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Trotz einiger Bedenken ist eine klare Mehrheit im Stadtrat Weilheim weiter für den geplanten Solarpark an Weilheims Ortseingang aus Richtung Peißenberg.
Weilheim – Im Stadtrat gibt es weiterhin einige Bedenken bezüglich des geplanten Solarparks an Weilheims Ortseingang aus Richtung Peißenberg – aber dennoch eine klare Mehrheit für das Projekt. Das Vorhaben, auf dem früheren Erdbeerfeld südlich der Waxensteinstraße Photovoltaik-Module zu errichten, wurde nach der ersten Runde der Bauleitplanung neuerlich abgesegnet. Die Kritik der Regierung von Oberbayern, dass es sich um sehr hochwertigen Boden handle und Solarparks an anderer Stelle in Weilheim besser vorstellbar wären, hat mehrere Ratsmitglieder in ihrer Ablehnung bestärkt. Er finde eine solche Anlage an der Einfahrt von Weilheim und so nahe an der Wohnbebauung „nicht schön“, sagte etwa Hans Vollmann (BfW) und verwies darauf, dass sich „in den nächsten Monaten andere Standorte ergeben“.
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CSU-Sprecherin ist „aus städtebaulichen Gründen dagegen“
PV-Anlagen, auch auf Feldern, seien „grundsätzlich der richtige Weg“, betonte Marion Lunz-Schmieder (CSU) – doch an dieser Stelle sei sie „aus städtebaulichen Gründen dagegen“. Und Romana Asam (FW) verwies auf Aussagen aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium, wonach große Anlagen, wie sie insbesondere im Westen von Weilheim vorgesehen sind, als „Agri-Photovoltaik“ mit landwirtschaftlicher Nutzung zu gestalten seien. Die Stadt solle hierfür eine entsprechende Satzung erlassen.
Bei den Großprojekten in der Lichtenau gebe es mangels Einspeise-Möglichkeiten „noch viele Unwägbarkeiten“, entgegnete Bürgermeister Markus Loth (BfW) – wohingegen der Solarpark im Süden sofort realisierbar sei. Zwar ist es seiner Ansicht nach „nicht ideal, überall um die Stadt herum kleine Anlagen zu verstreuen“, ergänzte Klaus Gast (CSU): „Aber hier ist es aktuell möglich, und andere Projekte stehen noch in den Sternen“.
BfW-Vertreter setzt auf Eingrünung der Anlage
Der im Frühjahr beschlossene Leitfaden der Stadt in Sachen Freiflächen-Photovoltaik schließe Anlagen wie jene auf dem ehemaligen Erdbeerfeld im Süden nicht aus, betonte auch Horst Martin (SPD). Und Rupert Pentenrieder (BfW), der Landwirtschaftsreferent des Stadtrates, rief in Erinnerung, dass sich der Stadtrat bereits mehrheitlich für diesen Solarpark entschieden habe. „Die Anlage“, fügte er hinzu, werde „so eingegrünt, dass man sie sich auch vor den Toren Weilheims anschauen kann“.
Wiese liegt teilweise im Überschwemmungsgebiet
Nach den bereits im Bauausschuss besprochenen Stellungnahmen zu dem Vorhaben kam noch eine Eingabe des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim. Die Fachbehörde, so hieß es in der Stadtratssitzung, habe keine Bedenken gegen die Planung, sofern die Hochwasserhinweise beachtet und beispielsweise die Elektroinstallationen entsprechend angepasst würden. Denn die Wiese liege teilweise im Überschwemmungsgebiet eines hundertjährlichen Hochwassers.
Diese und einige andere Hinweise werden laut Stadtbauamt in die Unterlagen zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung des Bebauungsplans eingearbeitet – und diese dann neuerlich öffentlich ausgelegt. Gegen das Projekt votierten Hans Vollmann (BfW), Marion Lunz-Schmieder, Alexandra Bertl (beide CSU), Romana Asam, Susann Enders (beide FW) und Ullrich Klinkicht (WM Miteinander).
