotz Streik bei den Verkehrsbetrieben.

Es ist der zweite Warnstreik in Bayern in der aktuellen Tarifrunde. Am vergangenen Montag (2. Februar) hatte Verdi bereits im Rahmen einer annähernd bundesweiten Aktion den Nahverkehr in mehreren größeren bayerischen Städten teilweise lahmgelegt. Auch damals waren München und Nürnberg bereits betroffen.

Streik mit massiven Auswirkungen auf München: U-Bahnen fahren gar nicht mehr

Vergangene Woche waren in München U-Bahnen außer Betrieb, außerdem mit Ausnahme der Tram 20 auch alle Straßenbahnen. Allerdings hielt die MVG den Busverkehr aufrecht, wenn auch mit teils ausgedünntem Fahrplan.

Nicht ausgeschlossen erscheint daher, das Stadion in eingeschränktem Umfang mit Bussen anzubinden. „Ob und welche Möglichkeiten am Mittwochabend konkret bestehen, ist Teil der laufenden Prüfungen“, so Kaltner. Viel hänge davon ab, wie viel Personal zur Verfügung stehe. „Sobald belastbare Ergebnisse vorliegen, werden diese kommuniziert.“

Streik von Verdi in München: Gewerkschaften fordern mehr Geld und weniger Wochenarbeitszeit

In Bayern fordert Verdi unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte weisen das als zu teuer zurück. Die Finanzlage vieler Kommunen ist wegen der stark gestiegenen Kosten ohnehin schlecht, im öffentlichen Nahverkehr sind die Defizite der kommunalen Verkehrsgesellschaften in den vergangenen Jahren gestiegen. 

Der Tarifvertrag Nahverkehr gilt in Bayern laut Verdi für etwa 20 Unternehmen mit 9000 Beschäftigten. Den bislang letzten Tarifabschluss im ÖPNV gab es 2023. Dieser Tarifvertrag war schon 2024 ausgelaufen. Verdi hatte sich damals jedoch entschieden, den bayerischen Tarif nicht separat neu zu verhandeln, sondern abzuwarten, bis auch in den übrigen Bundesländern wieder Verhandlungen anstehen. 

Rubriklistenbild: © Peter Schatz/imago

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