Keine Fördermittel

Bremen will Deiche erhöhen – das plant Niedersachsen zum Schutz vor Hochwasser

  • schließen

Das Hochwasser ist immer noch da. Erste Rufe nach Deicherhöhungen werden laut. Doch die Förderrichtlinien sprechen eine deutliche Sprache.

Bremen – Das Wetter ist am Mittwoch (21. Februar) in Teilen von Niedersachsen freundlich. Trotzdem kommt es an den Unterläufen der Flüsse Aller und Leine zu weiteren Überschwemmungen land- und forstwirtschaftlicher Flächen. Wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Mittwoch in seiner Hochwasserinformation mitteilte, besteht dort bei den Flusspegeln die höchste Meldestufe 3. Das bedeutet, dass auch Grundstücke, Straßen und Keller überflutet werden könnten. Es gebe eine sogenannte große Hochwassersituation in Niedersachsen.  

Bei der Deichschau wird das Hochwasser-Bollwerk gründlich unter die Lupe genommen. Das Fazit der Inspektion: Die Weser-Deiche im Bereich der Samtgemeinde Thedinghausen sind intakt. (Archivbild)

In den Gebieten der Flüsse Hunte, Oste und Wümme registrierte die Behörde ein kleines bis mittleres Hochwasser mit „bordvollen Abflüssen und stellenweise ersten Ausuferungen“. Dort registrierte der Landesbetrieb die Meldestufen 1 und 2. Bremen plant nun, die Wümmedeiche um bis zu 50 Zentimeter aufzustocken. Das geht aus einer Beiratssitzung in Bremen-Borgfeld hervor. Unklar ist, ob der Abschnitt tidenabhängig ist. Dann könnte der Küstenschutz eine Rolle spielen. Denn Deiche an der Nordsee unterliegen anderen Richtlinien als Deiche an Flüssen im Binnenland.

Wie Tagesschau.de berichtet, müssten aber noch Berechnungen zum Hochwasserschutz stattfinden. Ein Vertreter von Wesernetz erklärte, dass im Sommer gefährdete Stromanlagen höher gelegt werden sollen. Das gelte auch für die Anschlüsse einiger Anlieger. Mitte März wollen die Bremer Behörden eine Hochwasserbilanz ziehen. Im Mai beschäftigt sich die Umweltdeputation mit dem Thema.

Bremen will Deiche erhöhen – das plant Niedersachsen zum Schutz vor Hochwasser

Der Hochwasserschutz obliegt in Niedersachsen Deichverbänden (Wasser- und Bodenverbänden) oder den Gemeinden. Die Erhaltung der Hochwasserdeiche ist Aufgabe der Deichverbände und umfasst die Unterhaltung der Deiche und den Deichbau. Deichverbände sind Körperschaften des öffentlichen Rechts (Selbstverwaltungskörperschaften). An der Spitze des Verbandes steht der Vorstand mit einem Vorsteher (auch Deichhauptmann). Der von den Mitgliedern gewählte Ausschuss wacht über die Verbandsgeschäfte. Im Rahmen der Rechtsaufsicht kontrollieren die Landkreise, ob das geltende Recht eingehalten wird.

Die Deichverbände sind für unterschiedlich lange Teilstücke verantwortlich. So ist der Deichverband Achim-Bierden laut einer Liste von 2014 für drei Kilometer Deich verantwortlich. Der Mittwelweserverband mit Sitz in Syke betreut eine Deichlänge von 55 Kilometern. „Wir planen keine Deicherhöhung“, sagt Peter Neumann, Geschäftsführer vom Mittelweserverband auf Anfrage von kreiszeitung.de. Die Begründung: Die Deichhöhe reicht aus für das Referenzhochwasser, also das Weserhochwasser von 1946. Ein weiterer Grund sind die Finanzen. Für eine freiwillige Erhöhung bekäme der Verband keine Fördermittel aus der EU, vom Bund und vom Land.

Schutz vor Hochwasser: In Niedersachsen werden die Deiche geprüft

Gleiches gilt für die Deiche der Wümme bei Fischerhude und Ottersberg. „Nach dem Hochwasser werden wir die Deiche auf Schäden überprüfen“, sagt Helmrich Busch, Geschäftsführer beim Unterhaltungsverband Untere Wümme. Eine weitere Aufgabe wird die Überprüfung der Richthöhe der Deiche sein.

Rubriklistenbild: © -

Kommentare