Mammutprojekt

Mega-Baustelle Riedbahn: Das ist die Zwischenbilanz der DB

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800 Menschen arbeiten in zwei Zehn-Stunden-Schichten auf der großen Riedbahn-Baustelle, um die Strecke Frankfurt-Mannheim zu verbessern.

Mörfelden-Walldorf – Es läuft gut bei der Generalsanierung der Riedbahn, der zentralen, 70 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt. Es ist die bundesweit erste Strecke, die die Deutsche Bahn komplett gesperrt hat, um sie in einem Rutsch zu erneuern. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sprach am Dienstag (20. August) bei einem Vor-Ort-Termin in Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau) vom „herausforderndsten Sanierungsprojekt, das derzeit in Europa durchgeführt wird“.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing begutachtete die Baustelle nahe dem Bahnhof Mörfelden/Walldorf.

„Die Baustelle läuft hervorragend“, sagte Wissing, und sprach von einer „fünfmonatigen Hochleistung, die normalerweise sechs bis acht Jahre dauert“. Mitte Juli wurde die 1,5 Milliarden Euro teure Generalsanierung begonnen, Mitte Dezember soll der Hochleistungskorridor fertig sein. Der Schweizer Infrastrukturvorstand, der sich vor wenigen Tagen die Riedbahnsanierung angeschaut hatte, habe auf X (vormals Twitter) sogar geschrieben: „Chapeau, da können wir einiges lernen“ – obwohl die Schweizer beim Schienenverkehr ja quasi das Maß aller Dinge sind.

Riedbahn-Baustelle liegt laut Bahn im Zeitplan

Man liege im Zeitplan, sagte DB-Infrastrukturvorstand Berthold Huber in seiner Zwischenbilanz. Mittlerweile wurden auf der Riedbahnstrecke schon ein Drittel der Gleise und Weichen erneuert, mehr als die Hälfte der Signale und der Schallschutzwände ersetzt, 295 Oberleitungsmasten getauscht. Natürlich gebe es auch Überraschungen, sagte Gerd Bolte vom Team Riedbahn. Die Bodenwerte seien in Lampertheim und Riedstadt trotz vorheriger Gutachten nicht in Ordnung gewesen; man habe Bodenverbesserungen vornehmen müssen. In Biblis sei in der Wand teerhaltiges Material gefunden worden.

Weichen werden mit einem Spezialbauzug mit Schotter gestopft.

Mehr als 90 Baumaschinen sind täglich auf der gesperrten Riedbahnstrecke im Einsatz, alle Gewerke sind gleichzeitig tätig. 800 Menschen arbeiten in zwei Zehn-Stunden-Schichten auf der Baustelle. Ein Gleis wird für die Zuführung von Baumaterialien freigehalten, die nachts in einem Vier-Stunden-Fenster erfolgt; Bauteile kommen aber auch per Lastwagen. In diesen vier Stunden werden auch die Firmen Merck und BASF sowie der Hafen Gernsheim versorgt, die einen Gleisanschluss haben. In kurzer Zeit verbaue man auf der Strecke durch die Komplettsperrung fünfmal mehr Material pro Zeiteinheit als „unter rollendem Rad“, so Huber.

90 Baumaschinen sind täglich auf der Riedbahnstrecke im Einsatz.

Der Fernverkehr wird seit Mitte Juli über zwei nahezu parallel verlaufende Strecken umgeleitet, die 20 bis 30 Minuten längeren Fahrzeiten sind in den Fahrplanmedien hinterlegt.

Für die Pendler und Pendlerinnen hat die DB einen Schienenersatzverkehr mit 150 Bussen und 400 zusätzlichen Busfahrer:innen aus 14 europäischen Ländern organisiert. Das Feedback der Fahrgäste: „Zuverlässig und pünktlich“, so Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende DB Regio. Die Busse, für die im DB-Navigator und auf der Website bahn.de auch erstmals die Auslastung angezeigt wird, seien sogar zuverlässiger, als es der Schienenverkehr vorher war. Die Reisenden würden es schätzen, dass sie alle 10 bis 15 Minuten fahren können und die Haltestellen oft näher liegen als der jeweilige Bahnhof.

Rubriklistenbild: © dpa

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