- VonNora Kraftschließen
Zeichen gegen die zunehmende queerfeindliche Gewalt: Unter dem Motto „Nie wieder still – Frankfurt ist laut“ wird an vier Tagen der CSD in Frankfurt gefeiert – mit Demonstrationszug, Kundgebung und Co.
Frankfurt – Vier Tage lang steht in Frankfurt ab Donnerstag, 17. Juli, alles im Zeichen des Christopher Street Days. Das Programm ist umfangreich: Geplant sind unter anderem eine Kundgebung am Römerberg, Partys und Acts am Main sowie als Höhepunkt der große Demonstrationszug am Samstag, 19. Juli.
CSD in Frankfurt startet – Programm von Donnerstag bis Sonntag
Die Parade zieht am kommenden Samstag unter dem Motto „Nie wieder still – Frankfurt ist laut“ durch die Mainmetropole. Ab 12.30 Uhr demonstrieren die Teilnehmer „für das Recht, so zu leben und zu lieben, wie es uns das Grundgesetz garantiert, für Demokratie und die Akzeptanz aller Menschen“, erklärt der Sprecher des Frankfurter CSD. Die Stadt erwartet bis zu 25.000 Menschen bei der Parade, während die Veranstalter über alle vier Festivaltage hinweg mit rund 150.000 Besuchern rechnen.
Bereits um 11 Uhr beginnt eine Kundgebung auf dem Römerberg, von wo aus der Demonstrationszug mit 108 angemeldeten Gruppen startet und später am Schaumainkai endet.
Das begleitende Straßenfest beginnt bereits am Donnerstag, 17. Juli. und läuft bis Sonntag. Zwischen Eisernem Steg und Untermainbrücke entstehen verschiedene Bühnen, eine Info- und Foodmeile sowie ein Jugendbereich. Erstmals gibt es auch einen Familienbereich. Im Vorjahr fand das Festival noch an der Konstablerwache statt, doch dort sei nach Angaben der Veranstalter 2024 zu wenig Platz gewesen, weshalb der CSD nun ans nördliche Mainufer umzieht. Das Mainufer bietet für die Veranstaltung aber auch andere Vorteile.
Am Samstag wollen Stadtrat Christian Setzepfandt (Grüne) und die hessische Sozialministerin Heike Hofmann (SPD) die „Pride-Progress-Fahne“ am Römer-Balkon hissen, wie die Stadt mitteilte.
Route des Demonstrationszugs am Samstag, 19. Juli
Der große Demonstrationszug startet am Samstag, 19. Juli, nach einer Kundgebung um 12.30 Uhr auf dem Römerberg. Zuvor findet vor dem Römer ab 11 Uhr eine Kundgebung statt. Die Parade führt in Richtung Töngesgasse über die Hasengasse, die Berliner Straße, den Rossmarkt, durch die Junghofstraße, ein langes Stück über die Neue Mainzer Straße, von dort weiter über die Konrad-Adenauer-Straße, die Fahrgasse, zurück zum Main und schließlich über die Alte Brücke. Am Schaumainkai endet sie etwa gegen 16.30 Uhr. Die Streckenführung ist im „Pride-Guide“ des Veranstalters unter csd-frankfurt.de zu finden.
ÖPNV-Einschränkungen während CSD in Frankfurt
Während der Veranstaltung müssen Verkehrsteilnehmer mit Einschränkungen rechnen – Busse und Bahnen werden umgeleitet, wie die Verkehrsgesellschaft Frankfurt mitteilt. Reisende sollten ihre Verbindungen vorab prüfen.
Bei den Straßenbahnlinien 11, 12 und 18 bestehen am Samstag von etwa 10.30 bis 17.30 Uhr Umleitungen. Die Linien 11 und 12 werden zwischen Fechenheim und Innenstadt zu einem Ringverkehr zusammengelegt, informiert die VGF. Die Linie 11 fährt in dieser Zeit zwischen der Haltestelle Schießhüttenstraße und Zobelstraße. Ab Zobelstraße verkehrt sie als Linie 12 über Zoo und Eissporthalle in Richtung Hugo-Junkers-Straße. In der Gegenrichtung verkehrt die Linie 12 bis zur Haltestelle Saalburg-/Wittelsbacherallee. Ab da fährt sie wieder als Linie 11 über die Thüringer Straße und Zoo in Richtung Schießhüttenstraße, heißt es weiter. Zwischen Zuckschwerdtstraße und Hauptbahnhof Frankfurt sowie zwischen Rheinlandstraße und Hauptbahnhof verkehren die Linien 11 und 12 gemäß dem derzeit gültigen Baustellenfahrplan.
Die Linie 18 nimmt zwischen Nibelungenplatz und Hospital zum Heiligen Geist eine Umleitung über Bornheim, Zoo und Hanauer Landstraße.
Die Buslinien 30 und M36 verkehren ebenfalls eingeschränkt, wie die Verkehrsgesellschaft informiert: Die Linie 30 ist zwischen 9 und 17.30 Uhr im 30-Minuten-Takt zwischen Bad Vilbel und Bornheim Mitte unterwegs. Die Linie M36 wird von etwa 10.30 bis 17.30 Uhr geteilt und pendelt zwischen Westbahnhof und Unterweg sowie zwischen Hainer Weg und Südbahnhof. Der Ebbelwei-Expreß fährt am Samstag nicht.
Wer in der Innenstadt den ÖPNV nutzen möchte, kann zwischen Konstablerwache und Hauptbahnhof die U-Bahnlinien U4 und U5 sowie die S-Bahnen als Alternativen nutzen.
Der Demotag in Frankfurt in Bildern: 15.000 Menschen gegen Rechtsextremismus auf der Straße




Wetter zum CSD in Frankfurt wechselhaft
Die Wetteraussichten stehen in Frankfurt für die kommenden Tage überwiegend gut. Laut den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist am Donnerstag bereits mit Auflockerungen zu rechnen. Die Temperaturen erreichen bis zu 26 Grad. Ab Freitag sorgt dann ein Mix aus viel Sonnenschein und nur wenigen Wolken für beste Bedingungen zum Feiern unter freiem Himmel. Mit bis zu 30 Grad steigen die Temperaturen hessenweit deutlich an. Regenschirme können laut DWD zu Hause bleiben, da kaum Niederschlag erwartet wird.
Das sonnige Wetter setzt sich am Wochenende fort. Am Samstag klettern die Temperaturen auf bis zu 28 Grad, am Sonntag sind sogar 26 bis 31 Grad möglich. Tagsüber bleibt es an beiden Tagen überwiegend trocken. Die Abendstunden bringen allerdings Abkühlung von oben: Am Samstagabend rechnet der DWD mit einzelnen Schauern oder Gewittern. Am Sonntagabend verstärkt sich diese Tendenz mit gebietsweisem Regen und Blitzen in Hessen.
Hintergrund: Frankfurt setzt ein Zeichen gegen queerfeindliche Gewalt
Die Veranstaltung in Frankfurt findet vor dem Hintergrund zunehmender queerfeindlicher Gewalt statt. Das hessische Innenministerium verzeichnete einen „deutlichen Anstieg“ an Hasskriminalität gegen die queere Community. Die Straftaten in den Bereichen sexuelle Orientierung und geschlechterbezogene Diversität stiegen innerhalb eines Jahres um 62 Prozent – von 83 Fällen im Jahr 2023 auf 135 im Jahr 2024.
Die Stadt Frankfurt unterstützt die Veranstaltung demonstrativ. Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) betont: „Wenn queere Menschen angegriffen oder diskriminiert werden, dann müssen wir aufstehen und laut werden. Frankfurt ist stolz auf seine Vielfalt und wird sie gegen alle Kräfte verteidigen, die Freiheit und Menschenrechte infrage stellen.“ Auch städtische Mitarbeiter aus etwa 35 Ämtern und Betrieben beteiligen sich am Demonstrationszug. Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) ergänzt: „Das Motto des CSD gilt auch für die Stadtverwaltung.
Angesichts dieser Entwicklung erklärt der CSD Frankfurt: „Wir wachsen, und wir lassen uns nicht aus dem Herzen Europas verdrängen“. In Wetzlar und Fulda kam es während CSD-Veranstaltungen in den vergangenen Wochen zu Gegendemonstrationen rechter Gruppierungen. Für Frankfurt sind nach Angaben der Polizei und des Ordnungsamtes bislang keine Gegendemonstrationen angemeldet.
Rubriklistenbild: © Monika Müller

